Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Jungviehstall mit Photovoltaik-Modulen Wechselrichter für die 30 kW Photovoltaikanlage Photovoltaikanlage auf frisischen Laufstall
1104 mal angesehen
12.12.2009, 14.58 Uhr

Photovoltaik in der Landwirtschaft

Biogas, Windkraft, Sonnenenergie - Landwirte haben heute viele Möglichkeiten, sich im Bereich der regenerativen Energien ein weiteres Standbein zu schaffen. Vor allem die Branche Sonnenenergie erfährt momentan eine Boomphase und die Photovoltaik-Industrie kann sich vor Bestellungen kaum retten. Lieferengpässe der Module und ausgelastete Installateure der Photovoltaikanlagen prägen momentan diese Branche. Angeheizt durch die politischen Rahmenbindungen wurden im Jahr 2009 viele Solarmodule auf deutschen Dächern installiert. Freie und passend ausgerichtete Dachflächen stehen auf vielen Bauernhöfen reichlich zur Verfügung.

Auch der Landwirt Hans-Jürgen Woge aus Jever in Friesland hat diesen Schritt getan. Im Gespräch mit dem 49-Jährigen erfuhr ich einiges zu seinen Überlegungen und Beweggründen in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage auf den Dächern seiner Stallungen installieren zu lassen.

Bereits 2004 befasste sich Haupterwerbslandwirt Woge mit der regenerativen Energie. Er ließ sich von Sachverständigen beraten, Dachflächen ausmessen und Angebote machen. Das Ergebnis war für ihn damals jedoch ernüchternd. Hohe Modulpreise und die fehlende Effektivität der damaligen Technologie machten die Investition in eine Photovoltaikanlage für ihn nicht attraktiv genug.

Heute, 5 Jahre später, präsentiert er stolz seine frisch installierte 30 kW Photovoltaikanlage. Seit dem Sommer dieses Jahres konkretisierte er seine Überlegungen erneut. Zunächst informierte er sich über den aktuellen Stand der Technologie und besuchte befreundete Landwirte in der Region, um sich über die Praxistauglichkeit der Anlagen zu informieren. Weitere Unterstützung erhielt er durch den regionalen Beratungsring, in dem er seit vielen Jahren Mitglied ist. Erfreulich waren die Ergebnisse der Gutachten. Beide Stallungen, auf denen jeweils zwei Reihen der Module installiert werden sollten, sind sehr gut geeignet. Sowohl der ältere Jungviehstall als auch der Milchvieh-Laufstall mit Baujahr 1996 sind sehr gut „in Schuss“ und stehen lediglich 20 Prozent aus der optimalen Südausrichtung in Richtung Sonne.

Woge berichtet, dass gerade bei älteren Ställen oft vor dem Aufbau der Anlage noch Reparaturen an der Dachkonstruktion durchgeführt werden müssen. Auch von der Installation auf alten Asbest-Dachflächen ist abzuraten. Zusätzlich ist die optimalere Ausrichtung der Alugrundrahmen aufgrund der jeweiligen angenommenen Windverhältnisse oftmals problematisch und muss in jedem Fall berücksichtigt werden. Das Gewicht eines einzelnen Moduls mit dem dazugehörigen Alurahmen stellt eine Belastung von etwa 21 Kilo für die Dachfläche dar.

Im August holte Woge dann Angebote von 5 Anlagenbauern ein. Die Entscheidung fiel auf ein Unternehmen aus der Umgebung. Hauptgründe für seine Entscheidung waren für ihn neben den Kosten auch die kompetente und engagierte Beratung und die örtliche Nähe. Die konzipierte Anlage sollte sich aus folgenden Komponenten zusammensetzen:

300 m² Modulfläche mit insgesamt 30.000 Watt Leistung
2 trafolose Wechselrichter mit je 10 kW Leistung
2 trafolose Wechselrichter mit je 5 kW Leistung

Aus Erfahrungswerten von anderen Photovoltaik-Anlagenbetreibern weiß Herr Woge, dass die Wechselrichter oft eine Schwachstelle des sonst sehr zuverlässigen Systems darstellen. Nicht selten müssen diese alle paar Jahre ausgetauscht werden. Die Aufgabe dieser Wechselrichter ist, den produzierten Gleichstrom der Anlage auf Wechselstrom umzurichten.

Nach Abschluss des Vertrags kam es aufgrund von Lieferschwierigkeiten seitens des Herstellers der Module zu Verzögerungen bei der Installation der Anlage. So verschob sich die Installation vom 1. November auf den 22. November. Die eigentliche Montage der Anlage war dann jedoch schnell geschafft. Zwei Monteure waren etwa 2,5 Tage mit der gesamten Installation beschäftigt. Gerechnet wird hierbei mit etwa 10 kW installierter Leistung je Arbeitstag. Hierbei muss unter anderem auf den passenden Anstellwinkel, aber auch eine ausreichende Luftzufuhr unter den Platten schon bei der Planung geachtet werden. Parallel organisiert der zuständige Energieversorger die nötigen Verbindungen und Zuleitungen für die Einspeisung des produzierten Stroms. Bauherr Woge musste bei der gesamten Installation keine Hand anlegen. Alle Termine und Aufbauarbeiten wurden vom Installationsbetrieb koordiniert und aufeinander abgestimmt.

Der Vertrag sieht hierbei vor, dass die Anlage bis zum 31.12.2009 an das Netz angeschlossen wird. Dies garantiert Hans-Jürgen Woge einen staatlich zugesicherten Abnahmepreis von 43 Cent pro kWh in den nächsten 20 Jahren. Ebenso langfristig wie die Vergütung ist auch die Herstellergarantie für die montierten Module. Für 25 Jahre ist hierbei eine 80-prozentige Leistung der Module garantiert. Zur weiteren Absicherung hat Hans-Jürgen Woge Versicherungen für die Anlage abgeschlossen bzw. angeglichen. Dies lässt Hans-Jürgen Woge auch bei stürmigen und friesisch-rauen Nächten ruhig schlafen.

Neben der Photovoltaikanlage wird das Wohnhaus der Familie Woge komplett mit der Abwärme aus einer nahe liegenden Biogasanlage geheizt. Das warme Wasser, unter anderem für die Badezimmer, wird von einem Wärmerückgewinnungssystem bereitgestellt. Bei diesem System liefert jeder Liter gemolkene Milch, der mit etwa 35°C in der Milchkammer ankommt, genügend Energie für 0,7 Liter warmes Wasser.

In der nächsten Woche sollen nun die Photovoltaikmodule ans Netz angeschlossen werden und Hans-Jürgen Woge hofft auf einen zuverlässigen und störungsfreien Betrieb der Anlage. „Wenn in den ersten Jahren alles ohne Probleme läuft, kann ich mir gut vorstellen, die Kapazität meiner Anlage weiter auszubauen“, erzählt uns Hans-Jürgen Woge abschließend.

Vielen Dank an Hans-Jürgen Woge für das Interview!

Text: Jörn und Tammo Gläser
Fotos: Jörn Gläser

Liegeboxen Umbau für die Kälberaufzucht auf dem Hof Woge.

Moderne Melkrobotertechnik in niedersächsischen Melkhäusern.

www.landtechnikvideos.de
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark
Anzeige

Schlagwörter

dachflächen, friesland, landwirte, laufstall, nawaro, photovoltaik, solar, sonnenenergie, stall, stallungen

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Anzeige
Zum Seitenanfang