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Gruppe 60 Jahre dlz

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live aus der dlz - der Redakti...

Was passiert so alles im Jubiläumsjahr? (4 Einträge)

Aus dem Tagebuch eines Jungbauern
384 mal angesehen
04.06.2009, 11.50 Uhr

Das schreibt die dlz 1949 über das Jahr 2010...

Ich habe ja schon angekündigt, mal in unserem Archiv zu wühlen. Dabei hab ich ne ganze Menge spannender Themen gefunden. Hier jetzt mal ein kurzer Beitrag, den ich in der dlz 3/1949 (!!!) gefunden habe, als die Zeitschrift noch "der Traktor" hieß. So dachte man vor 60 Jahren über die Zeit heute:


Aus dem Tagebuch eines Jungbauern
- Kleine Utopie der Agrartechnik im Jahr 2010 -

20. Mai 2010: Ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Weltagrarwirtschaft. Heute vor 32 Jahren, also am 20.5.1978 wurde das große Weltwirtschaftsabkommen unterzeichnet. Es ist unglaublich, welchen riesenhaften Aufschwung die Agrarwirtschaft seit Bestehen der Vereinbarungen genommen hat. Wenn man in alten Büchern blättert, wird einem klar, daß hauptsächlich der Einsatz der durch die nun schon seit Jahrzehnten nicht mehr nötige Rüstung freigewordenen Arbeitsenergien der Weltwirtschaft grundlegend nach vorwärts half. Es muß ein komisches Gefühl sein, Trocken- und Dürrezeiten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein. Mir scheint es selbstverständlich, daß die internationale Wetterkontrolle einseitige Witterungsverhältnisse ändern kann.

25. Mai 2010: In den hinter dem Ural liegenden Gebieten, die sich zu der gemeinschaftlichen Wetterkontrolle nicht entschließen konnten, gehen seit vierzehn Tagen ununterbrochen Wolkenbrüche nieder. Diese Verminderung der russischen Ernterträge ist für uns nur günstig. Rußland, mit seiner Kornkammer Ukraine, mit seinen alles erdrückenden Großraumwirtschaften und den billigen Arbeitskräften, hat sich zu einem Erzeungungsgiganten entwickelt. Die "Vereinigten Staaten von Europa" sind nur mehr Pufferstaat der Weltwirtschaft, da von der anderen Seite Uebersee die Preistendenz drückt. Amerika und Argentinien haben aus ihren Betrieben förmliche Farmfabriken gemacht.

2. Juni 2010: Gestern war ich mit dem Ueberschall-Atomkreuzer auf der Agrarmesse in Detroit. Großvater meint, wenn sich auch alles geändert hätte, schöne Reden zu halten und den Leuten das Geld aus der Nase zu ziehen, verstehe man noch immer. Am meisten hat mir die Behandlung des Weizens mit radioaktiven Strahlen imponiert. Man soll damit bis zu acht Ernten im Jahr erreichen können. Nur über die Herkunft des dazu notwendigen Wassers wurde nichts gesagt.

5. Juni 2010: Heute hat der plastische Fernsehkundendienst der Atomin-Traktorenfabrik sein neues Modell gebracht. Das "Robot-Gespann" besteht aus zwei Traktoren, deren Befehlsgerät in der Frühe am Hof eingestellt wird. Das Gespann erledigt dann alle befohlenen Arbeiten von selbst. Man hofft, dass man die jetzige Einstellzeit von zwei Stunden in Kürze auf vier Stunden verlängern kann. Der im Schlepper eingebaute 10-Scharpflug stellt seine Tiefe durch Radar-Taster selbständig ein.

18. Juni 2010: Der Berater, der heute auf den Hof kam, hat uns ein neues, von der Fabrik im Gemeinschaftseinsatz kostenlos zur Verfügung gestelltes Atomenergie-Aufladegerät gezeigt. Mit ihm soll man den kleinen Atomtank im Motor nur alle vier Monate einmal eine halbe Stunde aufzuladen brauchen. Durch Zusätze sollen Leistungs-Steigerungen bis zu 100 % erzielt werden können. Ich will morgen in die Fabrik fliegen und mir die Sache ansehen...


Na, jetzt bin ich mal gespannt auf Eure Kommentare - Feuer frei!!
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Kommentare

04.06.2009 13:58 Maddl
wenn die ernten so wären wärs ganz schön
04.06.2009 16:18 volokueken
Ich weiß nicht, acht Ernten im Jahr... uff aber das mit der Kornkammer Ukraine, Trockenheit, der EU-Gründung und vor allem Roboter (siehe Lenksysteme und so...) ist schon alles gar nicht so weit weg von der Realität. Wie es wohl in 60 Jahren ausschauen wird?
04.06.2009 17:02 gammi70
Das damals schon eine Gründung von den "Vereinigten Staaten von Europa" die Rede ist, ist ja ganz toll.

Gen-Mais wurde nicht prognostiziert, dafür aber radioaktiv bestrahltes Getreide......
05.06.2009 00:30 chainsaw
also, so wie der sich dass vorstellt..,

da wäre ja die halbe Welt eine Atom-Müllhalde...,

und ja, Churchill hat sich schon zu Zeiten des 2. Weltkriegs Gedanken über sowas wie die "Vereinigten Staaten von Europa" gemacht, als Vorbild diente die "USA"
06.06.2009 10:43 axion
10 schar Pflug...na da sind wir aber schon weiter...
Man kann allerdings froh sein, dass der Atomantrieb nur spinnerei geblieben ist. Wenn man sieht was für Idioten teilweise hinter dem Steuer von Autos und auch Schleppern sitzen und das viele nicht mal mit nem Verbrennungsmotor umgehen können, wie sähe das bei Kernreaktoren aus
08.06.2009 13:21 pflugfurche1
gammi70 schrieb:
Das damals schon eine Gründung von den "Vereinigten Staaten von Europa" die Rede ist, ist ja ganz toll.

Gen-Mais wurde nicht prognostiziert, dafür aber radioaktiv bestrahltes Getreide......


Gammi, es werden in der normalen Saatgutzüchtung teilweise verfahren eingesetzt, die sind ein gaaaaaanz anderes Level als genmais....
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