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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Jody mit seinem Selbstfahrer Highway Die einsame Farm
1702 mal angesehen
31.08.2009, 16.44 Uhr

Kanada Tag 11 – Fast 2 Stunden bis zur nächsten Stadt…

Heute ist Sonntag, in Deutschland wie auch in Kanada. Viele nehmen den Sonntag als Feiertag sehr ernst und lassen deshalb nur im Notfall die Maschinen rollen. Wir ahnten gestern schon, dass wir heute nur mit sehr viel Glück interessante Bilder aus der Landtechnik sammeln könnten. Unsere heutige Route führte uns von Taber aus südlich bis nach Milk River und dann westlich unweit der kanadisch-amerikansichen Grenze zur Stadt Cardson.

Südlich von Taber durchfuhren wir zunächst noch einen Landstrich, der auch für den Getreideanbau genutzt wird. Sobald wir dann aber auf der 501 in Richtung Westen fuhren, kamen wir ins absolute Niemandsland. Lediglich Rinder säumten rechts und links ab. An bewirtschafteten Farmen kamen wir alle 5 bis 10 Kilometer vorbei. Viele alte und verlassene Hofgebäude säumten den Wegesrand.

Genau dort, wo man es eigentlich überhaupt nicht erwartet hätte, trafen wir Cody Walburger mit seiner Miller Selbstfahrspritze. Der 26-Jährige freute sich über unseren Besuch, der ihm ein wenig Abwechslung verschaffte. Er hat gerade die Farm von seinem Vater übernommen und bewirtschaftet jetzt 4.000 Acres, etwa 1.600 Hektar. Cody erzählte uns, dass es vor allem mit der Freizeitgestaltung in dieser Gegend schwierig sei. Bis zur nächsten Kleinststadt sind es mehr als 45 Minuten. Bis zur nächsten „richtigen“ Stadt muss er fast 2 Stunden fahren. Im Moment macht ihm dies jedoch wenig aus. Arbeit habe er genug, erzählt er. Aufgrund der stark schwankenden Getreidepreise und der schwierigen Anbauverhältnisse in dem extrem trockenen Land will er seine Rindermast weiter ausbauen. Mit seinem Vater will er hierbei, um Kosten zu sparen, auch viel selber bauen.

Er erzählte uns, dass wir uns an einem der höchsten Punkte der Gegend befänden. Wasser für die Bewässerung der Felder und die Tränke der Tiere ist auf über 700 Metern über NN mit Kanälen nur schwer zu realisieren. Er deutete auf einen fast ausgetrockneten Teich im hügeligen Land einer nahe liegenden Steppegrasweide. Cody erzählte, dass er zusammen mit seinem Vater in den letzten Jahrzehnten zahlreiche künstliche Teiche an Stellen angelegt habe, an denen sie einen hohen Grundwasserspiegel vermuten oder auch das Schmelzwasser des Schnees im Winter sammeln können.

Die Farm existiert bereits seit 1944 und wurde von seiner Großmutter (einer gebürtigen Engländerin) und seinem Großvater (einem gebürtigen Deutschen) gegründet. Der Betrieb ist seitdem eigentlich ständig gewachsen, weiß er zu berichten. Dies liegt daran, dass viele Farmer ihr Land in dieser Gegend lieber verkaufen und sich einen Job in der Stadt suchen.

Wir sprachen ihn auf die Nähe zur kanadisch-amerikanischen Grenze an. Cody selbst hat auch zwei Flächen, die direkt am Grenzzaun und am Grenzstreifen liegen. Es ist schon einmal vorgekommen, dass beim nächtlichen Arbeiten auf diesen Feldern ein Geländewagen der Border-Patrol schnell herangebraust kam und ihn mit einem illegalen Grenzübertreter verwechselte. Auch als kleinere Kuhherden nachts am Grenzzaun grasten, ist es schon zu Verwechslungen gekommen.

Auf einmal klingelte das Telefon. Es war seine Oma, die sonntags traditionell das Mittagessen für die ganze Familie zubereitet. Aufgrund des starken Windes wollte Cody die Arbeiten mit der Pflanzenschutzspritze sowieso am Nachmittag einstellen, da die Abdrift des Spritzmittels zu groß war.

Wir bedankten uns bei ihm für das interessante Gespräch und machten uns auf den Weg in Richtung Cardson, allerdings ohne Musik aus dem Radio, denn Empfang hatten wir keinen. Die aufmerksamen Leser unter euch haben sicherlich gemerkt, dass wir in dieser Stadt schon einmal genächtigt haben. Morgen, an unserem letzten Tag, steht noch eine Mega-Farm auf dem Terminzettel...

Text: Tammo und Jörn Gläser
Bilder: Jörn Gläser
offline

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, alberta, kanada, landtechnikvideos.de, miller, pflanzenschutz, tammo gläser

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Kommentare

01.09.2009 09:04 stefan79
Muss mal mein Lob aussprechen, sehr gute Blogs schreibst du da. Ist schon eine andere Art zu farmen dort, als ich das von hier gewoehnt bin.
Wegem dem nicht vorhandenen Radioempfang, da haben die meisten dann Satelitenradio, meist von Sirus oder XM.

Gruss Stefan
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