frankyboy schrieb:
Ich komme nochmals kurz zurück an diesen ungastlichen Ort, weil ich versehentlich WHO statt GATT geschrieben habe (GATT 1947 ist am 31.12.1995 außer Kraft getreten).
Außerdem möchte ich anfügen:
Ein Bauer aus Bayern will mir erzählen, dass er nur mit seinen Familienangehörigen alleine (Aushilfe bei Arbeitsspitzen) jährlich über eine Million Hähnchen produziert und auf 400 Hektar Fläche Weizen, Mais, Zuckerrüben und Raps anbaut.
Wer schon eine Fundstelle zitiert, der sollte auch die Begriffsbestimmung kapiert haben. Wenn ich einen Thread starte und meine Ansicht in den Eröffnungsbeitrag schreibe, dann weiß jeder, um was es sich dreht und ein Troll ist genau der, der diesen Thread stört. Anstatt hier konstruktiv mitzuarbeiten, machen sich hier mehrere Besserwisser wie Schaumschläger breit und ekeln die Anständigen hinaus: zit.: Wenn dir mein Umgang mit H und Frankyboy nicht passt, dann melde mich doch bei einem Moderator und sülz mich nicht zu. Hast du noch was zum Thema oder möchtest du weiterhin deinen Schmutz auf mich werfen????" Dazu wird ein gesamter Text in Großbuchstaben geschrieben, was im web soviel heißt, dass er geschrieen ist; oder: zit.: "Wenn du das von Fachleuten die direkt in der Materie drin sind, nicht glaubst und keinerlei Ansätze zeigst dazu lernen zu wollen, bitteschön, dann geh mit Gott aber geh!" Es fragt sich: Fachleute in was? Fachleute hätten ja Fachwissen.
Wer grundlegendes Allgemeinwissen verbreiten will, der muß zuerst einmal selbst welches haben. Betriebswirtschaftslehre ist die Lehre von den wirtschaftlichen, organisatorischen, technischen sowie finanziellen Abläufen i n den Unternehmen (Oldenbourg Wissenschaftsverlag). Ich dagegen habe Bereiche der Volkswirtschaftslehre angesprochen. Das sollten die Landwirte als Prüfungsfach haben, dann würden sie hier nicht so ein Pseudowissen von sich geben und in einer nicht zu überbietenden "Oberlehrer-Manier" mit BWL-und VWL-Verwechslung andere belehren zu wollen.
Wenn ich höre, dass ein heutiger Landwirt eine schwerere Arbeit als ein Arbeiter oder Handwerker haben soll, dann weiß ich, dass die Herren noch nie auf dem Bau gearbeitet haben, sondern das Ganze aus ihrer klimatisierten Schlepperkabine heraus betrachten. Ich verkenne nicht, dass ein Landwirt viel arbeitet, auch am Wochenende und manchmal abends (machen aber auch Selbständige). Das hat aber nichts mit der Schwere der Arbeit zu tun, sondern damit, dass sie Geld in die eigene Tasche wirtschaften können. Einige haben ja zugegeben, dass sie nicht mehr wie früher mit der Hand arbeiten wollen.
Wenn gar ein Bauer Ausführungen über die allgemeine Psychologie (Wahrnehmung) zum Besten gibt, dann wird es sich wahrscheinlich um das letzte Universal-Genie auf diesem Erdboden handeln. Wer Kommunikation mit Ballspielen vergleicht, der geht vielleicht schon von Kommunikationsmustern der Tiere aus, die er hält. Aber wie kann man jemand anderen etwas erklären, wenn man es selbst nicht kapiert hat. Wer andere als nett-naiv bezeichnet, der hat genau die Überheblichkeit, die dem Image der Landwirtschaft am meisten schadet. Zu seiner Entschuldigung sei erwähnt, dass er dies ja selber gar nicht mehr merkt. Denn, wer behauptet, dass er seine Botschaften immer in Variante 1 (sachlich) von sich gibt, der ist von mir aus gesehen schon jenseits von Gut und Böse. Meine Antwort in dem Jargon, wie er sich geäußert hat: "Das Niveau von unterster Schublade sei dir vergeben".
Wer so herablassend sagt, dass er dem Verbraucher keine Antwort schuldet, der vergißt, dass er und sein Betrieb vom Geld leben, dass ihm der ach so gering geschätzte Verbraucher via EDEKA gnädigerweise zukommen läßt.
Hier regen sich Viele auf, weil der Verbraucher angeblich immer das Billigste kauft. Sie halten sie den Verbraucher ja für dumm! Nein: Er kauft das, was er für das Günstigste hält. Wieviele Landwirte gibt es, die das verfluchte Gen-Soja an ihre Tiere verfüttern (weil es eben das Billigste ist) und skrupellos die Böden und Tiere ausbeuten (weil der Profit kurzfristig höher ist)? Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
Wenn ich frage: Was können wir für die deutsche Landwirtschaft tun, dann antwortet Schlaumeier: Was kannst du für mich tun: nichts. Das ist genau der Egoismus, den die Landwirtschaft kaputt macht. Er kommt gar nicht auf die Idee, dass ich von ihm wissen wollte, was e r für die Landwirtschaft tun kann. Für solche Leute ist Solidarität ein Fremdwort und sie lehnen natürlich jedes Ansinnen für den Berufsstand zu demonstrieren ab, weil ja sie persönlich nichts davon haben.
Der Bauer aus Bayern der bin ich und ichbewirtschafte einen Vollerwerbsbetrieb mit folgendem Umfang:
420 Hektar Ackerbau
160.000 Masthähnchen Plätze (160.000*7,8Mastdurchgänge)
400 Mastschweine Plätze
500 Kw Biogasanlage
Landhandel (klein aber fein)
Arbeitskräfte:
Betriebsleiter (ich) 30 Jahre, generell alle Arbeiten
Vater 63 Jahre, Landhandel mit Getreide und Düngerumschlag; Teilweise Ackerbau
Mutter 53 Jahre, Haushalt; Büro; Schweinestall
Schwester 25 Jahre, Teilweise Büro, etwas Ackerarbeiten
Aushilfe auf 400,- Euro Basis, Wartungsarbeiten an Biogasanlage und Maschinen
Zwei Aushilfen bei Erntearbeiten
Das sowas nur bei straffer Organisation und moderner Auststattung funktioniert brauch ich wohl nicht erwähnen. Natürlich habe ich nicht jeden tag um fünf Feierabend wie so manch anderer aber was solls ich machs immer noch gerne auch wenn man sich immer von euch "Verbrauchern" als Massentierhalter oder Agrarfabrikanten bezeichnen lassen muss.
Wenn du in deinem Ellenlangen Beitrag jetzt sagst das ich als Bauer "gnädigerweise" Geld von den verbrauchern via EDEKA und sonstigen kriege da dreht sich mir förmlich der Magen um. Was bildest du dir ein so etwas von dir zu geben, meiner meinung nach ist das eine bodenlose frechheit. Was willst du denn essen wenn wir nicht produzieren? Willst du nur noch fressen was auf den Bäumen wächst? Willst du das die Waren in den Supermärkten oder Dorfläden aus Rumänien oder sonst wo her kommen wo Lebensmittelkontrollen nichts sind als heiße Luft? Eins steht unumstößlich fest: in Deutschland wird an allen Ecken und Enden Kontrolliert und Dokumentiert weil unsere Paragraphenreiter den vorgaben aus der EU immer noch eins oben drauf setzen um sicherzugehen das die Landwirte nicht zu viel verdienen. Somit werden in Deutschland nur noch sichere Lebensmittel produziert die du und deine Artgenossen dann zu billig Preisen kaufen können ohne das ihr davon Bauchweh kriegt.
Ganz kurz noch zur pasage über Soja:
In Deutschland darf mittlerweile gar kein gen veränderter Soja mehr an Masthänchen verfüttert werden. Das hat sich aber nicht der Staat so ausgedacht sondern die Schlachtereien. Wenn jetzt an alle Tiere in Deutschland, nur in Deutschland, gentechnisch unveränderter Soja verfüttert werden dürfte dann würden die Anbauflächen nicht ausreichen und es würden die Regenwälder in Brasilien wieder verstärkt abgeholzt werden weil es sich noch besser lohnen würde.
Denk du, und deine Anhänger, erst mal nach bevor du'/ihr Aussagen postest die keinerlei verstand beinhalten und mich und meine Berufskollegen so dermasen denonzieren das es nicht mehr schön und feierlich ist.
Mit weniger freundlichen Grüßen,
der Bauer aus Bayern