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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Ropa EuroTiger Fahrer des Rübenroders EuroTiger im Einsatz rund im Uhr
2797 mal angesehen
17.11.2008, 22.47 Uhr

Der schlagkräftigste Rübenroder Deutschlands – Ropa euro-Tiger V8 3

Als eines der letzten Highlights dieses Jahres haben wir uns mit unseren Kameras auf die Suche nach dem Ropa euro-Tiger V8 3 mit 9-Reiher Rodeaggregat gemacht. Die einzige Maschine in ganz Deutschland läuft in der dritten Saison in einem thüringischen Lohnbetrieb und erntet jährlich ca. 1000 Hektar Rüben in einem Einsatzgebiet, das sich von Quedlinburg bis Halle und in Gebiete Thüringens erstreckt.

Der Ropa euro-Tiger V8 3 ist nun seit ein paar Jahren auf dem Markt und in Deutschland, Europa und der ganzen Welt im Einsatz. Im Lohnbetrieb Büttner läuft die Maschine rund um die Uhr – zwei Fahrer steuern die Maschine jeweils 12 Stunden. Bei dieser Auslastung kommt die Maschine bei einer Rodegeschwindigkeit von ca. 7,5 km/h auf 40 bis 45 Hektar in einer 24-Stunden Schicht – Werte bei denen ich sofort überlegt habe, wieso lediglich eine Maschine in Deutschland im Einsatz ist.

Südlich von Magdeburg, auf einem 50 Hektar Schlag, trafen wir den Roder im Einsatz an. Zunächst fuhr ein Fendt Vario 930 mit Muldenkipper als Zwischenwagen, um die Standzeiten der Maschine möglichst gering zu halten. Dennoch musste der Roder auch zum Abbunkern an die Miete kommen. Dieses sollte sich aber im Laufe des Nachmittags auch noch ändern.

Bei der Mitfahrt auf dem 600 PS Kraftpaket gab mir Mike Wigand, der seit 15 Jahren Roderfahrer ist, detailliert Auskunft über den Roder und seine Eindrücke von und mit der Maschine. Trocken nannte er mir die Argumente, die auch ihn als Fahrer, von der Maschine überzeugt haben:

Da er mit dem Roder im Vergleich zum 6-reihigen Roden 50 Prozent mehr Durchsatz schafft, sinken gleichzeitig die Überfahrten um 1/3. Durch die höhere Schlagkraft sinkt auch der Dieselverbrauch auf etwa 20-25 Liter pro Hektar. Auch die Kunden des Lohnunternehmens sind zum Großteil überzeugt und freuen sich über den niedrigeren Rodepreis, der ihnen angeboten werden kann.

Jedoch birgt das 9-reihige Roden auch Tücken. Viele Landwirte nehmen die Bestellung der Rübenflächen noch selbst vor und legen die Rüben mit 12-reihigen Drillmaschinen, wie sie es seit Jahren machen. Um jedoch immer die volle Arbeitsbreite des 9-Reiher Rodeaggregates ausnutzen zu können, ist das Legen mit einer 18-reihigen Drille notwendig. Dieses Verfahren wird vom Lohnunternehmen angeboten, aber nicht von jedem Kunden wahrgenommen.

Aspekte, die mich bei der Mitfahrt begeistert haben, waren zum einen die Wendigkeit der Maschine und zum anderen die Bedienung des Kolosses. Dass Kehrtwendungen auf dem Vorgewende in die anliegende nächste Spur ohne weiteres möglich sind, zeigte mir Wigand mühelos. Die gesamte Maschine lässt sich über den Multifunktionsgriff steuern und das Abbunkern der über 40 m³ Rüben ist in etwa einer Minute erledigt. Wigand lobte auch die Geräumigkeit der Kabine und die gute Sicht aus der Maschine. Neu ist auch die Beförderung des Rodeaggregates im Transportwagen. In etwa 15 Minuten ist der Transportwagen abgekuppelt, das Aggregat angebaut und der Roder einsatzbereit. Lediglich das Anbringen der Druckschläuche sei für kleinere Fahrer etwas umständlich, aber letztendlich auch machbar.

Über die Elektronik mit Ventilen, Relais, Positionsmeldern und Sensoren im EuroTiger wurde bereits viel berichtet. Aufgreifen möchte ich hier nur zwei Einrichtungen. Zum einen die Füllstandsmessung im Bunker, die über Ultraschallsensoren ermittelt wird. Dadurch wird die Bunkerschnecke gesteuert und der Roder maximal befüllt. Zum anderen eine Automatik, die die Fördermengen auf den Siebsternen kontrolliert und regelt. Eindrucksvoll lässt sich dieser „Ernstfall“ auch bei schneller Geschwindigkeit und dementsprechend größerer Erntegutmenge auf einer Überwachungskamera verfolgen.

Auf die Frage hin, ob die Maschine durch irgendwelche Defekte oder Reparaturen zum Stillstand kam, schüttelte Wigand mit dem Kopf. Hier und da traten Verschleißerscheinungen auf, so Wigand, aber den Rodeprozess brachten sie nie zum Erliegen. Lediglich das Wechseln der Schare, das alle 800 Hektar anliegt, verschafft der Maschine eine Ruhepause. Aber auch diesen Stillstand versucht das Lohnunternehmen durch hochwertige und speziell gehärtete Schare zu minimieren. Das Tanken verschafft dem Fahrerteam ebenfalls wenige Verschnaufpausen – alle 30 Stunden braucht der Tiger neuen Kraftstoff.

Als die Dunkelheit einsetzte, erschien auch die Maschine, die zu unseren perfekten Filmaufnahmen noch gefehlt hat – der Holmer Terra Variant mit Rübenbunkeraufbau – aber über diesen Einsatz berichte ich an anderer Stelle.

Text: Jörn Gläser
Bilder: Jörn Gläser

Weitere Bilder demnächst auf: [www.landtechnikvideos.de]
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Kommentare

18.11.2008 17:18 Wolle_87
Es wundert mich, das davon erst einer in Deutschland läuft.
18.11.2008 19:39 domi120
Wolle_87 schrieb:

Es wundert mich, das davon erst einer in Deutschland läuft.



Wie gesagt, wegen der Sähmaschiene, glaube ich. Ansonsten kann ich mir das nicht vorstellen
19.11.2008 19:59 fendt311
die maschinen ist im manchen regionen einfach zu groß
20.11.2008 09:32 agrotron118
"Da er mit dem Roder im Vergleich zum 6-reihigen Roden 50 Prozent mehr Durchsatz schafft, sinken gleichzeitig die Überfahrten auch auf die Hälfte. Durch die höhere Schlagkraft sinkt auch der Dieselverbrauch auf etwa 20-25 Liter pro Hektar. Auch die Kunden des Lohnunternehmens sind zum Großteil überzeugt und freuen sich über den niedrigeren Rodepreis, der ihnen angeboten werden kann. "

Also die Überfahrten kann er zwischen einem 6 und 9 reihigen Roder nicht auf die Hälfte verringern, da müsste er mit 12 Reihen roden. Ich würde rein mathematisch sagen er hat 1/3 weniger überfahrten.

Es kann schon sein, dass er durch 9 Reihen die doppelte Fläche schafft, weil einfach das "ausroden" am Vorgewende schneller geht und er um 1/3 weniger Wendezeiten hat.

Aber trotzdem ein sehr interessanter Blog
20.11.2008 20:56 Agrarsani
agrotron118 schrieb:

Also die Überfahrten kann er zwischen einem 6 und 9 reihigen Roder nicht auf die Hälfte verringern, da müsste er mit 12 Reihen roden. Ich würde rein mathematisch sagen er hat 1/3 weniger überfahrten.

Es kann schon sein, dass er durch 9 Reihen die doppelte Fläche schafft, weil einfach das "ausroden" am Vorgewende schneller geht und er um 1/3 weniger Wendezeiten hat.

Aber trotzdem ein sehr interessanter Blog


Danke für deinen Beitrag. Selbstverständlich hast du recht! Bei 90 Reihen braucht der kleine Vorsatz 15 Überfahrten und der große 10. Also 1/3 weniger. War ein Denkfehler! Habe ich gerade berichtigt.

Gruß Agrarsani

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