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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Claas Lexion Maismühle Mühle
1708 mal angesehen
14.11.2008, 16.36 Uhr

Maisschrot

Schon aus der Ferne hörte man ein laut hallendes Geräusch, das nicht von einem Mähdrescher stammen konnte, den ich schon sehen konnte. Als ich näher kam, sah ich, wer oder was für den Lärm verantwortlich war: die Schrotmühle. Sich in der Nähe der 400 PS Maschine aufzuhalten, war nun wirklich keine Freude. Darum war der Fahrer, der die Mühle überwacht, auch nicht zu beneiden. Er selbst schätzt die Lautstärke auf einen Wert zwischen 100 und 150 dB. Im Gespräch erfuhr ich, dass die gesamte Maschine vom Seniorchef des Lohnunternehmers Görries eigens konstruiert wurde.

Als Fahrgestell erkennt man noch einen Tieflader und für den Antrieb ist ein V12-Deutz-Motor zuständig. Der Korntank der Mühle fasst etwa 8-10 Tonnen und es kann zwischen feiner und grober Schrotung gewählt werden. Somit variiert auch der Kraftstoffverbrauch der Maschine zwischen geschätzten 50 und 80 Litern Diesel in der Stunde. Entsprechend ist logischerweise auch der Dieseltank mit etwas über 900 Litern Diesel groß dimensioniert. Gezogen wird das Gespann von einem Fendt Favorit Vario 920 und zum Dreschen läuft ein Claas Lexion 550 mit einem Conspeed 6-75 FC mit Baujahr 2000. Das Mähwerk lief vorher bereits am Lexion 460 und hat in der ganzen Zeit im Betrieb gute Arbeit geleistet.

Die Maschine und das Verfahren des Maisschrotens sind schon seit mehr als 15 Jahren in der Region bekannt. Der Landwirt, dessen Mais gedroschen und geschrotet wurde, erwähnte, dass er schon als Junge mit 15 Jahren den Vorgänger dieser Mühle im Ort bei der Arbeit bestaunt hat. Damals war die Mühle für einen Schweinebetrieb des Ortes im Einsatz, bei dem das Maisschrot als Kraftfutter für die Tiere verwendet wurde. Bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von 8-9 km/h leistet der Drescher so etwa 2,5 – 3,5 Hektar in der Stunde.

Heute ist der Landwirt selbst Betriebsleiter eines Milchviehbetriebs mit 80 Kühen und lässt nun im zweiten Jahr knapp 5 Hektar seines Maises schroten. Ein paar Wochen zuvor wurden die restlichen 20 Hektar Mais einsiliert. Von der zuschrotenden Fläche erwartet der Landwirt etwa 10-12 Tonnen je Hektar und verwendet dies dann als Kraftfutterzusatz für seine Rinder.

Wie jeder Landwirt hat auch er ein paar kleine Tricks auf Lager. Da das Maisschrot einsiliert wird, muss ein Konservierungsmittel zugesetzt werden. Die übliche Propionsäure sei angeblich nicht gut für die Mühle, also greift er auf den Stoff Calium Sorbat zurück. Dieses wird eigentlich unter anderem in der Marmeladenkonservierung verwendet, aber auch bei der Maisschrotkonservierung leistet das Mittel gute Arbeit. Vor dem Schroten wird etwa ein Kilogramm pro Tonne Mais hinzugegeben. Nach 6 Wochen Silierzeit ist das Maisschrot dann „reif“ und jede Kuh bekommt etwa 3 Kilogramm des energiereichen Futters am Tag zugefüttert.

In der Region geht der Trend wohl dahin, dass wieder mehr Lohnunternehmer das Verfahren des Maisschrotens in ihre Dienstleistungspalette aufnehmen werden.

Interview u. a. mit Fahrer Björn Vollbehr

Text Jörn Gläser
Bilder Jörn Gläser

Weitere Informationen zum Lohnunternehmen: [goerries.eu]

Mehr Bilder demnächst auf [www.landtechnikvideos.de]
offline

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

ccm, claas lexion, deutz, körnermais., landtechnikvideos, lohnunternehmer, mais, maisschrot, milchvieh, tammo gläser

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Kommentare

17.11.2008 02:42 Hans_A_Plast
Sehr interessant.
17.11.2008 17:04 Agrarsani
Danke!
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