
| @ Herzelsuesse | # 28.01.12, 01:56 Uhr |
| @ Paragon | # 28.01.12, 08:13 Uhr |
Paragon schrieb: Ich sage aber wir brauchen keine Maßentierhaltung! Wenn da vor ca. 40-50 Jahren mal ein paar Leute schon schlau genug gewesen wären... Lange her früher ging es mit klein strukturieter Landwirtschaft also müsste es theoretisch auch immer noch gehen!
mit einem freundlichen Gruß an alle Paragon!
| @ Schaumburger | # 28.01.12, 09:47 Uhr |
Schaumburger schrieb:
Ja, stimmt schon, nur die Sinne allein gibts wohl bei den Verbrauchern nicht mehr. Vieles sind eher Lippenbekenntinisse.
Und wer soll noch was schmecken wenn immer weniger Leute kochen können? Als fertige Chemiepampe schmeckt sogar das beste Fleisch dadrin nicht mehr gut. Aber dazu kann man als Landwirt nichts.
Ich hab auch keine Angst vor denen die sich Gedanken drüber machen, micgh nerven nur die, welche gleich mit dem Wort Massentierhaltung kommen und das nichtmal erklären können. Wer was von mir wissen will, der sollte mich auch nicht gleich zum Biiolandwirt bekehren wollen und sich auch mal Gedanken über die politischen Rahmenbedingungen machen, siehe WTO-Verträge. Auch ein Einwurf das es zu kleineren Strukturen in der Landwirtschaft nicht mehr kommt weil einfach nicht genügend Hofnachfolger da sind, wird einfach überhört. Das ist nunmal Realität und nicht änderbar.. Das sind eigendlich schon zwei Themen für wirklich intertessierte User über die man sich austauschen könnte. Aber das wollten zumindest Frankyboy und Frau "H" nicht. Jeder andere ist herzlich eingeladen zu fragen und zu diskutieren!
| @ Herzelsuesse | # 28.01.12, 09:51 Uhr |
Herzelsuesse schrieb:
Also, liebe Lilli, Hausi, und andere...
wer ist denn blond, wenn er so hart schuftet und nichts dagegen tut, dass am Ende eines Monats nur das in der Tasche ist, was die anderen übriggelassen haben? Wer ist denn blond, wenn er sich nicht nur die Butter vom Brot, sondern den Dreiviertelleib abnehmen lässt und nichts dagegen tut? Grad ihr hättet in Berlin mitlaufen sollen und laut von der Politik Lösungen verlangen sollen, und nicht die Idioten auslachen, die nur zweitrangig davon betroffen sind. Ach entschuldigung, meine drei Hirnzellen habe ich Idioten mit Idealisten verwechselt. Weil die hat man mit ihren Anliegen gehört und euch - nicht.
Und ich habe schon lange keinen Urlaub mehr gemacht, und ich miste jeden Tag ne weile- zugegeben mit der Hand, und ich versuche auch auf einen grünen Zweig zu kommen, und ich kotze jedes Mal wenn die Stromrechnung hoch ist, obwohl ich nicht mehr Strom verbraucht habe, bezahle auch Berufsgenossenschaft und ja ich habe nur eine Kuh und drei Kälber, ein paar Schafe, Ziegen Hühner, Schweine usw. Ich halte so viel, wie ich mir leisten kann, finanziell und körperlich. Und so viel, wie ich brauche um meine Familie zu versorgen. Mein Ziel ist es nicht die halbe Welt mit Milch oder Fleisch zu versorgen, sondern meine Familie. Das ist der Luxus den ich mir leiste. Meine Tiere sind gesund auch ohne Antibiotika und vielen anderen Dingen. Hab ichs schon erwähnt? Ich arbeite auch noch nebenbei... Ziehe 2 eigene und ein Pflegekind groß und manche meiner Tiere werden halt alt, weil ich eine Kuh nicht bereits nach drei Jahren ausrangiere, weil sie so ausgelutscht ist und nur noch für den Metzger taugt.
Wie war das noch mal? Diese blöden Idioten, die sich für eine bessere Welt einsetzen? Is halt nicht für jeden was. Ich mags.
LG
| @ Herzelsuesse | # 28.01.12, 09:56 Uhr |
Herzelsuesse schrieb:
Kennst du die Vier-Ohren-Theorie (Schulz von Thun)? Die besagt, dass eine Botschaft auf verschiedene Arten verstanden werden kann auch wenn sie ganz neutral formuliert wird.
... Ein Pärchen sitzt im Auto vor einer roten Ampel. Sie (Beifahrerin) sagt: "Es ist grün".
1. Er denkt ganz sachlich: "Es ist grün, ich kann fahren".
2. Er denkt: "Sie will mir sagen ich penne, und bevormundet mich".
3. Er denkt: " Blöde Kuh, soll sie doch selbst fahren".
4. Er denkt: "Sie hält mich für einen Blödmann und hält mich für vollkommen unfähig ein Auto zu führen. Was bildet die sich ein!".
Vergib mir mein niedriges Niveau, aber es ist schwer zu jemandem durchzudringen, der ständig in Variante Nr. 4 denkt. Meine Botschaften werden IMMER in Variante 1 geäußert. Also ganz neutral. Wovon lebst du, wie hoch ist deine Reproduktionsquote, und was hast du zum Schluss übrig? Was mich interessiert, WO BLEIBT DER REST? WEIL DU DAFÜR ARBEITEST, STEHT ER DIR ZU!!!!
Auch hier ein Echo an andere ich habe nichts weiter als in meiner nett-naiven Art die Tatsachen aus der Tierhaltung und Pflanzenproduktion aufgezählt, ich finde da ist nichts Dummes dran. Und es ist auf keinen Fall eine Beleidigung oder die Hervorhebung von Unfähigkeiten von irgend jemandem.
Es ist eine ganz naive Frage: Bei diesen traumhaften Reproduktionszahlen - wieso leben so viele Landwirte am Existenzminimum, und eben nicht der Arbeit und dem Einsatz entsprechend. Bestimmt nicht weil sie unfähig sind, schlecht wirtschaften, zu faul sind, was auch immer. Diese platten Antworten lasse ich hier nicht gelten. Jeder, den ich kenne, der Landwirtschaft betreibt, arbeitet hart und viel schwerer für sein Geld als normale "Arbeiter". Von den vielen zusätzlichen Problemen und Sorgen ganz zu schweigen.
Wieso geht es vielen von ihnen finanziell nicht viel besser?![]()
Ach ja und wer ernsthaft diskutieren will, sollte sich vielleicht mit den Grundregeln der Kommunikation vertraut machen... Das ist wie mit Ballspielen. Wenn du den Ball zu weit, zu kurz, zu hart, zu schlapp wirfst, wird dein Gegenüber ihn nicht fangen können und es kommt kein fließendes Spiel, also keine Kommunikation zustande. Und was soll das ganze Gerede, wenn man nicht verstanden wird?
Verzeit mir die einfachen Bilder, ich unterschätze euer intellektuelles Niveau auf keinen Fall. Sie helfen einem mit nur einigen Sätzen etwas zu erklären, was irgendwo sehr kompliziert beschrieben steht.
LG
| @ tyr | # 28.01.12, 10:00 Uhr |
tyr schrieb:
Wenn ich mir den Betrieb beim Fleischer zum Wochenende anschaue, stimmt Deine Einschätzung, zumindest für die Gegend hier, nicht. Es gibt offensichtlich noch viele Leute die Handwerksqualität und Industriequalität auseinanderhalten können.
| @ Mim | # 28.01.12, 10:01 Uhr |
Mim schrieb:
Hallo Paragon,
ich arbeite viel mit jungen Leuten auf dem Land und in der Ausbildung. Kaum jemand will wieder einen Stall wie Bethlehem auf Stroh um dann am Lebensende den Rücken vor Athrose so kaputt zu haben wie meine Eltern, die das "mitgemacht" haben.
Alle wollen kleinstrukturierte Landwirtschaft - für den Urlaub ja, aber ein Leben lang drin arbeiten? Die letzten Tage habe ich Berichte aus Schwellen- und Drittweltländern gesehen. Über die Landflucht weil der Nachwuchs nicht mehr mit der Sense ernten will oder Ziegen hüten.
Selbst wenn die BRD wie früher Geld (Einkommensanteil) für Lebensmittel ausgeben würde und so kochen würde wie früher (ohne Systemgastronomie, Mensa & derartiger Gasttättenvielfalt), auch noch vom Schwein den Magen als Hülle für den Pressack verwenden, die Ohren/Schwanz in der Pfanne braten (alles verwenden) und damit angenommen! nur noch 20 % des Schweinefleischverbrauches bräuchten:
Müssten wir 9 Mio Schweine produzieren, dass ist derzeit 3 x soviel wie z.B. Schweden und z.B. 6 x mal soviel wie in der Schweiz...
Und wenn man diese Tiere auf alle Bauernhöfe verteilen würde, dann hätten wir genau so die Hygieneprobleme wie vor 40, 50 Jahren.
Zurück - will der landwirtschaflichte Nachwuchs ganz sicher nicht.
Gruß Mim
| @ Schaumburger | # 28.01.12, 10:03 Uhr |
Schaumburger schrieb:
Das freut mich zu hören! Im Westen gibts da immer weniger Landschlachtereien. Jedes Jahr macht einer mehr zu...
| @ tyr | # 28.01.12, 10:05 Uhr |
tyr schrieb:
Hier auch, aber das hat weniger was mit dem Verbraucher zu tun, sondern mit ausufernder Bürokratie wie der Hygieneverordnung etc.
Die drückt dem Handwerk die Luft ab, nicht nur dem Fleischerhandwerk. Aber warschewinlich ist auch das so gewollt.
| @ Schaumburger | # 28.01.12, 10:07 Uhr |
Schaumburger schrieb:
Da du ja nebenbei arbeitest, scheint deine Verzinsung aud deiner "Landwirtschaft" ja nicht zum leben zu reichen. Mehr braucht man nicht wissen. Danke!