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agrithinking out of the box

Ein paar Gedanken (23 Einträge)

Fleisch Yorkshire show
1295 mal angesehen
29.03.2008, 18.56 Uhr

Dialog

Die Gespräche mit nicht aus der Landwirtschaft stammenden Personen zum Thema Tierhaltung werden immer absonderlicher: Früher hörte man vielleicht noch mal die ein oder andere verwunderte Frage nach dem Motto: "Du, ich hab da was über Schweinehaltung gehört........stimmt das eigentlich?"
Heute trifft man immer mehr Menschen, die gar nicht mehr fragen sondern schon mit der kompletten Story und Begründung im Kopf rumlaufen und sie massenhaft verbreiten. Das tun die nicht weil sie die Bauern doof finden, ihnen nicht glauben oder irgendwem etwas böses wollen sondern weil sie Fragen haben (das ist gegenüber früher gleich geblieben) und jetzt offensichtlich die Antworten viel bequemer schon lange bekommen bevor sie jemanden aus der Landwirtschaft zum drüber reden treffen.

Die Fragen zur Tierhaltung sind besonders gravierend weil der heutige Mensch mit zwei ganz unterschiedlichen Mensch-Tier Beziehungsebenen klarkommen muss:
Das Haustier: Im Mittelpunkt der Familie, schutzbedürftig, Pflegeobjekt, care-loving-harmony.
Das Nutztier: am liebsten in der Mitte des Tellers, anonym, kalt, tot, Schuldgefühl (wäre es doch als Katze geboren worden....)
Es geht den meisten Menschen nach meinem Eindruck nicht um die Frage, ob sie überhaupt Fleisch essen wollen/sollten. Sie möchten einfach Vertrauen in die Arbeit ihres wichtigsten Eiweißlieferanten (=Landwirt) haben. Der muss vertrauenswürdig und kompetent rüberkommen und offen und selbstbewusst zu seiner Arbeit stehen. Ich bin mir nicht sicher ob die Landwirtschaft und die gesamte Wertschöpfungskette Fleisch hier ihre Hausaufgaben gemacht hat.
Eine andere Gruppe, denen es nicht um bessere Bedingungen sondern ganz klar um die Bekämpfung der Nutztierhaltung generell geht scheint mir da derzeit besser aufgestellt.
Schon mal bei Youtube nach Videos zum Thema Schwein, Kuh oder Fleisch gesucht?
Viel gescheites ist nicht zu finden. Wenn man mal alles nicht relevante aussortiert (die Ärzte, Zeichentrick usw.) dann bleiben ein paar Videos von Hauschlachtungen von denen einige bis zu 150 Kommentare erreichen! Die Veganer/Tierschützer, die ja ganz klar die LWS zum Feind erklärt haben die Meinungshoheit auf dieser Platform und ich wage die Prognose, dass es auf anderen Websites ebenso ist. Landlive ist eine Ausnahme, rühmlich!
Was wir aber brauchen, um die Akzeptanz für zeitgemäße Fleischproduktion zu sichern ist:
... ein gewisser Konsens darüber was zeitgemäß ist. Das ist sicherlich eine sich ständig entwickelnde kontinuierliche Aufgabe.
... ein Durchsetzen dieser innerhalb der Branche akzeptierten Standards in die Praxis. Schwarze Schafen dürfen nicht immer wieder nur beklagt werden sondern gehören konsequent aus der Produktion gedrängt.
... selbstbewusste Produzenten, und maximale Transparenz.
... professionelle Kommunikation, die speziell junge Zielgruppen erreicht in denen die Vegetarierquote oft im deutlich zweistelligen Prozentbereich liegt und die Argumente der Aktivisten sehr wohlwollend aufgenommen werden.

Vielleicht wäre auch mal ein Erzeuger-Verbraucher Kongress eine interessante Idee. Beide Seiten könnten vom Dialog profitieren. Landwirte, Hausfrauen, Lehrer, Tierschutzexperten, Fleischvermarkter: Jeder definiert mal seine Tätigkeit und seine Verantwortung und gibt den „Nachbarn“ in der Kette seine Anforderungen, Wünsche und auch Zwänge, Zweifel und Fragen weiter. Das könnte man echt mal als „BarCamp“ organisieren. Bar Camp? (de.wikipedia.org/wiki/BarCamp) Eine sogenannte Nicht-Konferenz: Es wird zu einem Thema eingeladen. Keine Trennung in Referenten und Besucher. Jeder Teilnehmer muss auch aktiv etwas beitragen sei es als Redner, Mettbrötchenschmierer, Sponsorensucher oder durch Dokumentation des ganzen per Video, podcast, Blog. Ich hab so was einmal in Hamburg zum Thema Web2.0 mitgemacht und war begeistert. Innerhalb von 90 Minuten hatten wir mit ca. 150 Leuten ein Programm aus 50 Sessions zu den verschiedensten Themen zusammengestellt. Bauern-Verbraucher-BarCamp? Was meint ihr wär das was?
offline

Geschrieben von

Schlagwörter

barcamp, fleisch, verbraucher

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Kommentare

30.03.2008 08:45 Michaelstro
um was get es hir in dem thema???????????????????????????????

get es hir um die sicherung von biligessen (lebendsmitel)??????????

oder get es hir um die sicherung der qwalitativen hochwwertigen nahrungsmittel (lebendsmitel)??

also in den kleinen landwirtschaftlichen betriben wird jedes tier geplegt und gehegt weil es ja viel geld wert ist und wir auch noch etwas die zeit für haben!!

was so grosse betribe nicht können sich um jedes wehwechjen von ihren massen von tieren kümmern was mir als kleinbauer auch klar ist weil die bräuchten ja sonst massenhaft angestelte das sie sich um jedes tiewr direckt zum kümmern!!

der verbraucher mus jetzt mall entscheiden zwischen massentierhaltung und günstige fresszeug, die man dan wie maschinen halten muss. Das mann die so bilig produziren kann, und die werden hald dan wie maschinen gehalten und das mann die dan so bilig produziren kann.
weil einen andere haltung mit vielen menschen als arbeitet würde dan wieder zu teuer kommen da kommt es dan biliger wen mann im schnit 5 bis 10 prozent an tieren verenden als wen mann die aufwendig betreuen würde

ODER die andere möglichkeit der verbraucher entscheidet sich für die Qwalität. die aber dan auch teuerer in der producktjon ist und deswegen auch nicht für so spotpreise verkauft werden kann. und das pasirt meistens nur bei den kleineren betriben, bis zu den klein betriben aber die haben auch mehr arbeitzaufwand und mehr arbeitzaufwand kostet auch mehr geld aber durch den höheren arbeitzaufwand werden auch alle tiere geplegt und gehegt somit wird auch die verendungsrate auf ein minimum reduzirt

auf 0 reduziren get nicht weil es gibt bei schweinen auch tiere die herzinfackt von heute auf morgen bekommen abends hat die sau noch normall gefressen morgends liegt sie tot drinen das ist dan ein normaller sterbeprozes

aber in so biligfrassmitel produkjonstäten verbeissen sich die sauen ja gegenseitig und verenden elendig mus das sein nur damit der verbraucher fressen zum spotpreis bekommen??

Gruß Michael
30.03.2008 13:58 MatthiasM
Im Grunde hast Du schon recht. Nur die Entscheidung endet bei den meisten mit dem Blick auf den Lebensmittelpreis und dem "schwarzen Loch" im Geldbeutel. Kurz gesagt: Man sollte, man könnte, man müsste ... bla bla bla!

Wenn wir hier in Deutschland hochqualitativ produzieren (müssen laut Vorschriften!), dann muss dieser Qualitätsstandard auch für alle in Deutschland verkauften Lebensmittel gelten. --> Billigfraß adios!
30.03.2008 17:53 Kaix
Die Fleischproduzenten in D müssen deutlich machen wie sie die Massen mit Qualität versorgen wollen. Das geht wahrscheinlich nicht mit Kleinbeständen. Klein=gut und Gross=schlecht nene so einfach sehe ich es nicht!
Moderne meist große Anlagen verfügen i.d.R über bessere Haltungssysteme für die Tiere und die darin arbeitenden Menschen. Leiter großer Betriebe müssen über andere Managementfähigkeiten verfügen als der Kleinbetrieb. Ich höre beim Thema Tierhaltung und Auflagen unter den Landwirten immer noch viel Gejammer und viel zu wenige : "Ja wir machen das so weil wir dahinter stehen und wir haben nichts zu verbergen. Kommt her Leute und lasst es euch erklären." So in der Art müsste mehr kommen. Natürlich nicht nur von den Bauern direkt sondern auch von Verbänden und Kommunikationsprofis.

Kai
11.04.2008 17:29 Ursula
Kommunikationsprofis einzusetzen ist ein guter Ansatz, insbesondere in den Schulen, denn dort erreicht man alle Verbraucher von morgen. Für diesen Arbeitsbereich stehen leider kaum finanzielle Mittel zur Verfügung und die Verbände stehe mehr auf Lobbyarbeit. Denn Aufklärungsarbeit ist Basisarbeit und damit kann man sich nicht profilieren! Zudem ist es größtenteils an Bildungsarbeit geknüpft, die ja sowieso in unserer Gesellschaft keine Lobby hat, denn damit ist direkt kein Geld zu verdienen. Für den einzelnen Landwirt ist es schwierig diese Aufklärungsarbeit alleine zu leisten, aber im Team mit Verbänden und Schulen auf regionaler Ebene geht viel wenn jemand finanziert wird der die Aktivitäten koordiniert. Das zeigen die ökologisch wirtschaftenden Betriebe, die auch Direktvermarktung betreiben.
Ich denke hier ist dringend Handlungsbedarf.
Ulla
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