Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Big Bud und John Deere Glacier Nationalpark Circle- Bewässerungssysteme
1491 mal angesehen
28.08.2009, 16.52 Uhr

Kanada/USA Tag 8 – Unsere Reise durch Montana

Die letzte Nacht haben wir in einem Motel in Browning am Rande des Glacier Nationalparks verbracht. Aufgrund der Nähe zum Nationalpark war der Preis für die Übernachtung und das schlechte Frühstück leider überhaupt nicht gerechtfertigt. Der heutige Tag sollte der erste Tag unserer Reise werden, der nicht von der Landwirtschaft geprägt ist. Die Tour ging zunächst südlich um den Glacier Nationalpark bis nach West Glacier. Dann von Westen aus in die Berge am McDonald See entlang über den Logan Pass bis nach St. Mary. Eine unglaubliche Landschaft! Am Abend waren wir dann zurück in Kanada in der Stadt Cardson.

Für uns gibt das Verlassen des US-Bundesstaates Montana Anlass zum Rückblick. Von Havre bis nach Helena haben wir einiges vom viert größten Bundesstaat der USA gesehen. Im Osten ist das Land sehr flach und im West prägen die Rocky Mountains die Landschaft. Doch die Landwirtschaft hat überall dasselbe Problem – der wenige Regen. Die meisten Farmer, mit denen wir sprachen, konnten ihre Flächen nur jedes zweite Jahr bestellen. Die Erntemengen sind dennoch weitaus geringer als in Deutschland. Die künstliche Beregnung ist teuer. Im gestrigen Gespräch mit Dan Freeman, Farmboss der Broken O Ranch, haben wir erfahren, dass sich die Investitionskosten für die oftmals mehr als 100 Meter breiten Bewässerungsanlagen auf mehr als 80.000 US-Dollar, etwa 60.000 Euro, belaufen. Auch die Betriebskosten schlagen laut Dan Freeman mit etwa 50 Dollar pro Acre pro Jahr zu Buche. Er erzählt uns aber, dass eine solche Anlange mehr als 40 Jahre lang in Betrieb sein kann und er die Flächen, die er bewässert, jedes Jahr abernten kann.

Ein weiteres Problem erschwert für die Farmer die Bewässerung ihrer Felder. Bereits seit dutzenden von Jahren hat jede Farm spezielle Wassermengenrechte, die sich nach der Größe der Farm richten. Obwohl die Bewirtschaftung der Flächen in den letzten Jahren stets intensiver geworden ist, werden diese Mengenrechte nur schleppend angepasst. Dan Freeman berichtet uns auch von stichprobenartigen Kontrollen, welche die Korrektheit der Wasserentnahme sicherstellen.

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Montana. Gerade auf dem Land weit weg von den großen Städten sind beispielsweise Rinderfarmen mit viel Arbeit ein wichtiger Arbeitgeber um Landflucht zu verhindern. Alle Farmer, mit denen wir gesprochen haben, setzen auf Minimalbodenbearbeitung mit Direktsaat. Nach der Ernte führen diese meistens lediglich eine mechanische oder chemische Behandlung des Ackers durch.

Was ist uns sonst noch aufgefallen? Es mag nur eine subjektive Meinung sein, aber die Menschen in den Städten haben wir nicht als besonders freundlich empfunden. Dies war auf dem Lande jedoch komplett anders. Alle Farmer und Landmaschinenhändler, mit denen wir im Gespräch waren, haben sich sehr darüber gefreut, dass sich jemand für das Thema Landwirtschaft in den USA interessiert und uns, wo es ging, weitergeholfen. Weiterhin mussten wir leider feststellen, dass wir zwei Wochen zu früh durch Montana gereist sind. Auf vielen Farmen und sogar schon auf vielen Feldern standen die sogenannten "Air-Seeder bereits" in den Startlöchern. Diese Direkt-Sämaschinen werden häufig von Big Bud, Versatile oder John Deere Knickschleppern gezogen und haben häufig Arbeitsbreiten von bis zu 20 Metern. Dies wird für uns ein Grund sein, vielleicht in den nächsten Jahren noch einmal durch den Norden Montanas zu reisen. Für uns stehen jetzt noch einige weitere Tage in Kanada an. Hoffentlich gibt es auch in den nächsten Tagen Neues von Agrarsani aus Übersee.

Lest euch durch unsere kleine Agrar-Weltreise und beginnt bei Tag 1...

Text: Tammo und Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark
Anzeige

Schlagwörter

agrarsani, big bud, getreide, john deere, montana

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Anzeige
Zum Seitenanfang