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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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13.11.2009, 09.40 Uhr

Körner statt Silage

27. Oktober: Kurz vor Beginn der Abenddämmerung bin ich mit der Landexpert Dienstleistungen OHG auf einem Maisfeld bei Düsseldorf Erkrath verabredet. Das Unternehmen bewirtschaftet insgesamt rund 1.000 Hektar für zwei adlige Großgrundbesitzer in der Region Niederrhein. Für den heutigen Tag ist die Ernte von Körnermais angesagt - ein Ernteverfahren, das mir noch in meiner privaten Foto- und Videosammlung fehlt. Als ich an der fraglichen, mit goldgelben Maispflanzen bewachsenen 12-Hektar-Parzelle ankomme, bin ich zunächst enttäuscht: Zwar deuten ein bereitstehender LKW am Feldrand und abgeerntete Vorgewende auf irgendeine Aktivität hin, doch vom Mähdrescher ist nichts zu sehen oder zu hören.

Zu Fuß mache ich mich auf den Weg zu einer anderen Seite des Feldes: Und richtig, von einer leichten Anhöhe aus entdecke ich den Claas Lexion 600 auf "Terra Trac" Raupenfahrwerk, der mit erstaunlich hoher Geschwindigkeit (ca. 10 km/h) eine Schneise durch den todreifen Mais frisst. Erstaunlich ist auch die leise Geräuschkulisse: Aus der Ferne ist außer dem Motorgeräusch nur ein Rascheln zu hören - ein ganz anderes Geräusch als das laute Brummen von Feldhäckslern.

Als der Mähdrescher in einen vom einem Fendt Vario 936 gezogenen Kaweco Überladewagen abbunkert, habe ich Gelegenheit zuzusteigen und mich in der Claas Comfort Kabine mit dem Fahrer Ralf Nagel zu unterhalten. Er erklärt mir, was mit dem Körnermais nach der Ernte passiert: "Wir verkaufen den Mais an Schweinemastbetriebe, die die Körner als hochwertiges Grundfutter einsetzen." Erst seit Herbst 2008 erntet die Landexpert OHG den Körnermais selbst, obwohl ein eigener Mähdrescher zur Verfügung stand. "Der Verschleiß eines Mähdreschers ist bei der Körnermaisernte viel höher als bei der Ernte von Getreide oder Raps. Die Härte der Körner, der höhere Kraftaufwand, die insgesamt höhere Biomasse, die durch die Maschine läuft und die wesentlich feuchteren Erntebedingungen im Herbst setzen der Maschine ganz schön zu", weiß Ralf Nagel zu berichten. Doch als sich die Gelegenheit ergab, kostengünstig einen gebrauchten 8-reihigen Maispflückvorsatz des auf diese Technik spezialisierten Herstellers Geringhoff zu erwerben, entschied sich Landexpert, die Kapazitäten ihres Claas Lexion 600 voll auszunutzen und das Maisdreschen sogar als Dienstleistung für benachbarte landwirtschaftliche Betriebe anzubieten, erzählt mir der langjährige Mitarbeiter des Dienstleistungsunternehmens.

Während der Fahrt habe ich auch Gelegenheit, mir den Pflückvorsatz in Aktion anzusehen. Pflücken ist dabei wirklich wörtlich zu nehmen, denn das "Schneidwerk" zieht vor allem die Kolben von den Stängeln und fördert sie ins Innere der Maschine. Der Großteil der Stängel wird unter das Pflückwerk gedrückt und dort von rotierenden Messern zerkleinert. Nur ein erstaunlich geringer Anteil der Pflanzenmasse durchläuft den eigentlichen Strohhäcksler am Heck des Mähdreschers. Trotzdem ist es nötig, das gesamte Feld nach der Ernte nochmals mit einem Mulchgerät, wie es auch für die Zerkleinerung von Gründüngerpflanzen eingesetzt wird, zu befahren. "Den Körnermais bauen wir in Monokultur Jahr für Jahr auf Flächen mit minderwertigeren Böden oder auf abgelegenen Parzellen an, die wir nicht so intensiv pflegen können", erklärt mir Ralf Nagel. Daher ist die Zerkleinerung der jährlich anfallenden enormen Biomasse auf diesen Feldern besonders wichtig".

Leider setzt die Dunkelheit an diesem bewölkten Abend besonders schnell ein, so dass mir für schöne Fotos nicht viel Zeit bleibt. Doch eine Woche später habe ich noch einmal Glück: Als ich am letzten goldenen Oktobertag des Jahres wieder einmal in Sachen "Zuckerrübenernte" unterwegs bin, entdecke ich zufällig einen Claas 480 mit 6-reihigem original Claas Maispflücker beim Maisdreschen. Auch hier überrascht mich die enorme Arbeitsgeschwindigkeit, die deutlich wahrnehmbar über der Geschwindigkeit liegt, wie man sie vom Dreschen eines stehenden Weizenbestandes unter besten Bedingungen kennt. Ein Grund dafür liegt natürlich darin, dass die Arbeitsbreiten der Pflückvorsätze aufgrund der geringen Bedeutung von Körnermais, z. B. im Vergleich zu den USA, geringeren Absatz finden. So sind z. B. für die Körnermaisernte mit dem CAT Lexion 590R in den USA Pflückvorsätze mit 16 Reihen keine Seltenheit.

Schaut euch auch die Fotos im passenden Fotoalbum an.

Text: Sascha Jussen und Tammo Gläser
Bilder: Sascha Jussen

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

agrarsani, claas, fendt, kaweco, lexion, lexion 480, lexion 600, maisdreschen, maisernte

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