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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

John Deere 8320 mit Spezialausstattung Kartoffelroden Kanada Kartoffeldome
3009 mal angesehen
22.08.2009, 15.39 Uhr

Kanada Tag 2 – Potatoes aus Alberta

Unser Tag begann früh. Bereits vor 9 Uhr hatten wir uns mit Rob, Sales Manager vom John Deere Dealer, in Lethbridge verabredet. Auf dem Weg dorthin bekamen wir ein paar Regentropfen auf die Windschutzscheibe. Vor Ort hatte Rob keine guten Neuigkeiten für uns: Zwei Kunden, die jeweils sechs John Deere Drescher einsetzen und heute Vormittag mit dem Dreschen beginnen wollten, zögerten noch. Wir beschlossen also unsere Route gen Osten fortzusetzen. Die Route führte uns entlang auf dem Highway 3 in Richtung der Kleinstadt Medicine Hat mit 57.000 Einwohnern.

Etwa 60 Kilometer vor Medicine Hat sahen wir vom Highway aus eine Farm, die igluartige Gebäude scheinbar als Lagerstätte installiert hatte. Als wir uns der Farm näherten, trafen wir auf Norman, der gerade sein zweites Frühstück zu sich genommen hatte und zu seinem Truck lief. Wir nutzen die Gelegenheit und erkundigten uns nach dem Sinn und Zweck der weißen Gebäude. Er erklärte uns, dass die Kuppeln für die Kartoffellagerung genutzt werden. Für weitere Informationen sollten wir uns jedoch an den Boss wenden, der auf dem Feld anzutreffen sei. Wir folgten also Normans Truck zum Feld.

Auf dem Acker waren fünf John Deere der 8030er Serie mit breiten Anbaugeräten damit beschäftigt, Kartoffeln zu roden. Schon nach den ersten Fotos winkte mich Barry, der Chef der Farm, auf seinen 8430. Er erzählte, dass auf seiner Farm etwa 700 Hektar Kartoffeln angebaut werden und seine Farm einer von fünf Großlieferanten für die nahe liegende McCain Pommesfabrik ist. Die Farm existiert seit den frühen 80er Jahren. Die Spezialisierung auf den Kartoffelanbau begann allerdings erst später mit dem Bau der nahen Fabrik. Er schätzt das 90% der insgesamt angelieferten Kartoffeln aus einem Umkreis von zehn Meilen rund um die Fabrik stammen.

Auf dem Acker sind drei Maschinen damit beschäftigt, die Kartoffeln auf 12 Reihen zu roden und auf zwei Schwade abzulegen. Zwei weitere Maschinen sind dann für die Aufnahme, die grobe Vorreinigung und die Verladung der Knollen auf nebenherfahrende Trucks zuständig. Aufgenommenes Laub wird dann am Heck der Maschine mithilfe eines Gebläses über die komplette Arbeitsbreite verstreut. Als das Verladen aufgrund zu weniger LKWs zum Stocken kam, sprachen wir mit Miguel, Fahrer eines der beiden Verladefahrzeuge. Uns war die äußerst verrückte Achskonstruktion der Schlepper aufgefallen, die man auch auf den Fotos gut sieht. Er berichtet uns, dass es sich dabei um eine Spezialanfertigung handelt, welche so erst im zweiten Jahr eingesetzt wird. Notwendig wurde dies, um die immer größer werdenden Arbeitsbreiten der Anbaugeräte zu realisieren.

Wir folgten einem der beladenen Trucks zur Farm zurück und schauten uns die Einlagerung der Knollen etwas genauer an. Zunächst hatten zwei der Spezialtrucks gleichzeitig die Möglichkeit, ihre Ladung in Sammelbehälter abzuladen, welche dann über Förderbänder vorgereinigt und in einem großen Bunker landete. Die abgereinigte Erde wurde dann an Ort und Stelle auf einen bereitstehenden LKW verladen, der diese mehrmals am Tag zum Feld zurücktransportiert. Die Kartoffeln werden dann von vier Arbeiterinnen am Band nachsortiert und über eine etwa 50 Meter lange Förderbandbrücke bis zum sogenannten „Dome“ gebracht.

Wir betraten nun also die weißen, igluförmigen Gebäude, die uns vormittags auf die Farm aufmerksam gemacht hatten. Im Dome war ein Mitarbeiter der Farm für die Überwachung der automatischen Einlagerung zuständig und berichtete uns, dass etwa 4.000 Tonnen Kartoffeln in diesem Dome eingelagert werden können. Insgesamt hat die Farm drei dieser Lager sowie zusätzliche konventionelle Lagerkapazitäten.

Die äußere Hülle der Kuppel besteht aus einer 40 Zentimeter dicken Betonschicht. Darunter liegt dann eine etwa 30 Zentimeter dicke Styropormatte, welche die Kartoffeln von den Außentemperaturen isoliert. Von unten werden die Kartoffeln mit einem ausgeklügelten Luftkanalsystem belüftet. Auf den Fotos sind zwei Markierungslinien in sechs und sieben Metern Höhe zu erkennen. Die Einlagerung findet bis zur unteren Linie statt.

Die Ernte dauert auf der Farm zwischen sechs und acht Wochen und ist im Moment voll im Gange. Etwa im April nächsten Jahres werden die Kartoffeln behutsam mit Wasser aus dem Dome gespült. Der Mitarbeiter berichtete mir, dass die Farm besonders viel Wert darauf legt, dass die Kartoffeln von der Ernte bis zur Ablieferung an die Fabrik nicht mehr als sechs Inch
(etwa 15 Zentimeter) fallen sollen, um unnötige Beschädigungen zu vermeiden. Dies ist auch unter anderem ein Grund dafür, dass die Farm bei den Förderungssystemen auf holländische Technik zurückgreift. „Amerikanische Technik geht uns nicht sanft genug mit den Knollen um“, berichtete uns der Mitarbeiter.

Gerne hätten wir uns noch länger im kühlen Dome aufgehalten und uns von der kanadischen Mittagssonne abgekühlt, doch wir mussten weiter immer geradeaus auf dem Highway 3 Richtung Osten…

Text: Jörn und Tammo Gläser (live aus Kanada)
Bilder: Jörn Gläser

Mehr Bilder zur Story gibt es auf landtechnikvideos.de

Lesen Sie passend zu diesem Bericht auch über den Tag 1 unserer Kanadareise.

Beachtet außerdem weitere interessante Blog-Beiträge zum Thema „Kartoffeln“:

Kartoffelernte International"

Kartoffelanbau am Niederrhein
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, alberta, john deere, kanada, kartoffel, kartoffeln, landtechnikvideos.de

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Kommentare

22.08.2009 21:39 pflugfurche1
Sehr schade, als Kartoffelanbauer und jemanden der Zeitweise in einem Unternehmen arbeitet, das Kartoffelvollernter Herstellt, hättte mich die Erntetechnik näher interessiert

Diese Felgen tun den Endantrieben sicher gut
23.08.2009 06:10 Agrarsani
DeutzTTV630 schrieb:
Sehr schade, als Kartoffelanbauer und jemanden der Zeitweise in einem Unternehmen arbeitet, das Kartoffelvollernter Herstellt, hättte mich die Erntetechnik näher interessiert



Diese Felgen tun den Endantrieben sicher gut


Hey Deutz,
vielleicht beim nächsten Mal wieder mehr Technik. Gruß Agrarsani
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