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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

insgesamt 14 Case Drescher im Einsatz Drescherkolonne rückt an bereitstehende Trucks
2654 mal angesehen
01.09.2009, 16.14 Uhr

Kanada Tag 12 – Die Mega-Farm

Wie schon gestern angekündigt, sind wir heute an unserem letzten Tag unseres Kanada-Trips auf einer Mega-Farm zu Gast. Pünktlich um 9 Uhr trafen wir auf dem Hofgelände ein und sahen bereits die ersten Fahrer, die auf dem Weg zu ihren Maschinen waren. Säuberlich aufgereiht auf dem Feld standen 14 neue Case 8120 Mähdrescher, 4 STX 485 mit Überladewagen sowie 5 große Trucks, die für den Abtransport des Getreides eingesetzt werden.

Gleich zu Beginn jedoch ein Schockmoment: Ich stieg aus dem Auto aus und meine digitale Spiegelreflexkamera fiel aus der Tasche direkt auf einen der wenigen Quadratzentimeter geteerter Straße. Ich schoss gleich ein paar Testfotos und konnte glücklicherweise feststellen, dass bis auf ein paar Kratzer am Gehäuse nichts passiert war. Für jeden Fotografen ist ein Schaden vor einem solchen Tag eine absolute Horrorvorstellung.

Gegen 10.00 Uhr nahm das Spektakel dann seinen Lauf. Nach und nach wurden die Motoren gestartet und die Maschinen schoben sich auf der Landstraße im Konvoi in Richtung Feld. Wir folgten der Maschinen-Kolonne als letztes Fahrzeug. Auf dem Feld angekommen, wussten wir zunächst gar nicht, was wir zuerst fotografieren und filmen sollten. Ein Drescher nach dem anderen begann seine Arbeit auf dem vorher geschwadeten Gersteschlag.
Ein Servicewagen mit einem Case-Techniker war ebenfalls vor Ort, um schnell auch größere Probleme an den Fahrzeugen beheben zu können.

Um Näheres über den weiteren Ablauf zu erfahren, lasse ich mich von Sebastian Möller, einem der Überladewagenfahrer, mitnehmen. Sebastian, Student der Agrarwissenschaften an der Uni Halle, ist schon im zweiten Sommer als Erntehelfer auf der Farm. Als die Ernte zuhause in Deutschland fast rum ist, kommt Sebastian nach Kanada, um hier weiter zu helfen. Der 25-Jährige mag vor allem die große Technik, die in Kanada so zahlreich eingesetzt wird. Ich frage Sebastian, wie er auf dem Feld mit den vielen Maschinen noch den Überblick behalten könne. Er erzählte mir, dass er mit seinem Grain Cart der Mähdrescher-Crew 2 zugeordnet sei. Zusammen mit einem weiteren Überladwagen sorgt er so für das Abbunkern der Mähdrescher mit den Maschinennummern 7-14. Jede Crew hat einen Gruppenleiter, der selber einen der Drescher fährt und angibt, wo es langgeht. Beide Crews arbeiten häufig auf dem gleichen Schlag, um die Abfuhrlogistik möglichst optimal zu gestalten.

Während wir wieder einen Drescher abbunkerten, erklärte er mir, dass er zusammen mit seinem Kollegen die Drescher immer im Kreis anfahre, auch wenn diese noch nicht ganz voll seien. In der Regel können so zwei Abfahrgespanne 7 Drescher am Laufen halten. Meistens nach drei abgenommenen Drescherladungen macht er sich auf den Weg zu einem der bereitstehenden Trucks. Alle vier Überladegespanne, die unterwegs sind, achten darauf, dass möglichst immer ein Truck voll geladen wird, damit auch bei den Trucks nie ein Engpass entsteht. Sebastian lud auf Truck 4 ab. Truckfahrer Allan Nielsen navigierte ihn per Handzeichen, damit der Trailer optimal befüllt wurde. Nachdem Allan die Planen über die Trailer gezogen hatte, fuhr ich mit ihm in seinem 600 PS Peterbilt den etwa 6 km langen Weg zur Farm zurück. Auf dem Weg erzählte mir Allan, dass er aus Dänemark käme und bereits seit Anfang August zum Arbeiten auf der Farm sei. Zuhause bewirtschaften die Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb, den der 28-Jährige später übernehmen möchte. Um das große Geld zu verdienen, hat er sich für den Job in Kanada nicht beworben. Auch für ihn stehen die PS starke Technik und die Leidenschaft zur Landwirtschaft im Vordergrund.

Heute ist der erste Dreschertag für den 40.000 Hektar-Betrieb. Allan lächelte ein wenig, als wir über die Arbeitszeiten der nächsten etwa 6-8 Wochen sprachen. Gearbeitet wird von morgens 9 Uhr bis nachts um etwa 2 Uhr. Für ihn, als Trucker, fällt noch etwa eine weitere Stunde pro Tag an, die er für das morgendliche Fitmachen des Trucks und das nächtliche Entleeren benötigt.

Am Getreidesilo angekommen, sorgt ein Case mit 20 Meter Förderschnecke für den Transport in eine Lagerhalle. Auf der Rückfahrt zum Feld merkte man dem 3 Jahre alten Peterbilt die Erleichterung um 40 Tonnen Zuladung an. Zurück auf dem Acker schien die Staubentwicklung immer größer zu werden. Bei etwa 35 Grad in der Sonne waren die Fahrer in ihren klimatisierten Kabinen echt zu beneiden. Die ersten 200 Hektar waren schnell abgedroschen und die gesamte Flotte musste auf die Felder westlich der Farm umsetzen.

Neben der Stammbelegschaft sind auch noch 12 Erntehelfer aus Deutschland, meist Studenten, nach Kanada gereist. Für diese Jungs hat die Ernte erst begonnen, doch für uns ist an dieser Stelle die kleine „Agrar-Weltreise“ fast zu Ende. Morgen geht es mit dem Flieger ab Calgary zurück nach Deutschland.

Text: Jörn und Tammo Gläser (live aus Kanada)
Bilder: Jörn Gläser

Auf landtechnikvideos.de findet ihr 15 weitere Fotos vom ersten Dreschtag auf der Mega-Farm.

Lest natürlich auch die anderen Tagesberichte unserer Rundreise
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, case ih, farm, kanada, landtechnikvideos.de, mähdrescher, peterbilt, truck

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Kommentare

01.09.2009 21:47 DaMadTrac2008
Wie die Farm so auch der Blog eintrag einfach "Mega"
gefällt mir echt sau gut.
Mach weiter so
01.09.2009 21:50 Agrarsani
DaMadTrac2008 schrieb:
Wie die Farm so auch der Blog einfach "Mega"

gefällt mir echt sau gut.

Mach weiter so


Danke dir fürs Lob! Leider ist unsere Reise fast zuende. Wir werden aber auch in Deutschland die Augen nach allem interessanten aufhalten, das mit Landtechnik und Landwirtschaft zu tun hat. Gruß
01.09.2009 21:53 mark721
ist schon beeindruckend, aber ich denke das die größenordnung nach ein paar wochen keinen spaß mehr macht.

Weiter so.
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