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Gruppe 60 Jahre dlz

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All- und Nichtalltägliches

was so alles bei der dlz passiert (11 Einträge)

217 mal angesehen
01.07.2009, 15.21 Uhr

Angie auf dem Bauerntag

Heute melde ich mich mal vom Deutschen Bauerntag in Stuttgart. Während sich der Großteil der Gäste zurzeit Guido Westerwelle, Parteivorsitzender der FDP, anhört, will ich einmal für mcih und für Sie zusammenfassen, was mir von der vorhergehenden Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Erinnerung geblieben ist.

Bleiben wir doch gleich mal bei Westerwelle. Denn schon eine kleine Anekdote zu Beginn ihrer Rede zeit, wie die Kanzlerin bei diesem Termin drauf war: aufgeräumt, gut gelaunt, zurecht gemacht - grade so wie für einen Besuch bei guten Bekannten. Wie sie sich präsentiert hat, die Haare frisch gemacht, wie immer im Hosenanzug - dezent, aber von der gediegenen, zurückhaltend noblen Art, nicht aufdringlich, sondern einnehmend. Also gerade richtig um auszudrücken, Ihr, liebe Bäuerinnen und Bauern, seid es mir wert, mich für Euch schick zu machen. Hat sicher was damit zu tun, dass ihre Rede natürlich schon Teil des Wahlkampfes sein sollte. Aber das ist ihr unbenommen. Westerwelle und der danach am Pult stehende Müntefering von der SPD werden es sicher nicht anders halten.

Zurück zu Westerwelle, wie ihm Frau Merkel in ihrer Rede Aufmerskamkeit zugedacht hat. Der war, als sie zu sprechen angefangen hatte und gerade die notwendigen Grußformeln an die Honoratioren richtete, noch nicht im Saal. Ich meine, es war bewusst platziert, dass sie dann formulierte, sie habe Herrn Müntefering schon begrüßt, aber "Herr Westerwelle wird gerade abgeholt". Unbeeinflusst von dem Schmunzeln, das durch die Reihen ging, führte sie ihre Rede fort; und erst einige Augenblicke später gab sie zu erkennen, dass sie erst jetzt dessen Ursache verstehe. Die Reaktion auf ihren vermeintlichen Lapsus kommentierte sie nonchalant damit, dass sie ja nicht wisse, wie es bei den Anwesenden zu verstehen sein, wenn sich der Vizepräsident verabschiede, er müsse nun Westerwelle abholen. Aber dann kürzet sie auch konsequent ab, denn nu sei es genug an Werbung für die FDP.

Jetzt noch ein paar Worte zu dem Inhalt der Rede. Ein Kernstück war, in Gänze darzustellen, was die Bundesregierung alles unternommen habe, um die Bauern zu unterstützen, sei es beim Agrardiesel oder bei der Erbschaftssteuer. Gut, das gehört zum Wahlkampf. Dass sie den Bauern Mut zugesprochen hat und viel anerkennende Worte für Ihre Arbeit, Ihre Leistungen und ihre Bedeutung für Gesellschat und Staat, ist auch ein bisschen Wahlkampf- aber seien wir ehrlich, und so habe ich die Reaktion der zuhörenden Bäuerinnen und Bauern aufgefasst: es tut auch mal gut Lob und Anerkennung zu erhalten und ein klares Bekenntnis, Landwirtschaft ist Mittelstand, und Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft. Einfach gut für die Seele, mal nicht mal nur Dresche zu bekommen!

Bemerkenswert waren schließlich auch Merkels Aussagen im Hinblick auf die Zukunft der Milchquote. Sie zog dabei eine klare Parallele zur Gesamtwirtschaft und den Stützungspaketen. Ihre Auffassung: es könne nicht sein, dass man hier in ungewöhnlichen Situationen ungewöhnliche Maßnahmen ergreift, aber an anderer Stelle daran festhalten wolle, "business als usual" (also wie gehabt) zu betreiben. Gemeint damit war eindeutig, dass es nicht sein könne, mit macht an Beschlüssen des Health Check bei der Milch festzuhalten - Beschlüssen, die zu einer Zeit gefasst wurden, die nicht durch außergewöhnliche Entwicklungen überschattet war.

Allerdings sagte sie dabei auch klar und deutlich, das langfristige Ziel dürfe dabei nicht aus den Augen verloren werden. Kurz: warten wir also auf den 22. Juli, wenn Frau Fischer-Boel in Brüssel die Ergebnisse der Marktüberprüfung vorstellt, die auch auf Drängen Merkels vorgezogen worden ist. Warten wir also auch darauf, wie viel Beharrlichkeit dann Frau Merkel an den Tag legt, wenn es darum geht für die außergewöhnliche Situation am Milchmarkt aus den Überprüfungserkenntnissen auch außergewöhnliche und wirksame Maßnahmen für die Bauern abzuleiten.

So, jetzt habe ich leider Westerwelle komplett verpasst, Müntefering ist bereits am Reden. Schade, denn Westerwelles Reden sind, unbeschadet ihrer Inhalte, gut anzuhören, weil unterhaltsam und rhetorisch geschickt.
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Detlef

Detlef

Alter: 52 Jahre,
aus München
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