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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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31.07.2009, 23.53 Uhr

Kartoffelernte International

Seit ein paar Wochen sind in der Region Neustadt am Rübenberge bereits die Kartoffelroder im Einsatz. Das Lohnunternehmen Genz sorgt in dieser Gegend mit zwei gezogenen Grimme Rodern bei vielen Landwirten für die Ernte. So auch auf dem Betrieb von Gerd Thieße aus Rodewald. Ich habe das Roden einige Stunden begeleitet, mit den Beteiligten gesprochen und war erstaunt, welch lange Reise die Erdäpfel aus Norddeutschland nach dem Roden noch vor sich haben.

Nachts zuvor hatte es etwas geregnet doch das Roden auf dem 25 ha Schlag konnte trotzdem pünktlich um 6:00 Uhr morgens starten. Thorben Wedegärtner fährt diese Saison einen der zwei Roder des Lohnunternehmens Genz. Der Grimme SE 150-60 wird von einem Fendt Vario 716 gezogen. „Gerade beim Roden auf feuchten Böden ist der Verschmutzungsgrad sehr hoch“, erläutert mir Thorben Wedegärtner. Das heißt für ihn: Möglichst langsam fahren, damit die zwei Erntehelfer auf dem Roder genug Zeit haben Erdbrocken und andere Verunreinigungen auszusortieren. Um dies aus dem Schlepper im Auge zu behalten, hilft Tobias eine Kamera über dem Verleseband. Weitere vier Kameras helfen Thorben den Rodeablauf zu überwachen. Voll beladen fährt Thorben mit dem Roder zum Schüttbunker. Dort werden die Kartoffeln durch Spiralwalzen und Förderbänder noch einmal nachgereinigt. Zwei Erntehelfer übernehmen die Endkontrolle. Der Schüttbunker sowie das Förderband zum Überladen auf LKWs werden von 2 Fendt Vario 817 und 409 bewegt.

Die Kartoffeln der Sorte Lady Rosetta landen auf LKWs der niederländischen Spedition Butter b.v.. Im Gespräch mit Henk, dem Fahrer eines der Sattelschlepper, erfuhr ich einiges zum Ablauf. Er selbst hat tags zuvor noch in Belgien Kartoffeln geladen und hat sie zum Hafen nach Bremen gefahren. Von da aus wurde er nach Rodewald geordert. Die Kartoffeln von Bauer Thieße wird er nun in das knapp 700 km entfernte Olawa in Polen fahren. Dort betreibt ein großer deutscher Lebensmittelkonzern ein Werk, wo die Kartoffeln unter anderem zu Chips verarbeitet werden. Henk selber kommt aus einem kleinen Örtchen in der Nähe von Antwerpen und fährt seit über 30 Jahren LKW. Jeden Sonntag Abend fährt er zuhause mit seinem Truck und Förderbandauflieger los, ist dann fünf Tage unterwegs und in der Regel freitags wieder zuhause. Wo er morgen sein wird, konnte Henk mir noch nicht sagen. Das erfährt er kurzfristig über die Disposition aus den Niederlanden. Bis er sich jedoch zunächst einmal auf den Weg in Richtung Polen machen kann, muss er noch einige Zeit warten, denn bis er die rund 23 Tonnen Kartoffeln zugeladen hat, vergehen ca. 2 h. Immerhin schneller als in den Niederlanden, denn dort dürfen über 30 Tonnen zugeladen werden, da das Gesamtgewicht der Gespanne dort 50 Tonnen betragen darf.

Landwirt Thieße ist mit den Erträgen dieses Jahr bisher zufrieden. Das mildere Klima in diesem Jahr hat sich positiv bemerkbar gemacht. Einen großen Teil seiner Kartoffeln hat er unter Fließbahnen angebaut. Sein Vorteil, früher Kartoffeln zu höheren Preisen verkaufen zu können, hat sich nicht eingestellt, denn auch viele Landwirte, die konventionell angebaut haben, können auf Grund des Wetters bereits ernten. Nun ist neben der Kartoffelernte die Vermarktung sehr wichtig, um bei den schwierigen Preisen Gewinne zu erzielen. So werden bei der momentanen preislichen Lage Bauer Thießes Erträge weiterhin ins Ausland unter anderem in die Chipsfabrik nach Polen, aber auch nach Schweden zur Weiterverarbeitung transportiert.

Ein weiterer interessanter Beitrag aus Agrarsanis-Landwirtschafts-Blog "Kartoffelanbau am Niederrhein"

Zum Blogbericht ist ein Fotoalbum entstanden.

Weitere Informationen zur niederländischen Spedition Butter b.v.

Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Kommentare

01.08.2009 16:12 pflugfurche1
Ja die vier Kameras braucht man bei der Grimme Maschine auch, damit man überhaupt etwas sieht... ...die Kartoffeln kommen an der Dammrolle rein, und man sieht sie erst wieder wenn sie aufs Verleseband kommen
04.08.2009 14:22 Forddriver
Super Blog!
Gehts noch weiter?
04.08.2009 16:40 Agrarsani
Forddriver schrieb:
Super Blog!

Gehts noch weiter?

Danke dir! Sorry. An dieser Stelle ist der Bericht für uns zu ende. Vielleicht begleiten wir im nächsten Jahr die Kartoffeln weiter. Gruß
04.08.2009 22:17 GM
mit der spedition hatten wir heute noch wieder ärger
09.08.2009 23:32 Xylit
Schön mal zu sehen wo unsere Pflanzkartoffeln hin gehen!
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