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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Die Farm von weitem moderne Wasseraufbereitungsanlage Maschinenpark der Farm
1903 mal angesehen
24.08.2009, 16.35 Uhr

Kanada Tag 4 – Die Hutteriten Kolonie...Fortsetzung

Heute Morgen wollten wir es einmal etwas ruhiger angehen lassen, doch daraus wurde leider nichts. Um kurz nach 9 Uhr wurden wir mit einem lauten Klopfen und dem Ausruf „Roomkeeping“ brutal geweckt. Wir starteten vom Motel dennoch erst um 13 Uhr. Unser Ziel war wie am gestrigen Tag die Hutteriten-Kolonie südöstlich von Medicine Hat.

Normalerweise wird auf der Farm sonntags nicht gearbeitet. Die Erntezeit macht jedoch auch den Sonntag zum Werktag. Man sagte uns, dass am Sonntagvormittag für alle Bewohner der Kirchgang auf dem Programm steht. Der Gottesdienst wird dabei auf Deutsch gehalten. Es handelt sich bei dem Deutsch jedoch um eine extrem dialektverwaschene Sprache, die wir nur mit Mühe verstehen konnten. Nach dem Gottesdienst wird gemeinsam zu Mittag gegessen. Danach ging es gleich los. Einige Fahrer waren damit beschäftigt, Gebläse und Lufteinlässe an den Mähdreschern zu reinigen oder kleinere Reparaturen durchzuführen. Einer der riesigen double-trailer-Trucks stand zusammen mit einer der John Deere Raupen in der riesigen Waschhalle und wurde vom Staub befreit. Das Wasser wird von einer gewaltigen Wasseraufbereitungsanlage zur Verfügung gestellt. Diese Anlage verfügt über Tanks, die die Kolonie mit großen Mengen Trinkwasser, Waschwasser sowie Wasser, das für Pflanzenschutzmaßnahmen benötigt wird, versorgt.

Wir hatten uns heute mit Paul, dem 50-jährigen Deutschlehrer der Kolonie, verabredet. Er nahm uns zunächst mit zur Gartenanlage der Farm. Er wollte uns dort zeigen, dass die Gemeinschaft, auf der die ganze Farm basiert, schon in den Kindertagen vermittelt wird. Einige Kinder halfen dabei geerntete Früchte zu wiegen und zu verpacken, welche später für den Eigenbedarf, aber auch für den Verkauf auf Märkten Verwendung finden. Die Kinder lernen so schon früh sich für die Gemeinschaft einzusetzen.

Wir hatten auch am gestrigen Tag schon Kontakt zu vielen Einwohnern der Kolonie und stellten schnell fest, über welches enorme Fachwissen die Bewohner verfügen. Das Handling und Programmieren beispielsweise der GPS unterstützten Bordcomputer der Großtraktoren stellt für Jung und Alt kaum ein Problem dar. Auch pflanzenbaulich verfügen die Einwohner über enormes Wissen, obwohl sie dieses nur durch Erfahrung und Vermittlung der Älteren erlernen.

Auf der Farm gibt es Einwohner, die sich um spezielle Bereiche, wie beispielsweise das Milchvieh, die über 1.000 Fleischrinder, aber auch um die Elektrik oder Mechanik kümmern. Ein zu erlernender Beruf ist zum Beispiel der des Elektrikers. Das Wissen für ihre Ausbildung eignen sich die Personen zum größten Teil auf der Farm, Spezialwissen aber auch in Unternehmen der nahe liegenden Stadt an. Auch eine staatlich anerkannte Prüfung ist abzuleisten.

Wir fuhren mit Paul nun weiter entlang der sehr gemütlich ausschauenden Wohnanlagen zur anderen Seite des Farmgeländes. Wir betraten das Melkhaus, welches wie alles andere äußerst modern und auf technisch aktuellstem Stand ist. Die 130 Kühe werden in einem 20er Melkkarussell von Westfalia gemolken. Die Milch wird zum größten Teil von einer Molkerei abgeholt, aber auch für den Eigenbedarf, beispielsweise für die Herstellung von Joghurt verwendet. In allen Räumen herrschte äußerste Hygiene und Sauberkeit.

Anschließend warfen wir noch einen Blick auf die riesigen Getreidelager. Das Getreide wird zunächst in farmeigenen Silos gelagert und dann zu einem günstigen Zeitpunkt verkauft. Es werden dann wiederum eigene Trucks eingesetzt, um das Getreide zu einer Verladestation zu transportieren, wo es auf Güterzüge verladen wird und später mit Schiffen in die ganze Welt exportiert wird.

Zwei äußerst interessante Tage auf der Farm im südlichen Alberta neigten sich für uns dem Ende zu. Eine etwa 150 Kilometer lange Strecke auf dem Highway in die USA lag noch vor uns. Mit uns verließ auch der letzte Drescher das Farmgelände in Richtung Feld.

Text: Jörn und Tammo Gläser
Bilder: Jörn Gläser

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Getreideernte bei den Hutterieten

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, hutteriten, kanada, landtechnik, landwirtschafts-blog

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