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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

K700 Kirovets Kasimir 700 Kirovets K-700 Kirovets
7560 mal angesehen
23.08.2008, 19.49 Uhr

Vom Raketenträger zum Ackerschlepper – Der K700

Auf einer Tour durch Mecklenburg Vorpommern hab ich durch Zufall einen der wenigen K700 im Einsatz erlebt. Im Folgenden stelle ich diese seltene Maschine ein wenig vor und berichte von den langjährigen Erlebnissen und Erfahrungen des Fahrers mit dieser Maschine.

Im Jahr 1982 gebaut und seit 1992 auf dem Betrieb in Meck-Pom im Einsatz, ist das umfunktionierte Armeefahrzeug noch immer super in Schuss. Bevor der PS- Bolide für einen Preis von 50000 DM mit der Fähre nach Deutschland kam, war er in Osteuropa als Raketenträger eingesetzt. Ausgestattet mit einem 12 Zylinder Motor (330PS) des Kampfpanzers T-72 ist er nun in friedlicher Mission mit einer 8 Meter Scheibenegge im Stoppelsturz tätig. Zur Arbeit in Deutschland bekam der Kasimir 700 aus Sicherheitsgründen einen Fangrahmen und fürs Wohlbefinden des Fahrers eine Klimaanlage und eine bessere Dämmung der Kabine. Ohne Dämmung und Klimaanlage würden in der Kabine Temperaturen von 60-70°C herrschen und der Lärmpegel läge weit über den gegenwärtigen 100 Dezibel. An das ehemalige Einsatzgebiet des K700 erinnern lediglich die Vorrichtung zum Vorheizen des Diesels sowie das vom Werk aus dazugegebene Zubehör, zwei Schraubschlüssel in den Größen 50 und 60, sowie eine 5 Liter Thermoskanne. Auch die weitere Ausstattung ist recht einfach und pragmatisch gehalten. Automatikgetriebe, mit Gruppenschaltung, Allrad oder Vorderachsantrieb für Straßenfahrten, Hydraulik mit über 20 Tonnen Hubkraft, zwei Kraftstofftanks mit jeweils 320 Liter Fassungsvermögen sowie ein Öltank mit über 200 Liter Fassungsvermögen.

„Robust und zuverlässig“, das sind die Worte des Fahrers zu seinem Schlepper. Er fährt den K700 nun in zweiter Generation. Schon sein Vater fuhr den K700 und seine Vorgängermodelle über 30 Jahre lang. Vater und Sohn kennen die Maschinen bis ins Detail und wissen woran es liegt, wenn die Maschine mal nicht richtig „klingt“.
Geschichten über die Vergangenheit der Kasimirs vom Schneeschieben im strengen Winter 1979 über so manches Rausziehen anderer festgefahrener Maschinen bis hin zum alltäglichen Ackern des K700 zeigen die Verlässigkeit der russischen Technik.

In den Neunziger Jahren wurde der K700 nicht nur zum Ackern sondern auch zum Silowalzen eingesetzt, mit Zwillingsbereifung, Planierschild und wasserbeschwerten Reifen war der K700 mit über 15 Tonnen Gewicht der perfekte Walzschlepper. Doch der große Öldurst des „Russen“ und das damit verbundene zunehmende Öl-Lecken ins Silo waren Grund dafür, dass er auf dem Betrieb nun fast ausschließlich zum Ackern eingesetzt wird. Der Kraftstoffverbrauch erscheint hierbei enorm, denn 450-500 Liter Diesel sind bei einem 14-Stunden Tag normal. Doch nach Angabe des Fahrers würden andere Schlepper vor der Scheibenegge einen ähnlichen Verbrauch aufweisen.

Das Fahrverhalten des K700 nennt der Fahrer „gewöhnungsbedürftig“. Zunächst einmal fährt man den Kasimir „englisch“, man sitzt also auf der rechten Seite. Für Straßenfahrten sei dies hervorragend, denn mit über 3 Metern Breite kann man so leichter möglichst weit an der rechten Straßenseite fahren. Lediglich der Überblick auf überholende Autos ist durch die britische Fahrweise eingeschränkt. Die Lenkung des Schwergewichts erfolgt hydraulisch über das Knickgelenk. Auch daran müsse man sich gewöhnen jedoch müssen die 15 Tonnen auch bewegt werden und das ist durch diese Technik perfekt gelöst. Ein Festfahren sei fast unmöglich, denn über den kraftvollen Allradantrieb zusammen mit der Knicklenkung könne man sich auch aus schlimmsten Lagen wieder befreien.

Wenn einmal Reparaturen anstehen, die nicht vom Betrieb selbst vorgenommen werden können, ist eine Fachwerkstatt, die sich auf die russische Technik spezialisiert nicht weit entfernt. Nach dieser Saison bekommt der K700 beispielsweise ein neues Knickgelenk, das nach 15 Jahren Dienstzeit ausgeschlagen ist. Ansonsten sei in Bezug auf Reparaturen alles möglich. Passende Filter wurden beispielsweise von MAN ins Sortiment aufgenommen und für die Hydraulik und Elektrik ist Bosch zuständig. Ersatzteile werden zwar knapp, aber auch Sonderanfertigungen werden vorgenommen.

Die Nachfrage nach den Kirovets sei enorm und der Betrieb bekäme ständig Anfragen und Angebote für die Kasimire. Auch die Erwartungen an das neuste Modell des Kasimirs von Kirovets sind hoch und man ist gespannt ob die Ära des russischen Schleppers fortgesetzt werden kann.

Falls auch Ihr noch Geschichten und interessante Information zu diesem russischen Urgestein wisst, schickt sie mir über eine landlive-mail und ich werde sie zusammenfassen. (jg)

Interview mit Dirk Radloff

Text: Jörn Gläser
Bilder: Jörn Gläser

weitere Bilder vom Schlepper finden Sie auf [www.landtechnikvideos.de]
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

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Kommentare

24.08.2008 20:42 SHagen
Moin ich war jetzt für gute 4 Wochen in Kadan (CZ) und dort waren noch recht viele k700A und T150 im einsatz!
11.09.2008 13:55 Forddriver
Diese Maschine ist doch viel zu schwer für die Brereifung die er aufgezogen hat, 15 tonnen und solch kleinen Räder, der arme Boden!
Sonst sicher eine wunderbare Maschine mit sehr gutem Preis und Leistungsverhältnis und enormer Kraft.
12.09.2008 18:59 hoene
na ja nich schlecht
30.07.2009 18:50 Eckard94
20Tonne Hubkraft
01.05.2012 20:00 tyr
Der K700 war auch ursprünglich als großer Ackerschlepper, bzw Zugmaschiene konzipert.
Es gibt auf den Panzermotor auch keinen echten Hinweiß.
Freilich gab es eine Sattelzugversion, die vielleicht auch von irgendeiner einer drittklassigen Ostblockarmee zum tragen von Raketen eingesetzt wurde, bei der Roten Armee jedenfalls nicht, bei der NVA auch nicht.
Es gab, z.B. auch eine Kranversion...
27.05.2013 05:59 fujitsu
Da hat der Fahrer euch aber ganz schön n bären aufgebunden! Der k700 ist erstmal n K701,die Scheibenegge ist 6m breit,keine 8m,der schlepper ist Baujahr 1992 und nicht 82 und der hat auch nie ne rakete gesehen sondern war von neu an für die Landwirtschaft bei uns im Einsatz. Der schlepper hat auch noch nie wasser in den rädern gehabt. Das getriebe ist kein Automatikgetriebe,sondern ein vierstufiges lastschaltgtriebe mit gruppenschaltung.Die Elektrik ist auch nicht von Bosch,es gibt lediglich eine bosch Elektrik zum nachrüsten für n k700,die aber in dem auf dem Foto nicht verbaut ist!
27.05.2013 05:59 fujitsu
Forddriver schrieb:
Diese Maschine ist doch viel zu schwer für die Brereifung die er aufgezogen hat, 15 tonnen und solch kleinen Räder, der arme Boden!
Sonst sicher eine wunderbare Maschine mit sehr gutem Preis und Leistungsverhältnis und enormer Kraft.

27.05.2013 06:01 fujitsu
Forddriver schrieb:
Diese Maschine ist doch viel zu schwer für die Brereifung die er aufgezogen hat, 15 tonnen und solch kleinen Räder, der arme Boden!
Sonst sicher eine wunderbare Maschine mit sehr gutem Preis und Leistungsverhältnis und enormer Kraft.

Der schlepper wiegt keine 15 tonnen sondern 13 tonnen,und die Bereifung ist nicht schmaler als von den heutigen schleppern!
27.05.2013 06:03 fujitsu
tyr schrieb:
Der K700 war auch ursprünglich als großer Ackerschlepper, bzw Zugmaschiene konzipert.
Es gibt auf den Panzermotor auch keinen echten Hinweiß.
Freilich gab es eine Sattelzugversion, die vielleicht auch von irgendeiner einer drittklassigen Ostblockarmee zum tragen von Raketen eingesetzt wurde, bei der Roten Armee jedenfalls nicht, bei der NVA auch nicht.
Es gab, z.B. auch eine Kranversion...

Den panzermotor hat nur der K701,aber auch nur den rumpfmotor ohne torbolader,im panzer ist der Motor mit Turbolader verbaut und hat deutlich mehr Leistung als im k701!
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