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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Möhrenanbau Möhrenanbau Amazone Pflanzenschutz,
1389 mal angesehen
30.04.2009, 22.46 Uhr

Möhrenanbau im großen Stil

Mittwoch, 22. April 2009: Es begann wie ein ganz normaler Spätnachmittag an einem sonnigen Apriltag am Niederrhein: Auf den Feldern wimmelt es - Traktoren mit Grubbern, Saatbettkombinationen und Pflanzmaschinen, Düngerstreuer, Feldspritzen. Selbst für einen passionierten Landtechnikfan auf dem Weg von der Arbeit nach Hause zu viel, um alles mit dem Pkw anzufahren und zu fotografieren. Doch dann taucht zwischen den Büschen am Straßenrand ganz kurz das flimmernde Bild eines weit entfernten Feldes mit mindestens drei Traktoren zusammen auf. Wunsch oder Wirklichkeit? Ich suche mir einen Weg abseits der Landstraße in Richtung der "Fata Morgana" und dann eröffnet sich mir von einer leichten Anhöhe aus ein erhabener Anblick: Fünf John Deere Traktoren fahren versetzt hinter- und nebeneinander - drei sind mit Kombinationen von Dammfräsen und Einzelkornsämaschinen ausgestattet, die beiden anderen mit Lemken Kreiseleggenkombinationen. Als wenn das nicht genug wäre, ist am gegenüberliegende Ende des ca. 20 Hektar großen Schlages eine selbstfahrende Amazone Feldspritze abgestellt.

Am Niederrhein gibt es nur einen Betrieb, der Maschinen dieser Art zusammen auf ein Feld bringen kann: die Hans Brocker KG aus Willich bei Mönchengladbach. Die von einem Landwirt seit 1962 aufgebaute Produktions- und Vertriebsfirma bewirtschaft zusammen mit 50 vertraglich abgesicherten Landwirten jedes Jahr eine Fläche von rund 1.000 Hektar Möhren. Heute steht auf zwei nahe beieinander gelegenen Feldern im Kreis Neuss die Saat von mittelspäten, lagerfähigen Möhren auf dem Programm. Dabei kommen zwei Teams mit insgesamt acht John Deere Traktoren, vier Stanhay Drillkombination und vier Lemken Kreiseleggenkombinationen zum Einsatz zum Einsatz. Die selbstfahrende Feldspritze fährt zwischen beiden Feldern regelmäßig hin und her und besprüht die frisch angelegten, noch feuchten Möhrendämme mit Herbiziden.

Das Team vor Ort ist bereits seit dem frühen Vormittag im Einsatz, hat aber "erst" die Hälfte des 20-Hektar-Feldes eingesät, erklärt mir einer der Fahrer in einer kurzen Pause. Denn besonders die Traktoren mit den Dammfräsen und aufgebauten Einzelkorndrillen müssen mit maximal 5 km pro Stunde sehr langsam fahren. Bei der Möhrensaat kommt es auf absolute Präzision an. Bodenstruktur, Krümelung, Festigkeit der Dämme, Saattiefe und Saatabstand müssen exakt und perfekt aufeinander abgestimmt werden. "Warum werden Möhren überhaupt auf Dämmen gesät?", will ich von dem gesprächsbereiten Fahrer wissen. "Der Damm ist bis zum Reihenschluss stärkerer Wind- und Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Dadurch trocknet der Damm schneller ab. Tags erfolgt schnellere Erwärmung. Zugleich kann die Möhre in dem lockeren Boden des Damms schön gerade und gleichmäßig nach unten wachsen. Das ist bei unseren fruchtbaren, aber sehr schweren Lössböden sehr wichtig", erklärt man mir der Sämaschinen-Fahrer.

Der Anbau der rund 80.000 Tonnen Möhren, die Brocker jedes Jahr produziert, erfolgt nach den Richtlinien für den kontrolliert-integrierten Gemüseanbau; das heißt, dass so wenig wie möglich, so viel wie nötig an Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt wird. "Für uns ist die Frische und Qualität der Waren das Wichtigste. Gerade Möhren werden ja vielfach im Säuglingsalter als Anfangsnahrung eingesetzt – da muss eine saubere und schonende Produktion gewährleistet sein“, erklärt Geschäftsführer Hans Brocker. Der staatlich geprüfte Landwirt stattet seinen Anbauflächen ständig Besuche ab und macht sich - besonders beim Möhrensäen - auch gerne selbst die Hände schmutzig. Denn trotz moderner Landtechnik geht die Kontrolle des Saatbetts und der richtiger Ablage des Saatgutes immer noch am besten mit zwei Händen, die als Stichprobe hier und da immer wieder tief in die Dämme hineingraben.

Als gegen 21.00 Uhr langsam die Sonne untergeht, ist das Feld immer noch nicht fertig bestellt. Trotzdem beendet das Team die Arbeit für heute, denn "Möhrensäen im Dunkeln hat keinen Zweck" wie mir ein anderer Fahrer in Hinblick auf die erforderliche Präzision bei der Arbeit erklärt. Und so geht für die Fahrer des Teams nach mehr als zwölf Stunden Konzentrationsarbeit langsam der Tag zu ende. Doch eins ist gewiss: auch am nächsten Tag werden am Niederrhein wieder Möhren gesät.

Zum Beitrag gibt es auch ein passendes Fotoalbum mit imposanten Bildern.

Mehr zum Thema Pflanzenschutz in diesem Blogbeitrag: [www.landlive.de]

Alles zur Möhrenernte in der Region Hannover findet ihr unter diesem Link: [www.landlive.de]

Vielen Dank an alle Mitarbeiter und Fahrer der Firma Hans Brocker KG!

Text: Sascha Jussen (Mitglied auf landlive: [www.landlive.de] ) in Zusammenarbeit mit Jörn Gläser

Bilder: Sascha Jussen
offline

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

amazone, bodenbearbeitung, gläser, hans brocker kg, john deere, jörn gläser, jussen, landtechnik, landtechnikvideos.de, möhren, niederrhein, tammo gläser

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