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Ackerbau
Forum: Ackerbau
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Jakobskreutzkraut

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Avatar: TamaraFriese
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aus Reichshof
Beiträge: 10
Alter: 48 Jahre,
# 08.08.10, 16:40 Uhr
Jakobskreutzkraut
Ich lebe im Oberbergischen(ca. 50km östlich von Köln) und habe eine ca. 1,5ha Wiese die total verseucht ist mit Jkk! Hat jemand erfahrung in der Bekämpfung als Alternative zu Simplex?Das ist nämlich das einzige (außer rausreißen, ist aber auf der Fläche schier aussichtslos!), was mir von der Landwirtschaftskammer u. der Biologischen Station empfohlen wurde. Kann Kalkstickstoff was ausrichten?

Schlagwörter dieses Themas: jakobskreutzkraut, hinzufügen »

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Avatar: Fendt_927
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Beiträge: 194

# 08.08.10, 19:32 Uhr
Langfristig gesehen sollte eine ausreichende N-Düngung und entsprechende Grünlandpflege angestrebt werden. Da JKK eine sehr geringe Konkurrenzkraft hat ist es schnell von der Fläche verdrängt.

Kurzfristig wirst du an Simplex nicht vorbeikommen (trotz der langen Persistenz). Kalkstickstoff wird nicht allzu viel helfen, nächstes Jahr sollte man dann die N-Düngung der Wiese mit SSA (schwefelsaures Ammoniak) durchführen. Das hat eine gute Wirkung gegen Kräuter aller Art und begünstigt die Gräser.
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Avatar: TamaraFriese
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aus Reichshof
Beiträge: 10
Alter: 48 Jahre,
@ Fendt_927 # 09.08.10, 11:15 Uhr
Vielen Dank für kompetente und vorallem professionelle Auskunft! Die Wiese wurde über 10 Jahre gar nicht gedüngt, war verpachtet an Schafhalter. Also düngen muß ich sowieso.

Fendt_927 schrieb:

Langfristig gesehen sollte eine ausreichende N-Düngung und entsprechende Grünlandpflege angestrebt werden. Da JKK eine sehr geringe Konkurrenzkraft hat ist es schnell von der Fläche verdrängt.

Kurzfristig wirst du an Simplex nicht vorbeikommen (trotz der langen Persistenz). Kalkstickstoff wird nicht allzu viel helfen, nächstes Jahr sollte man dann die N-Düngung der Wiese mit SSA (schwefelsaures Ammoniak) durchführen. Das hat eine gute Wirkung gegen Kräuter aller Art und begünstigt die Gräser.

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Avatar: Dachsbart
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aus Nord-Brandenburg
Beiträge: 926

@ TamaraFriese # 09.08.10, 11:30 Uhr
Hallo TamaraFriese

ich habe von dem Thema kaum Ahnung, aber bin selbst erstaunt über diese Pflanze, die ich als Kind noch nicht kannte. Heute sehe ich sie an allen Ecken.

Ich habe diesen Link gefunden: [www.jacobskreuzkraut.de]

Kann mir jemand sagen wie es zu dieser Verbreitung kam, ist es eine einheimische Pflanze?

Danke

MfG.Dachsbart
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Avatar: Viehdokter
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aus Weißenhorn
Beiträge: 235
Alter: 49 Jahre,
@ TamaraFriese # 09.08.10, 12:34 Uhr
TamaraFriese schrieb:

Vielen Dank für kompetente und vorallem professionelle Auskunft! Die Wiese wurde über 10 Jahre gar nicht gedüngt, war verpachtet an Schafhalter. Also düngen muß ich sowieso.



Dabei soll Beweidung mit Schafen das Kraut zurückdrängen...
Doc Dörnfeld, Tierarzt in Schwaben
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Avatar: Viehdokter
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aus Weißenhorn
Beiträge: 235
Alter: 49 Jahre,
@ Dachsbart # 09.08.10, 12:43 Uhr
Dachsbart schrieb:

Kann mir jemand sagen wie es zu dieser Verbreitung kam, ist es eine einheimische Pflanze?

MfG.Dachsbart


Der Vormarsch des JKK ist zum großen Teil auf die extensivere Landwirtschaft (auch
ökologischeBewirtschaftung) sowie auch auf eingeschränkte Maßnahmen im Straßen- und
Bahnunterhaltsdienst zurückzuführen. Ökologisch begründeter sehr später Heuschnitt gibt spät blühenden Pflanzen besser die Möglichkeit, ungehindert zu versamen und sich zu verbreiten.
Untersuchungen der Schweizer Forschungsanstalt Reckenholz bestätigen, dass das Jakobskreuzkraut vorwiegend an sehr spät gemähten Strassen und Bahnböschungen,
auf brachliegenden und naturnah begrünten Flächen von öffentlichen Anlagen,
Industriegelände und Privatgärten, aber auch auf extensiven Weiden zu finden ist, besonders wenn diese in starken Hanglagen und schwierig zum Nachmähen sind. Da es sehr
anpassungsfähig ist, kann es sich auch in intensiv bewirtschafteten Kulturen ausbreiten.
Auch war (ist) der Samen von JKK in den Saatgutmischungen enthalten, die an Straßenböschungen und Bahndämmen zur Begrünung eingesetzt werden (wurden)...

Gruß

viehdokter
Doc Dörnfeld, Tierarzt in Schwaben
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Avatar: TamaraFriese
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aus Reichshof
Beiträge: 10
Alter: 48 Jahre,
@ Viehdokter # 09.08.10, 14:45 Uhr
Respekt Viehdoktor, Du weißt ja wirklich gut bescheid! Tatsache ist nur, dass wir ALLE etwas dagegen tun müssen, sonst haben wir demnächst auch solche Zustände wie in der Schweiz. Verdammt, ich habe Angst um meine Pferde, die sind noch recht jung und sollen mind. noch 20 Jahre leben!

LG
Tamara

Viehdokter schrieb:

Der Vormarsch des JKK ist zum großen Teil auf die extensivere Landwirtschaft (auch
ökologischeBewirtschaftung) sowie auch auf eingeschränkte Maßnahmen im Straßen- und
Bahnunterhaltsdienst zurückzuführen. Ökologisch begründeter sehr später Heuschnitt gibt spät blühenden Pflanzen besser die Möglichkeit, ungehindert zu versamen und sich zu verbreiten.
Untersuchungen der Schweizer Forschungsanstalt Reckenholz bestätigen, dass das Jakobskreuzkraut vorwiegend an sehr spät gemähten Strassen und Bahnböschungen,
auf brachliegenden und naturnah begrünten Flächen von öffentlichen Anlagen,
Industriegelände und Privatgärten, aber auch auf extensiven Weiden zu finden ist, besonders wenn diese in starken Hanglagen und schwierig zum Nachmähen sind. Da es sehr
anpassungsfähig ist, kann es sich auch in intensiv bewirtschafteten Kulturen ausbreiten.
Auch war (ist) der Samen von JKK in den Saatgutmischungen enthalten, die an Straßenböschungen und Bahndämmen zur Begrünung eingesetzt werden (wurden)...

Gruß

viehdokter

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Avatar: Echinacea83
Mitglied
Beiträge: 5998

# 09.08.10, 14:49 Uhr
Ich kann dazu aber sagen, dass es schon eine ganze Menge des Krauts braucht, um ein Tier umzubringen... aber... das Gift reichert sich an in der Leber, also ist es auch eine Frage der Menge über einen längeren Zeitraum...
Du kannst nicht darauf hoffen, dass jeder etwas dagegen tut, weil eben nicht jeder einen Sinn in einer Bekämpfung sieht.
Dir bleibt nichts anderes übrig, als es permament auf Deinen Flächen zu unterdrücken oder zu entfernen!

Viele Grüße
Echi - Hexe vom Dienst


Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null.
Und das nennen sie dann ihren Standpunkt...

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Avatar: Dachsbart
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aus Nord-Brandenburg
Beiträge: 926

@ Viehdokter # 09.08.10, 15:40 Uhr
Danke Viehdokter,

ich vermute dann mal, das es bei uns seine Verbreitung durch solche Saatmischungen fand. Mittlerweile wuchert es über all, egal ob im Wald oder Feld. Habe mal auch etwas gegoggelt. In unserer Region (Norddeutschland) ist es eine nicht typische Pflanze.
Problematisch ist die Unwissenheit vieler Menschen über diese Pflanze. Ich finde auch erschreckend, wie wenig dieser Pflanzen ausreicht um Kleinkinder zu vergiften, da meine Nichte auch schon diese "Blumen" gepflückt hatte.

MfG.Dachsbart
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Avatar: Viehdokter
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aus Weißenhorn
Beiträge: 235
Alter: 49 Jahre,
@ Echinacea83 # 09.08.10, 17:13 Uhr
Echinacea83 schrieb:

Ich kann dazu aber sagen, dass es schon eine ganze Menge des Krauts braucht, um ein Tier umzubringen... aber... das Gift reichert sich an in der Leber, also ist es auch eine Frage der Menge über einen längeren Zeitraum...


Da wäre ich vorsichtig ! 140g Frischpflanze pro kg Körpergewicht reichen beim Rind aus !

als einprozentige Beimischung im Heu hat das Tier in 3 Monaten genug, bei 10 % im Heu ist nach 10 Tage bereits das Level erreicht, daß es reicht...

guckst Du hier:
[www.lwk-rlp.de]

Hier in der Gegend hat es ein Mensch mit einer anderen Pflanze verwechselt und verstarb trotz intensiver Therapie an Leberversagen. Problem, wenn Symptome auftreten, denkt keiner mehr an die Pflanze, aber die Leber ist schon durch die Toxine massiv geschädigt !


Gruß

viehdokter
Doc Dörnfeld, Tierarzt in Schwaben
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