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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Räumfahrzeuge der Gemeinde Wangerland Schneeberge in Norddeutschland türmen sich glatte Straßen auf Grund von Streusalzmangel
1299 mal angesehen
17.02.2010, 15.22 Uhr

Lohnunternehmen im Winterdienst

Ausnahmewinter wie der Winter 2009/2010 mit wochenlangen Frostperioden und Schneefällen erfordern durchdachte und schlagkräftige Maßnahmen im Winterdienst um für sicher befahrbare Straßen zu sorgen. Zu Gast im Wangerland, einer der flächenmäßig größten Gemeinden Niedersachsens, sprachen wir mit den Verantwortlichen über den Verlauf des Winterdienstes, die Kooperation mit Lohnunternehmen in der Gemeinde und die Auswirkungen des lang anhaltenden Winters, der alle Beteiligten vor neue Herausforderungen gestellt hat.

Seit dem 7. Dezember zeigen die Thermometer im Wangerland Temperaturen unter dem Gefrierpunkt an. Mitte Dezember kamen heftige Schneefälle hinzu, die am 17. Dezember zu einem Schneechaos in der Gemeinde führten. Neben den ungeahnten Schneemengen kam es zudem in der küstennahen Gemeinde zu meterhohen Schneeverwehungen, die viele Straßen unbefahrbar machten.

Schon seit vielen Jahren pflegen wir eine gute Zusammenarbeit mit fünf Lohnunternehmern aus der Gemeinde, die uns beim Winterdienst Jahr für Jahr unterstützen, erklärt uns Torsten Meuer, Abteilungsleiter der Bautechnik in der Gemeinde Wangerland. Er erläutert uns an einer Notfallplankarte die freizuhaltenden Straßen, welche farblich in unterschiedliche Prioritätsklassen eingeteilt sind. Neben den gemeindeeigenen Räumfahrzeugen, welche hauptsächlich für öffentliche Plätze und Gehwege eingesetzt werden, hat jeder der Lohnunternehmer einen festen, zu räumenden Streckenabschnitt zugeteilt bekommen.

Von Andrew Gilliam-Hill, Leiter des Bauhofes, erfahren wir hierzu Einzelheiten zur Organisation und Disposition der Fahrzeuge. Die Gemeinde hat den fünf Lohnunternehmen jeweils ein 4 Meter breites Räumschild zur Verfügung gestellt. Wenn sich beispielsweise die Witterungsverhältnisse in den Morgenstunden zuspitzen alarmiert Gilliam-Hill per Telefon die zuständigen Lohnunternehmer und erfasst gleichzeitig für die spätere Abrechnung zwischen Unternehmen und Gemeinde die Startzeit. Die Alarmierungszeit richtet sich hierbei wesentlich nach dem morgendlichen Berufs- und Schülerverkehr. Kurz vor Weihnachten waren die Fahrzeuge aufgrund des starken Schneefalls sogar im Dauereinsatz. Gilliam-Hill erzählt, dass bis vor ein paar Jahren auch noch Landwirte in den Winterdienst eingebunden waren. Aufgrund der fehlenden Flexibilität und Einsatzsicherheit in der Zusammenarbeit mit den Landwirten ging man jedoch zur Kooperation mit den Lohnunternehmern über.

In der Gemeinde Wangerland sind insgesamt 176 km Zwischen- und Verbindungsstraßen frei zu halten, zusätzlich ist die Straßenmeisterei mit Sitz in Moorwarfen bei Jever zuständig für die Bundes-, Land- und Kreisstraßen. So wie viele Straßenmeistereien deutschlandweit kam es auch im Wangerland zu Streusalzengpässen. Torsten Meuer führt aus, dass der Salzpreis von rund 80 Euro je Tonne in den letzten Wochen teilweise auf über 300 Euro je Tonne angestiegen ist. Solche Angebote können wir jedoch nicht sofort annehmen, erläutert Meuer. Der Einsatz von Streusplitt und Sand ist allerdings oftmals problematisch, da sich diese Streumittel in Kanalisationen und Gräben absetzten und die Wirkung schon nach wenigen Zentimetern Neuschnee hinfällig ist.

In den letzten Jahren wurden Streusalznachbestellungen in wenigen Tagen geliefert, erklärt Meuer. In diesem Jahr sind die Kapazitäten jedoch weitestgehend ausgeschöpft und Gemeinden und Städte warten sehnsüchtig auf neue Lieferungen durch Schiffe aus Chile und Marokko.

Weiter sprachen wir mit Markus Gellert vom Ordnungsamt in der Gemeinde. Er erzählt uns, dass es mit der Einsicht der Einwohner über die teilweise vereisten Straßen zu Anfang schwierig war. In diesem Winter ist es vor allem schwierig die private und öffentliche Räumpflicht unter den schwierigen Rahmenbedingungen durchzusetzen, erklärt Gellert. Des Weiteren rechnet er mit vermehrten rechtlichen Auseinandersetzungen, die die Gemeinde durch Glatteisunfälle haben wird.

Abschließend liefert uns Andrew Gilliam-Hill einen Ausblick auf die Zeit nach Schnee und Eis. Er rechnet mit gewaltigen finanziellen Belastungen durch den hohen zusätzlichen Arbeitsaufwand von Gemeindemitarbeitern und Lohnunternehmen, aber vor allem durch die notwendigen Reparaturen verursacht durch den Frostaufbruch von Straßen. Den Mehraufwand beziffert er mit dem 5-fachen an Arbeitszeit im Vergleich zu einem durchschnittlichen Winter. Bei der Frage, wie sich die Gemeinde Wangerland auf den nächsten Winter vorbereiten wird, entgegnet Gilliam-Hill damit, dass es sich bei diesem Winter um einen Ausnahmewinter handelt. Er gibt allerdings zu bedenken, dass der Winter im Wangerland noch nicht vorüber ist….

Vielen Dank an Torsten Meuer, Markus Gellert und Andrew Gilliam-Hill für das Interview.

Weitere Bilder vom Winterdienst in Nord- und Süddeutschland

Text: Tammo und Jörn Gläser
Bilder: Jörn Gläser

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

agrarsani, frost, glatteis, jörn gläser, lohnunternehmen, lohnunternehmer, salz, schee, streugut, streusalz, wangerland, winterdienst

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

18.02.2010 17:44 hexashift
Das ist mal ein Blog,
nicht sowas, was man sonst lesen 'darf'
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