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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

PistenBully 300 Pisten Bully mit Xerion Claas Jaguar 930
4247 mal angesehen
08.10.2009, 18.35 Uhr

Alpines Gerät im norddeutschen Mais

In großen Teilen Norddeutschlands ist die Maisernte bereits in den letzten Zügen. Auch das Lohnunternehmen Harries hat nur noch wenige Tage im Mais zu häckseln. Wir waren heute auf einer Biogasanlage in Wardenburg, nähe Oldenburg in Niedersachsen zu Gast. Schon seit 2 Tagen ist das Lohnunternehmen für die 700 kW Anlage mit zwei Häckselkolonnen im Einsatz. Die Hof-Feld-Entfernung beträgt zwischen einem und mehr als 10 km. Die beiden Häckselketten werden angeführt von zwei Claas Jaguar 930 mit Kemper Vorsätzen. Die Häcksler sind aufgrund der moorigen Bodenverhältnisse mit einer besonders breiten Bereifung ausgestattet. Mehr als 10 Abfuhrfahrzeuge, darunter Fendt Vario 800 und 900 sowie ein JD 7720 und ein Deutz Agrotron X, sorgen für den Transport der Silage zur Anlage. Bis hierhin noch nichts Außergewöhnliches für einen Biogaseinsatz.

Interessant wurde es auf dem Siloplatz der Anlage. Für das Maisschieben und Verdichten auf dem Silo sind zuständig: ein Xerion 3800 Trac VC, ein Deutz DX, ein New Holland sowie zwei PistenBully der Firma Kässbohrer. Der Xerion und ein Pisten Bully sind dabei Vorführmaschinen. Seit 10 Jahren setzt das Lohnunternehmen Harries beim Silowalzen bereits auf die bayrischen Raupen-Maschinen. Vom Hersteller Kässbohrer sind die Maschinen für den harten Geländeeinsatz, hauptsächlich für die Pistenpräparierung in Skigebieten, weltweit konzipiert. Aufgrund des niedrigen Schwerpunkts und der enormen Wendigkeit sowie der Option auf eine zusätzliche Seilwinde können die Maschinen Steigungen bis zu 100%, das entspricht 45 Grad, bewältigen.

In Wardenburg führt Kässbohrer heute eine PistenBully 300 mit 5,10 Metern Räumschild, ebenfalls aus eigenem Hause, vor. Für den Agrareinsatz hat der Hersteller allerdings ein paar Modifizierungen am Bully vorgenommen. So musste zum Beispiel aufgrund der Schmutzbelastung in der Front der Kühler hinter die Kabine, im Heck, montiert werden. Zusätzlich wurden besonders schmale Ketten angebracht, um die Verdichtungseigenschaften am Silo zu verbessern. Die Maschine wird von einem 330 PS Mercedes-Benz-Motor angetrieben.

Auf dem Silo stand der PistenBully in direkter Konkurrenz zum Systemfahrzeug Xerion von Claas. Dieser war ausgestattet mit einem Holaras Schild. Der Xerion hat ein Gewicht von 10,2 Tonnen (ohne Reifen) und steht der Raupe in Punkto Gewicht in nichts nach. Mit seinen 380 PS ist der Xerion der Raupe ebenfalls nahezu gleichwertig. Großer Vorteil des PistenBully ist sein Raupenfahrwerk, welches ihm auf dem Silo eine bessere Griffigkeit verschafft. Dies wirkt sich natürlich auch positiv auf die Erntegutbewegung aus. Des Weiteren hat der Fahrer die Möglichkeit, das Räumschild in allen Richtungen zu schwenken und auszurichten. Mit dem hydrostatischen Fahrantrieb, dem Halblenkrad und der durchdachten Joystick-Steuerung lässt sich die Maschine nicht nur am Steilhang perfekt lenken. Der Xerion überzeugt vor allem durch die bekannte Hundeganglenkung, welche ihm beim Anwalzen zu einer breiteren Aufstandsfläche verhilft.

Topmodel der PistenBully Familie ist die Serie 600 mit 490 PS, welche im landwirtschaftlichen Einsatz jedoch nur wenig Verwendung finden wird. Eine solche Maschine würde mit kompletter Ski-Ausstattung nach Herstellerangaben mit bis zu 250.000 Euro zu Buche schlagen. Für den landwirtschaftlichen Einsatz sind eher die Maschinen des Typs 300 und 400 (370 PS) geeignet. Gebrauchte und grundüberholte Maschinen im Alter von 5-6 Jahren und mit ca. 5.000 Betriebsstunden sind bereits für unter 100.000 Euro zu haben.

Für uns hat die Raupe auf dem Silo neben dem Xerion eine sehr gute Figur gemacht. Auch ein Verbrauchswert von rund 25 Liter/Std. im Walzbetrieb für eine Biogasanlage mit 2 Häckslern ist nicht zu viel. Problematisch wird für viele Betriebe sicherlich eine Auslastung der Maschine außerhalb der Maissaison. Ein Mitarbeiter der Firma Kässbohrer berichtet uns jedoch über die zahlreichen weiteren Einsatzmöglichkeiten der Maschinen, wie beispielsweise auf Deponien im Torfabbau und natürlich im Skibetrieb. Für Betriebe, denen solche Einsatzmöglichkeiten für den PistenBully fehlen, wird es sicherlich schwierig, das Gerät wirtschaftlich zu betreiben.

Im Interview mit dem Geschäftsführer des Lohnunternehmens, Herrn Peter Harries:

Herr Harries, bitte beschreiben Sie einmal kurz ihr Lohnunternehmen.

„Das Lohnunternehmen Harries aus Edewecht hat 15 feste Mitarbeiter sowie ca. 25 Saisonarbeitskräfte. In diesem Jahr arbeiten wir mit 6 Häckselketten, wobei eine die komplette Saison in der Grasbergung eingesetzt wird. In unserem Einzugsgebiet befinden sich überdurchschnittlich viele Biogasanlagen. Wir sind in dieser Saison auf 10 Anlagen in der Maisernte tätig, wobei wir teilweise auch in Kooperation mit anderen Lohnunternehmen arbeiten. Zu Häckseln sind auf den Anlagen zwischen 60 und mehr als 300 Hektar.“

Warum haben Sie sich vor einigen Jahren für den PistenBully als Walzschlepper entschieden und wie setzen Sie die Maschine beispielsweise im Sommer ein?

„Nun ja wir haben nicht nur einen Bully im Einsatz. Unser Lohnunternehmen ist sehr stark im Torfabbau tätig und setzt hier insgesamt 4 Maschinen unterschiedlicher Baureihen und Baujahre ein. Die Maschinen sind im Abbau hauptsächlich für das Planieren und Ausschieben von Flächen zuständig und dafür die idealen Geräte. Leider ging der Torfabbau in den letzten Jahren immer mehr zurück. Es lag so auf der Hand den PistenBully auch einmal in einem anderen Einsatzgebiet zu fahren.“

Wie viele Betriebsstunden leisten die Maschinen im Jahr?

„Jede Maschine schafft bei uns im Jahr etwa 600 Stunden.“

Was sagen die Kunden, wenn Sie mit der Raupe zum Silowalzen erscheinen?

„Na ja die wissen dies eigentlich schon vorher. Grundsätzlich bestellen die Kunden den Bully zum Auftrag. Die meisten schätzen die gute Beweglichkeit, die besser zu bewältigenden Steigungen, die größere Räumleistung sowie auch das größere Gewicht.“

Wie bekommen Sie den PistenBully zum Kunden?

„Wir nutzen dafür einen Tieflader. Auf der Kette wäre es nur mit einer Extra-Genehmigung möglich.“

Wo liegen etwa die Verbrauchswerte?

„Unsere Maschine hat rund 330 PS und ist knappe 14 Jahre alt. Auf dem Silo liegt der Verbrauch etwa bei 25-35 Litern in der Stunde. Die Werte schwanken sehr stark aufgrund von unterschiedlichen Steigungen und Belastungen. Ich vermute, dass die neueren Modelle etwas sparsamer fahren.“

Wie sieht es mit dem Verschleiß aus?

„Wie bei allen anderen Kettenfahrzeugen, sind die Antriebselemente die teuersten Verschleißteile. Je nach Untergrund, auf dem gefahren wird, müssen so alle 2.000-3.000 Stunden beispielsweise die Spurbügel gewechselt werden. Meistens ist dann auch noch das eine oder andere Bauteil fällig. Mit Arbeitslohn und Ausfallzeit ist man so schnell bei 10.000 Euro.“

Vielen Dank für das kurze Interview!

Bilder: Jörn Gläser
Text: Jörn und Tammo Gläser
Video: Tammo Gläser

Besuchen Sie für mehr Informationen auch die Internetseite des Lohnunternehmens:

Lohnunternehmen Harries

Passenden Videoclip zum Erntetag anschauen.

Auf landtechnikvideos.de ist ein Fotoalbum mit 20 Bilder veröffentlicht.

Luftaufnahmen aus der Maisernte findet ihr in diesem Clip...

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

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Kommentare

11.10.2009 15:30 Foerdi
Schön schön, aber nun geht das los:

25-35l Spritverbrauch??? Bei 4 Walzfahrzeugen (gleichzeitig?)auf dem Silo?
11.10.2009 18:59 Agrarsani
Foerdi schrieb:
Schön schön, aber nun geht das los:



25-35l Spritverbrauch??? Bei 4 Walzfahrzeugen (gleichzeitig?)auf dem Silo?


Hallo Foerdi,
danke für deinen Beitrag. Insgesamt sogar 5 Maschinen. Der PistenBully 300 und der Xerion sind Vorführer. Beim Deutz und beim New Holland fällt der Verbrauch natürlich geringer aus.

Gruß
12.10.2009 14:14 Komet
Langsam muß das Gerät wieder nach Bayern.

"Der Winter steht vor der Tür"
12.10.2009 20:28 Foerdi
Agrarsani schrieb:
Hallo Foerdi,

danke für deinen Beitrag. Insgesamt sogar 5 Maschinen. Der PistenBully 300 und der Xerion sind Vorführer. Beim Deutz und beim New Holland fällt der Verbrauch natürlich geringer aus.



Gruß


Ja klar, aber alleine der PistenBully oder alle zusammen gerechnet verbrauchen viel zu viel! Sind das alles Millionäre??? Und das bei zwei Jaguar 930?!
Sollen die Leute selber wissen was die mit ihren Geld machen!

Ich habe bald 250Std. gewalzt dies Jahr alles dabei, von bis. Und der Durchschnittsverbrauch ist unter 10l/h!
17.10.2009 13:08 Agrarsani
Hallo
Richtig! Jeder Betrieb rechnet anders.
Hier vielleicht ein ganz anderes "Extrem":

[www.landlive.de]

Gruß

01.11.2009 11:01 williulf
Foerdi schrieb:
Ja klar, aber alleine der PistenBully oder alle zusammen gerechnet verbrauchen viel zu viel! Sind das alles Millionäre??? Und das bei zwei Jaguar 930?!

Sollen die Leute selber wissen was die mit ihren Geld machen!



Ich habe bald 250Std. gewalzt dies Jahr alles dabei, von bis. Und der Durchschnittsverbrauch ist unter 10l/h!

ohne Schild und nur 1m hoch?
02.11.2009 08:33 Foerdi
williulf schrieb:
ohne Schild und nur 1m hoch?



Ich habe bald 250Std. gewalzt dies Jahr alles dabei, von bis. Und der Durchschnittsverbrauch ist unter 10l/h!

Erklärt sich von selber.
17.01.2010 23:55 RicharddeFlorennes
super recherchiert und geschrieben!
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