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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Ploeger MKC 2TR Spinaternter Ploeger MKC 2TR Spinaternter Ploeger MKC 2TR Spinaternter
2474 mal angesehen
05.05.2009, 23.42 Uhr

Container-Gigant auf Raupenfahrwerk: Spinaternte mit dem Ploeger MKC 2TR

Text: Sascha Jussen

Samstag, 25. April 2009: "Mähdrescher im April?" mag sich der unbedarfte Beobachter verwundert fragen, der im Vorbeifahren eine riesige grün-gelbe Maschine mit drehender Haspel auf einem brettflachen Feld fahren sieht. Wer anhält, und die am Feldrand aufgestellten, zum Teil mehr als randhoch mit großen Blättern gefüllten Container bemerkt, könnte sich mit etwas Phantasie eine besondere Art von Futterernte vorstellen. Dem Landmaschinen-Fan aber schlägt bei diesem seltenen Anblick das Herz höher: Denn der "Mähdrescher" ist in Wirklichkeit eine Spinaterntemaschine MKC 2TR der Firma Ploeger; mit einer Länge von 13 Metern und einer Höhe von maximal 6 Metern im Arbeitszustand eine der größten Maschinen, die man auf deutschen Äckern bewundern kann (zum Vergleich Claas Lexion 600: Länge ca. 12 Meter, Höhe ca. 4 Meter).

Jetzt im April hat am südlichen Niederrhein neben der Grünfutterernte die erste größere Erntekampagne des Jahres begonnen: die Ernte von Winter-Blattspinat. Rund ein Dutzend Landwirte in der Region um Mönchengladbach hat feste Verträge mit großen Verarbeitungsbetrieben in den Niederlanden und Belgien abgeschlossen. Dass das Blattgemüse trotz der in dieser Kooperation zu überwindenden Strecken und Verarbeitungsstufen wie frisch auf europäische Teller gelangt, stellt eine grenzübergreifende logistische Meisterleistung dar:
Zur Vorbereitung der Ernte hat das niederländische Speditionsunternehmen Hulshof aus Roosendaal im Laufe des Tages insgesamt sechs 12-Tonnen-Container mit Hakenlift-Lastwagen angeliefert. Per Tieflader hat das ebenfalls niederländische Lohnunternehmer Verkooyen aus der Region Zeeland den Ploeger Spinaternter angeliefert.

Nachdem am späten Nachmittag des Tages die erste Lkw-Ladung auf die zwei Stunden lange Fahrt von dem Feld bei Mönchengladbach zur Verarbeitungsfabrik bei Antwerpen geschickt wurde, klingelt bei Landwirt Host Mevesen (Name von der Redaktion geändert) am Abend noch einmal das Telefon: Die Einsatzzentrale von Ardo, mit einem Umschlag von mehr als einer halben Millionen Tonnen netto pro Jahr einer der weltweit größten Hersteller von Tiefkühllebensmitteln, meldet freie Kapazität für die Frostung von 12 Tonnen Spinat in der ersten Nachtschicht. Sofort macht sich der Landwirt mit seinem Pkw auf dem Weg zu seinem Feld, wo der Spinaternter bereitsteht. Beim Einstieg in die Claas-Vista-Kabine mit Joystick-Controll und elektronischem Bord-Informationssystem eröffnet sich dem Fahrer sein Arbeitsplatz für die nächste Stunde. Mit einem tiefen Brummen setzt der Deutz-Typ 1015 Motor die hydrostatisch angetriebene Maschine in Gang. Während die auf einem Terra Trac Raupenfahrwerk rollende Erntemaschine in der Abenddämmerung eine drei Meter breite Schneise in das 20 Hektar große Feld schneidet, trifft ein weiterer Lastwagen ein und setzt per Hakenlift zwei leere Container am Feldrand ab.

Als der 223 kW starke Spinaternter wieder den Rand des Feldes erreicht, scheint der Ladebehälter der Maschine übervoll zu sein. Ganze Haufen von Spinatblättern fallen herab. Doch dann senkt sich ein Metallkäfig auf den Ladebehälter herab und presst den Inhalt gleichmäßig zusammen. Dann fährt der Metallkäfig wieder hoch und langsam wird ein voller Spinatcontainer aus der Maschine geschoben. Gekonnt wendet der Fahrer die als Knicklenker konzipierte 15-Tonnen-Maschine, setzt zurück und steuert - mit Hilfe von Bildschirmen in der Kabine - einen leeren Container an. Mit einem Hakenlift zieht der Ernter den nächsten Ladebehälter in sich hinein.

Rund 20 Minuten später wiederholt sich der gesamte Prozess und ein LKW nimmt die beiden vollen Container auf. Der Fahrer der Ploeger-Maschine lässt sich per Mobil-Telefon von der Ardo-Zentrale bestätigen: Für heute ist Schluss. Erst am folgenden Abend wird die Fabrik wieder Kapazität für das Feld bei Mönchengladbach frei haben. Doch nun steht der Lkw-Fahrer unter Zeitdruck: Innerhalb von drei Stunden nach dem ersten Schnitt muss der Spinat vor Ort sein, innerhalb zwei weiterer Stunde muss der Verabeitungsprozess (Waschen, Kochen/Blanchieren, Abkühlen, Tieffrieren) abgeschlossen sein. Nur durch diese enge Zeitvorgabe von maximal fünf Stunden von Ernte bis Einfrieren lassen sich die Qualitätsmaßstäbe, die Verbraucher und Testinstitute, aber auch Ardo selbst, an Tiefkühlprodukte stellen, einhalten. Die einzigartigen Spinaterntemaschinen von Ploeger leisten dabei einen wichtigen Anteil.

Vielen Dank an alle Beteiligten der Spinaternte bei Mönchengladbach!

Text: Sascha Jussen (Mitglied auf landlive: www.landlive.de) in Zusammenarbeit mit Jörn Gläser

Weitere interessante Beiträge findet Ihr auch im Landwirtschafts-Blog.

Bilder: Sascha Jussen

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, container, deutz, ernte, gläser, hydrostatisch, jussen, landtechnik, laufwerk, mkc 2tr, ploeger, plöger, raupe, selbstfahrer, spinat, vollernter

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Kommentare

06.05.2009 22:02 FarmerST
Interessanter Bericht!

bei Gelegenheit werde ich mal Fotos von der Spinaterntre bei IGLO in Reken machen und hier einstellen.
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