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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Caterpillar New Holland Knicklenker bei der Stoppelbearbeitung John Deere 9520 mit Strohstriegel
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30.08.2009, 19.04 Uhr

Kanada Tag 10 – Stoppelbearbeitung XXL

Nach der Getreideernte, die in vielen Teilen Kanadas bereits voll im Gange ist, sind zahlreiche Farmer mit der Stoppelbearbeitung beschäftigt. Die Farmer nannten uns verschiedene Gründe, warum sie diese flache Oberflächenbehandlung nach der Ernte durchführen.

Hauptgrund ist das Keimen des Ausfallgetreides zu ermöglichen. Die Körner, die beim Dreschen nicht im Korntank gelandet, sondern auf dem Feld zurückgeblieben sind, sollen durch die verschiedenen Werkzeuge der Maschinen mit Erde bedeckt werden und beim nächsten Regen auskeimen. Aufgrund der vielerorts geringen Niederschläge setzen die Farmer, wenn vorhanden, auch die Beregnungsanlagen dafür ein. Ziel ist es, für die Neuansaat im Frühjahr keine störenden, anderen keimenden Pflanzen im Bestand zu haben. Weiterhin sollen Unkräuter am Aussamen gehindert und zerstört werden. Je nach Pflanzenbestand wird dann im Frühjahr vor der Neuansaat noch eine Herbizidanwendung notwendig. Als dritten Punkt nannten uns viele, dass sie die Strohreste auf dem Stoppelfeld stärker zerkleinern wollen, um die Strohrotte zu fördern und die Arbeit für die Direktsähmaschinen zu erleichtern. Wir zeigen hier kurz drei Beispiele von Farmern auf, mit denen wir über das Thema gesprochen haben.

In Montana/USA trafen wir Jim, Farmer eines 7.000 Acre-Betriebes, der einen Strohstriegel einsetzt, der von einem John Deere 9400 gezogen wird. Die Arbeitsbreite beträgt mehr als 20 Meter. Jim nutzt das Feld aufgrund der Trockenheit nur jedes zweite Jahr und setzt dabei auf dem leichten Boden auf eine sehr effektive Bearbeitung. Mithilfe des GPS bearbeitet er das Feld zweimal. Zunächst einmal in Saatrichtung, Nord-Süd- und anschließend ein zweites Mal in Ost-West-Richtung. Besonders eindrucksvoll zeigte er uns sein „Werk“ von einem kleinen Hügel. Der Stoppelacker gleicht einem auf 90 Grad genau aufgeteilten Schachbrett. Vor allem in den hügeligen Lagen ist es ihm wichtig, dass die Stoppel in ausreichender Zahl stehen bleiben, um Erosionsschäden durch Wasser und Wind vorzubeugen.

Einen weiteren Strohstriegel haben wir in Montana in der Nähe von Great Falls angetroffen. Steve ist mit seiner 10 Jahre alten Caterpillar auf einem 85 Hektar Schlag im Einsatz. Er bearbeitet seinen Acker nur einmal, jedoch etwa im 45 Grad Winkel zu den Stoppelreihen. Er will so auch die Schäden, welche die Erntefahrzeuge durch die Überfahrten angerichtet haben, ausbessern. Dementsprechend hat er seinen Striegel eingestellt. Natürlich treffen auch die anderen oben beschriebenen Gründe für den Einsatz der Maschine bei ihm zu. Er arbeitet bei einer Arbeitsbreite von 20 Metern.

Heute Abend haben wir in der Nähe von Taber einen New Holland TJ 425 Knicklenker angetroffen. Für die Bearbeitung des schweren Bodens ist ein Strohstriegel wenig geeignet, berichtet uns Fahrer Daniel. Die 13 Meter breite Maschine hat vier Arbeitsfelder. Zwei versetzt zueinander stehende Tellerwalzen, eine Fingerwalze und als letztes eine rückverfestigende Stab-Walzeinheit. Zu sehen ist die Maschine auf Foto 2 dieses Beitrags. Mit 10 Meilen pro Stunde arbeitet die Maschine optimal. Zusätzlich sind aber auch noch Gewichte montiert und der Anpressdruck der einzelnen Arbeitsfelder lässt sich flexibel einstellen. Auch er arbeitet mit GPS und einem Lenkautomaten. Im nächsten Jahr sollen Kartoffeln gepflanzt werden. Dafür findet im Frühjahr noch eine tiefere Bodenbearbeitung statt.

Text: Tammo und Jörn Gläser (live aus einem Motel in Taber/Kanada)
Bilder: Jörn Gläser

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

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