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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

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09.07.2009, 18.55 Uhr

8 x 8 Agro-Truck – Unterwegs mit dem Güllebomber

Im Norden Niedersachsens, in Waddewarden bei Jever, befindet sich der Stammsitz des Lohnunternehmens Ahlhorn. Zum Kundenstamm des Lohnbetriebs zählen neben Betrieben der konventionellen Landwirtschaft auch viele Biogasanlagenbetreiber in den Landkreisen Friesland, Wittmund und Aurich. Für den Gülletransport und die Gülleausbringung setzt das Lohnunternehmen seit nunmehr 4 Jahren einen Agro-Truck mit 25 m³ Fassaufbau ein. Bei der Biogülleausbringung auf Grünlandflächen nach dem 2. Schnitt habe ich mir den 430 PS Boliden einmal näher angeschaut.

An der Biogasanlage Wittmund in Isums habe ich mich mit Olaf Gehrke, Fahrer des Agro-Trucks, verabredet. Ich brauchte nicht lang warten bis der Truck auf das Gelände der 6 MW Anlage biegt. An einer der beiden Abpumpstationen dockt Gehrke mit dem Pumpturm des Gülleaufbaus an. Der Pumpturm ermöglicht ihm, in bis zu 4,5 m hohe Güllebehälter oder in Güllekeller, die 2 m unter dem Niveau des Güllewagens liegen, zu reichen, erklärt mir Gehrke. Vollbeladen mit 25 m³ Biogülle geht es nun von Wittmund über die B 210 in Richtung Jever. Der Truck kommen schnell ins Rollen und die 60 km/h Höchstgeschwindigkeit ist schnell erreicht. Der Fahrkomfort auf der Straße ist sehr gut und so schnurrt der 4-Achser bei einem sehr niedrigen Kraftstoffverbrauch ruhig über den Asphalt. Die B-210 verlassen wir und fahren auf der Landstraße 808 in Richtung Nordseeküste bis wir Altgarmssiel erreichen. Dort hat das Lohnunternehmen für einen Landwirt vor 2 Tagen den 2. Schnitt Grassilo eingefahren und nun werden die 30 ha Grünland mit 10 m³ Biogülle je Hektar gedüngt. Die Zufahrt auf den Hof ist sehr eng und vor Jahren musste Gehrke auch mit Schlepper und Güllefass knapp rangieren, um auf den Hof zu gelangen. Mit dem wendigen Agro-Truck kommt er besser wie „früher“ durch die Zufahrt: 3 gelenkte Achsen machen es möglich. Das Besondere hierbei ist, dass die letzte Achse mitlenkt.

Auf dem Hof angekommen, folgt noch eine Strecke von etwa 1,5 km über Felder und Wiesen. „Hier wäre ich mit Schlepper und Fass nie mit 30 km/h gefahren“, sagt Gehrke und deutet auf den Tacho. Für mich ist erstaunlich, wie die Unebenheiten im Weg ausgeglichen werden. Wir erreichen die Grünflächen und Gehrke muss bei ca. 15 m Arbeitsbreite sehr zügig fahren, um die gewünschte Ausbringmenge zu erreichen. Dank des 8 x 8 Antriebs und der großvolumigen Bereifung ist mit dem Agro-Truck auch die Ausbringung auf Ackerland, beispielsweise in der Frühjahrsbestellung, möglich. „Mit dem Truck kommt ich auch überall dorthin, wo Schlepper mit Fässern hinkommen“, erläutert Gehrke. Nachdem das Fass leer ist, machen wir uns auf den Rückweg nach Wittmund und ich erfahre von Gehrke noch einiges zur Konzeption des LKWs. Der DAF-Truck mit Baujahr 1996 stammt genauso wie der Kaweco Gülleaufbau aus den Niederlanden, wo der Truck auch im Kaweco-Werk umgebaut wurde. Der Gülleaufbau ist als Wechselaufbau konzipiert und ein 50 m³ Muldenaufbau für den Einsatz als Abfahrfahrzeug bei der Gras- und Maissilage steht auf dem Hof bereit. Wegen der hohen Auslastung im Bereich der Gülleausbringung und des Gülletransports, wird er jedoch nur noch selten umgebaut. Bei der Konstruktion des Trucks wurde darauf geachtet, dass die Bestimmungen für den Straßenverkehr hinsichtlich der Abmessungen und des Gewicht eingehalten werden. So hat Gehrke für den Einsatz des Fahrzeugs in den Landkreisen sämtliche Sondergenehmigungen.

Für die kurzen Füllzeiten des Fasses sorgen 10 Zoll Schläuche und eine leistungsstarke, wassergekühlte Vakuumpumpe. In der Kabine wurde eine Klimaanlage nachgerüstet und eine Rückfahrkamera am Heck der Maschine hilft Gehrke beim Rangieren mit dem Truck den Überblick zu behalten. Einzig eine externe Bedienung der Steuergeräte am Truck würde Gehrke die Arbeit noch erleichtern.

Nach ziemlich genau einer Stunde treffen wir wieder an der Biogasanlage in Wittmund ein und ich mache mich auf den Weg nach Waddewarden zum Betrieb des Lohnunternehmens. Dort spreche ich mit Geschäftsführer Hermann Ahlhorn über die Vorzüge des Agro-Trucks. „Der Agro-Truck zeichnet sich durch Flexibilität und eine enorme Schlagkraft bei der Gülleausbringung aus“, so Ahlhorn. „LKWs werden bereits im Gülletransport eingesetzt, aber am Feldrand muss dann in Zwischencontainer oder in Fässer umgetankt werden. Diese Vorgänge sind bei uns nicht nötig. Wir können direkt mit 60 km/h bis zum Feld fahren und haben bei der Ausbringung die gleichen Möglichkeiten wie ein Schlepper mit Güllefass in dieser Größenordnung“.

Vielen Dank an Hermann Ahlhorn und Olaf Gehrke für die nette Zusammenarbeit!

Zum Bericht ist auch ein Fotoalbum entstanden.

Informationen zum Lohnunternehmen gibt es unter [www.hermann-ahlhorn.de]
Informationen zur Biogasanlage Wittmund gibt es unter [www.ewe-biogas.de]

Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser
offline

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrotruck, agro-truck, ahlhorn, daf, daf-lkw, daf-truck, gläser, gülle, gülleausbringung, hermann, jörn, kaweco, landwirtschaftliches, lkw, lohnunternehmen

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Kommentare

09.07.2009 19:16 JD7500
Hallo .

Sehr schöner bericht .
Hast du mal einen ungefähren Anschaffungspreis .
Ist da auch noch etwas Spielraum beim Gewicht für Schleppschläuche ?

Gruß
10.07.2009 20:50 Hans_A_Plast
Ein sehr interessanter Bericht.
05.03.2010 21:34 Agrarsani
Tut mir Leid, ob für das Gewicht der Schleppschäuche noch Spielraum ist, kann ich nicht sagen, ich denke jedoch mal, dass dies bei diesem Fahrzeug nicht vorgesehen ist. Der Anschaffungspreis ist auch schwierig zu beziffern, da es nahezu komplett eine eigene Überlegung/Prototyp ist.
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