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Redaktioneller Blog

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30.09.2009, 11.55 Uhr

Mit Biogasanlagen Geld verdienen

Volatile Märkte, jetzt auch für Milchviehhalter, und damit unsichere Prognosen lassen Betriebsleiter Ausschau nach Alternativen halten.

Dabei ist es das Bestreben, dem Betrieb wenigstens ein sicheres Standbein
zu geben. Kann Biogas ein solches Standbein sein? Ein Blick in die Praxis sagt: Ja! Der Biogas-Fachverband macht keinen Hehl daraus: In diesem Jahr sind nicht so viele Biogasanlagen - vornehmlich Hofanlagen mit 150 bis 190 kW - zugebaut worden, wie noch Anfang des Jahres nach Inkrafttreten des neuen EEG geschätzt wurde.

Knapp 800 neue Anlagen sollten es sein. Bis zum Jahresende rechne man nun gerade einmal mit 500 installierten Anlagen. Ende 2008 wurde in 3.700 Biogasanlagen Strom aus nachwachsender Biomasse produziert. Davon laufen in Niedersachsen aktuell jetzt gut 700 Anlagen.

Knappe Flächen

Dass in diesem Jahr bisher noch nicht so viele Biogasprojekte umgesetzt wurden, führt der Fachverband darauf zurück, dass viele Regelungen im neuen EEG 2009 auslegungsbedürftig waren und noch sind. Daher hätten Betriebe die endgültige Höhe der Vergütung nicht kalkulieren können. Andere sehen Liquiditätsengpässe, vor allem auch in Milchviehbetrieben, als Grund für den nur zögerlichen Zubau von Biogasanlagen an.

Nichtsdestotrotz werden die Anlagenbauer mit vielen Anfragen seitens der landwirtschaftlichen Praxis nach den kleineren Hofbiogasanlagen beschäftigt. „Wir haben in diesem Jahr über 500 Anfragen nach Hofanlagen bekommen, das bindet schon erhebliche Arbeitskapazitäten“, erzählt ein Anlagenbauer aus dem Osnabrücker Land. Viele dieser Interessenten können wesentliche Voraussetzungen für den Bau einer Biogasanlage nicht erfüllen.

Auch die Flächenknappheit ist regional - vor allem in Veredlungsgebieten, aber auch zunehmend in Grünlandregionen - ein Bremsklotz für Biogasprojekte. Milchviehhalter und Biogaserzeuger konkurrieren um jeden Hektar. Da ziehen Milchviehhalter leicht den kürzeren, da sie nicht wie die Biogaserzeuger, die mit staatlich garantierter Einspeisevergütung mutiger sein können, bereit sind, höhere Pachtpreise zu zahlen. Eine gewisse Anti-Biogas-Stimmung ist auch angesichts der Tatsache zu verspüren, dass es aktuelle Bestrebungen gibt, den NawaRo-Bonus wieder zu kippen.

Sicheres Standbein

Wer eine Biogasanlage aber gut in den Betrieb integriert und richtig führt, kann genau das erreichen, was er wollte: Ein sicheres Standbein für den Betrieb schaffen. Kalkulationen von Dr. Markus Helm und Dr. Helmut Loibl von der Gutachtergemeinschaft Biogas GmbH in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „joule“ zeigen, dass 190 kW-Anlagen mit Investitionskosten von gut 5.500 €/kW zu kalkulieren sind.

Bei einer Verfügbarkeit von 90 % der Jahresstunden im Volllastbetrieb erzeugt eine solche Anlage im Jahr 1.520.000 kWh, die mit Grundvergütung, NaWaRo-Bonus und Gülle-Bonus 333.000 „einspielen“. Wer dann auch noch 50 % der Wärme dieser Biogasanlage nutzen kann, erhöht seine Einnahmen über den KWK-Bonus um weitere 42.000 €. Soweit die theoretische Kalkulation.

Und die Praxis? Mittlerweile liegen in Niedersachsen aus Biogasarbeitskreisen mehrjährige Erfahrungen und betriebswirtschaftliche Auswertungen aus Praxisanlagen - meist mit einer Leistung von 500 kW - vor. Auch in Nordrhein-Westfalen werden mittlerweile 200 Biogasanlagen in Arbeitskreisen überwiegend produktionstechnisch betreut. Nicht zuletzt hat Dr. Udo Hölker von der Bioreact GmbH über 1.000 Biogasanlagen ausgewertet.


Den kompletten Artikel könnt ihr auf der Onlineseite der LAND & FORST nachlesen:

[www.landundforst.de]


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Kommentare

30.09.2009 19:51 Luzionline
Hallo,
Es ist schon ein bisschen seltsam, den Milchviehhaltern wird klargemacht , nur der wirklich freie Markt mit all seinen Höhen und Tiefen
ist das einzig richtige.
Bei Biogas wird ein locker Vollkostendeckender Strompreis von staatlicher Seite festgesetzt und
keiner schreit nach freien Markt.
Bei Milch würde dieses Preisystem lauten,
staatlich festgesetzter Preis 35 Cent Milchpreis
von jeder Molkerei zu zahlen , dabei kann aber
jeder produzieren was er will.

Gruss Hans
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