Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.debusiness and more
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineGrußkartenMitgliederGruppenPartnersuche

Mykorrhiza die fast vergessene...

Symbiose von Pflanzen und Pilzen (1 Eintrag)

Mykorhizza
397 mal angesehen
26.02.2010, 23.14 Uhr

Mykorrhiza eine Bio High-Tech

… die allermeisten Pflanzen bilden eigentlich
keine Wurzeln, sondern Mykorrhiza!
Mykorrhiza
Ein beinahe vergessenes Geheimnis
fruchtbarer Böden

Und auch eine Bio Zukunfts-Hochtechnologie

Die Mykorrhiza ist eine weitverbreitete Symbiose von Pilzen mit Pflanzenwurzeln. Die Symbiose unterstützte die Pflanzen bereits vor etwa 410 Millionen Jahren bei der Eroberung des Festlandes. Heute profitieren ungefähr 80 % aller Pflanzenarten vom Zusammenleben mit verschiedenen Pilzen in ihren Wurzeln.

WAS SIND MYKORRHIZA-PILZE?
Mykorrhiza-Pilze sind natürlich vorkommende Bodenpilze, die mit
Pflanzenwurzeln in Symbiose wachsen und dadurch der Pflanze eine
Reihe an Vorteilen verschaffen.
Sie verbessern die Nährstoff- und Wasserversorgung, schützen vor
Krankheiten, fördern das Wachstum der Pflanze und helfen ihr,
Stresssituationen wie z.B. Trockenperioden besser zu überstehen.
Was sind Mykorrhiza-Pilze?

Mykorrhiza-Pilze sind spezielle Bodenpilze, die an der Oberfläche oder
im Inneren von lebenden Pflanzenwurzeln wachsen und mit diesen in
intensivem Austausch stehen. Die Pflanzen geben diesen Pilzen
Kohlenhydrate, die diese nicht selbst herstellen können, und erhalten im
Gegenzug viele wertvolle Nährstoffe wie Phosphate, die sie selbst nicht
so leicht aus dem Boden herauslösen können. Zudem verbessern die
Mykorrhiza-Pilze das Wurzelwachstum, die Wasserversorgung, helfen
der Pflanze gegen verschiedene Krankheiten und stärken sie auf noch
viele andere Art und Weisen, deren Funktionsweisen noch gar nicht alle
vollständig erforscht sind.

Wo kommen Mykorrhiza-Pilze vor?
Mykorrhiza-Pilze kommen in beinahe allen Böden der Welt
natürlicherweise vor. In manchen weniger, in manchen mehr. In
landwirtschaftlich genutzten Böden sind sie in letzter Zeit immer
seltener geworden, da ihnen viele herkömmliche
Bewirtschaftungsmethoden gar nicht gut bekommen.
In den Wäldern können reine Fichtenmonokulturen zu einer Verarmung
an Mykorrhiza führen: für die Fichten sind zwar die geeigneten
Mykorrhiza meist vorhanden, für wertvolle Laubbäume wie Buchen und
Eichen fehlen deren spezifischen Mykorrhiza jedoch in vielen Fällen. Das
erschwert die Aufforstung und führt oft zu Misserfolgen.

Wie helfen Mykorrhiza-Symbiosen gegen Wassermangel?
Durch das vergrößerte Wurzelsystem, das die Pflanze durch die
Besiedelung mit Mykorrhiza-Pilzen ausbildet, kann sie viel mehr
Wasserressourcen im Boden nutzbar machen. Die Pilzstränge reichen
zudem viele Meter weiter in den Boden – an Stellen, an denen die
Wurzeln nie hinkommen würden – und erschließen der Pflanze so
wichtige Wasser- und Nährstoffquellen.

Wie verbessern Mykorrhiza-Pilze die Bodenstruktur?

Die Böden, die von Mykorrhiza-Pilzgeflechten durchwachsen sind,
weisen eine viel bessere Krümmelstruktur auf, da die Pilzfäden mit ihrem
eigenen Klebstoff Glomalin die Erdkrümmel gut zusammenhalten.

Wie werden Mykorrhiza-Sporen hergestellt?
Sporen sind für die Pilze, was Samen für die meisten Pflanzen sind –
eine gute Möglichkeit sich fortzupflanzen. Durch die Vermehrung und
den gezielten Einsatz von Pilzsporen im Garten, der Land- und
Forstwirtschaft, können die Vorteile der Mykorrhiza-Pilze sehr gut
genützt werden.
Die Herstellung dieser Sporen ist denkbar einfach: Auf einem geeigneten
Substrat (möglichst torffrei!) werden verschiedene besonders
pilzliebende Arten wie Mais und Tagetes herangezogen. Das Substrat
wird zuvor mit den aus dem Boden isolierten Pilzsporen beimpft. Die
Mykorrhiza-Pilze wachsen nun in Kombination mit den Mais- und
Tagetespflanzen und werfen ihre Sporen unterirdisch ab. Die
oberirdischen Teile der Pflanzen werden abgeschnitten und kompostiert.
Die Wurzeln können ebenfalls entfernt werden oder sie werden
getrocknet, zermahlen und unter das Substrat gemischt. Dieses Substrat
enthält nun Abermillionen der wertvollen Mykorrhiza-Sporen und kann
zur Beimpfung von anderer Erde und Pflanzen verwendet werden.

Welche praktischen Erfahrungen gibt es zu der Anwendung von
Mykorrhiza-Pilzsporen bisher?

Unzählige wissenschaftliche Studien haben sich schon eingehend – auch
in längerfristigen Feldversuchen - mit dem Phänomen der Mykorrhiza
beschäftigt. Wie stark die positiven Effekte der Mykorrhiza-Symbiose
zum Vorschein treten, hängt unter anderem von der Art der
Düngemittel, der Art der Pflanze, der Art des Bodens und der Art der
Bewirtschaftung ab.
In sehr vielen Fällen konnten jedoch äußerst positive Wirkungen auf die
Nährstoffversorgung, die Pflanzengesundheit und die Höhe der Erträge
festgestellt werden. Auch Ernteausfälle aufgrund von Trockenheit oder
anderer widriger Umstände treten weit weniger häufig auf.

Ertragssteigerungen von Linsen und Weizen
durch die Beimpfung des Saatguts mit Endomykorrhiza*

Steigerung mit Mykorrhiza bei Linsen 57%
Steigerung mit Mykorrhiza bei Weizen 12%

Mykorrhiza
Ertrag Linsen / Ertrag Weizen
Quelle:
* Talukdar NC. Growth and yield of lentil and wheat inoculated with three
Glomus isolates from Saskatchewan soils. Mycorrhiza 1994; 5(2): 142-152.

WELCHE PFLANZE BRAUCHT WELCHE MYKORRHIZA?
Die Pflanzen lassen sich grob in vier Gruppen unterteilen:
• solche, die Endomykorrhiza benötigen,
• solche, die Ektomykorrhiza benötigen,
• solche, die mit Ericalen Mykorrhiza wachsen
• und solche, die überhaupt keine Mykorrhiza
ausbilden können.

Endomykorrhiza
Beinahe alle krautigen Pflanzen wie Gemüse, Kräuter,
Blumen, Getreide, alle Beerensträucher, Weinreben und
Obstbäume sowie viele Laub- und Nadelbäume können
Symbiosen mit Endomykorrhiza-Pilzen eingehen.

Ektomykorrhiza
Die allermeisten Nadelbäume benötigen Ektomykorrhiza
und viele Laubbäume benötigen sowohl Endo- als auch
Ektomykorrhiza.

Ericale Mykorrhiza
Pflanzen aus der Familie der Heidekrautgewächse wie
Rhododendren, Heidelbeeren, Erika und Azaleen bilden
spezielle, so genannte Ericale Mykorrhiza aus.

Keine Mykorrhiza
Pflanzen, die einer der folgenden Pflanzenfamilie n
angehören, bilden überhaupt keine Mykorrhiza aus:
Kreuzblütler (Brassicaceae), Fuchsschwanzgewächse
(Amaranthaceae), Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
und Sauergräser (Cyperaceae).

Mykorrhizierbarkeit der bekanntesten
Gemüsearten und Gewürzkräuter
mit Endomykorrhiza
ja… mykorrhizerbar mit Endomykorrhiza
nein…. bilden überhaupt keine Mykorrhiza
ENDO
Basilikum ja
Blumenkohl nein
Bohnen ja
Bohnenkraut ja
Borretsch ja
Brokkoli nein
Dill ja
Erbsen ja
Estragon ja
Fenchel ja
Gurken ja
Karotten ja
Kartoffeln ja
Kohlrabi nein
Kürbis ja
Lauch ja
Mais ja
Majoran ja
Mangold nein
Melde nein
Melonen ja
Oregano ja
Paprika ja
ENDO
Pastinaken ja
Petersilie ja
Pfefferminze ja
Radieschen nein
Rettich nein
Rohnen nein
Rosenkohl nein
Rosmarin ja
Rotkohl nein
Rüben nein
Salate ja
Salbei ja
Schnittlauch ja
Sellerie ja
Spinat nein
Thymian ja
Tomaten ja
Topinambur ja
Weißkohl nein
Wermut ja
Ysop ja
Zucchini ja
Zwiebeln ja

Mykorrhizierbarkeit
verschiedener Laub- und Nadelbäume

mit Endo- und Ektomykorrhiza
ENDO… Endomykorrhiza
EKTO… Ektomykorrhiza

ENDO EKTO
Ahorn ja
Akazie ja
Birke beide
Buche beide
Eberesche ja
Edelkastanie ja
Eibe ja
Eiche beide
Esche beide
Fichte ja
Gingko ja
Hainbuche ja
Haselnuss ja
Kiefer ja
Lärche ja
Linde beide
Pappel beide
Platane ja
Rosskastanie ja
Tanne ja
Thujen ja
Ulme beide
Wacholder ja
Walnuss ja
Weide beide

Mykorrhizierbarkeit
von Beerensträuchern und Obstbäumen

ENDO… Endomykorrhiza
ERICALE… Ericale Mykorrhiza
ENDO ERICALE
Apfel ja
Birne ja
Blaubeeren ja
Brombeeren ja
Erdbeeren ja
Himbeeren ja
Johannisbeeren ja
Kirsche ja
Marillen/Aprikosen ja
Pfirsiche ja
Pflaume ja
Stachelbeeren ja
Weichsel ja
Weintrauben ja
Zwetschke ja

Mykorrhizierbarkeit
verschiedener Feldfrüchte, Leguminosen und Gräser
mit Endomykorrhiza

ja… mykorrhizerbar mit Endomykorrhiza
nein…. bilden überhaupt keine Mykorrhiza

ENDO
Dinkel ja
Futterkarotten ja
Futterkohl nein
Futterrüben nein
Gerste ja
Hafer ja
Hanf ja
Kartoffel ja
Lein ja
Luzerne ja
Mais ja
Mohn ja
Ölkürbis ja
Raps nein
Roggen ja
Rotklee ja
Soja ja
Sonnenblumen ja
alle gängigen Weidegräser ja
viele Futterkräuter ja
Weißklee ja
Weizen ja
Wicken ja
Zuckerrüben nein

BEIMPFUNG
~ Wieder zusammenbringen, was zusammengehört! ~
Unter Beimpfung versteht man die bewusste Verwendung von
Pilzsporen, damit die Pflanzen Symbiosen mit den wertvollen
Mykorrhiza-Pilzen ausbilden können.
Es können direkt die Pflanzenwurzeln, das Saatgut, der Dünger oder die
Pflanzerde mit Mykorrhiza-Pilzsporen beimpft werden.

TECHNIKEN DER BEIMPFUNG
Mykorrhiza-Pilze wachsen nur in Kontakt mit lebendigen
Pflanzenwurzeln. Daher müssen ihre Sporen so nahe wie möglich an die
Pflanzenwurzeln gebracht werden. Dies geschieht am besten durch die
Zugabe von Mykorrhiza-Sporen in das Sä- oder Pflanzloch.
Je kleiner die Pflanze noch ist, desto weniger Pilzsporen müssen
verwendet werden – der Pilz wächst dann gleichsam mit der Pflanze mit.
Bei der Beimpfung des Saatguts werden deshalb die geringsten Mengen
benötigt. Bei größeren Pflanzen oder gar Bäumen sollten auch größere
Mengen an Mykorrhiza-Sporen verwendet werden, damit sich der Pilz
gut und schnell auf den ganzen Wurzeln ansiedeln kann.

Einbringen in die Särille/das Säloch
Kurz vor dem Säen werden die Mykorrhiza-Sporen in die Särille oder das
Säloch gestreut. Darüber werden die Samenkörner gelegt, mit Erde
zugedeckt und wie üblich gegossen.
benötigte Menge: 10 – 20ml/1000 Samen

Einbringen in das Pflanzloch
Die Mykorrhiza-Sporen werden direkt in das Pflanzloch hinein gestreut.
Anschließend wird die Pflanze gepflanzt und die Erde gut angedrückt.
benötigte Menge: 20 – 100ml/Pflanze
(je nach Größe)
Vermischen mit Pflanzerde/Substrat
Kurz vor dem Gebrauch werden die Mykorrhiza-Sporen gut mit der
Pflanzerde vermischt. In diese Pflanzerde kann dann wie üblich gesät
oder gepflanzt werden.
benötigte Menge: 10ml/kg Erde
Flächige Ausbringung
Für die flächige Bodenverbesserung werden die Mykorrhiza-Sporen fein
verteilt und leicht (ca. 3cm) untergeharkt.
benötigte Menge: 100ml/m²

VORTEILE DER BEIMPFUNG
Die Beimpfung und die daraus folgende Besiedelung der
Pflanzenwurzeln mit Mykorrhiza verschafft der Pflanze und dem Boden
sehr viele Vorteile:
Dichteres Wurzelsystem
• Es entsteht ein gesünderes und dichteres Wurzelsystem,
das Nährstoffe viel besser aufnehmen kann.
• Die Bewurzelung von Stecklingen ist deutlich verbessert.
• Schneller Bestandesschluss und Durchwurzelung wird gefördert.
• Die Anwachs- und Überlebensraten sind gesteigert.
Bessere Nährstoff- und Wasserversorgung
• Wasser- und Düngergaben können verringert werden.
• Die Toleranz gegenüber Trockenstress ist deutlich verbessert.
• Widrige Witterungsbedingungen werden besser toleriert.
Kräftigeres Wachstum, mehr Blüten und Früchte, höhere Erträge
• Die Pflanze zeigt ein kräftigeres und gleichmäßigeres Wachstum.
• Die Blühfreude und der Fruchtansatz werden gefördert.
Bessere Widerstandskraft gegen Schädlinge und Schadstoffe
• Die Toleranz gegenüber Schädlingen und Krankheiten ist
gesteigert.
• Erhöhte Schadstoffgehalte im Boden werden besser toleriert.
Bessere Bodenstruktur
• Die Bodenstruktur ist besser und stabiler durch die Aggregierung
der Bodenpartikel mithilfe des pilzeigenen Klebestoff Glomalin.

EINSATZGEBIETE
Die Vorteile der Mykorrhiza-Pilze lassen sich eigentlich überall nützen,
wo Pflanzen im Mittelpunkt stehen.
In allen gärtnerischen, land- und forstwirtschaftlichen Bereichen, aber
auch im Naturschutz zur Rekultivierung von kontaminierten Flächen
oder zur Baumsanierung haben sich Mykorrhiza vielfach bewährt.

IM GARTEN
Im Garten können Mykorrhiza in Gemüsebeeten, Blumenbeeten,
Kräuterbeeten, für die Obstbäume, die Beerensträucher, die
Ziersträucher und Hecken eingesetzt werden.
Fast alle Pflanzen freuen sich über die Gabe von Mykorrhiza-Pilzsporen
und wachsen dadurch kräftiger, bilden mehr Blüten, Früchte und Blätter.
Bei bereits bestehenden Pflanzungen – etwa Hecken oder Bäumen –
können die Sporen in kleine Löcher, die neben dem Stamm gegraben
werden, in die Nähe der Pflanzenwurzeln gebracht werden. Bei
Neuanpflanzungen empfiehlt es sich, die Mykorrhiza-Pilze gleich mit ins
Pflanzloch zu geben. Man kann den Beeten auch im Frühjahr eine Pilzkur
verordnen, in dem man Mykorrhiza-Pilze flächig vor dem Aussäen und
Auspflanzen ausbringt.

GEMÜSE- UND ACKERBAU
Im Gemüse- und Ackerbau können Mykorrhiza vor allem flächig oder
zusammen mit dem Saatgut in Särillen ausgebracht werden.
¨ Die Kulturen benötigen weniger Dünger bzw. kommen auch mit
Nährstoffengpässen aus und überstehen Trockenperioden im
Sommer viel besser.
¨ Die Pflanzen wachsen schneller, besser und kräftiger und
können bemerkenswert höhere Erträge liefern als ohne
Mykorrhiza.

OBSTBAU
Im Obstbau und im Besonderen auch im Weinbau werden Mykorrhiza
erfolgreich eingesetzt. Die Bäume und Weinreben sind vitaler, wachsen
besser und kräftiger und bringen höhere Erträge.
Am besten werden die Bäume und Reben durch die Gabe von
Mykorrhiza-Sporen in das Pflanzloch beimpft.
In einem bereits bestehenden Obst- und Weingarten können die
Mykorrhiza auch nachträglich eingebracht werden, in dem man in
kleinen Löchern rund um den Stamm die Sporen möglichst nahe an die
Wurzeln heranbringt.

GÄRTNEREIEN UND BAUMSCHULEN
Durch die Verwendung von beimpftem Substrat zur
Jungpflanzenanzucht können die Jungpflanzen (seien es Blumen,
Kräuter oder Bäume) schon sehr früh von den Mykorrhiza-Pilzen
besiedelt werden und von Ihnen profitieren:
¨ Der Stress beim Umpflanzen/Umtopfen ist für die Pflanzen
stark reduziert.
¨ Stecklinge können besser bewurzeln.
¨ Die Pflanzen sind weniger anfällig für Schädlinge und
Krankheiten
¨ Die Pflanzen wachsen schneller und kräftiger, bilden mehr
Blätter, Blüten und Fruchtansätze aus.

ZIMMERPFLANZEN
Viele gängige Zimmerpflanzen mögen ebenfalls sehr gerne Mykorrhiza.
Ob die betreffende Pflanze dabei ursprünglich aus dem gemäßigten,
europäischen Klima stammt, oder aus einem tropischen, ist gleichgültig.
Die Mykorrhiza-Pilze sind überall auf der Welt sehr ähnlich.
Auch Kakteen lieben übrigens Mykorrhiza-Pilze!

REKULTIVIERUNG/SANIERUNG
Bei der Neuansiedelung von Gräsern, Bäumen oder anderen Pflanzen auf
stark geschädigten oder kontaminierten Flächen erweisen sich
Mykorrhiza oft als unbedingt notwenig für einen Erfolg. Die Pflanzen
sind dadurch viel widerstandsfähiger gegen Giftstoffe, Schädlinge und
Krankheiten und können auch in mageren Böden mithilfe der Pilze
genügend Nährstoffe bekommen.
Bei kränkelnden oder kranken Bäumen kann eine Mykorrhiza-Gabe
ebenfalls Wunder wirken. Rund um den Stamm werden kleine Löcher
gebohrt und darin Mykorrhiza-Sporen vergraben.
Die Mykorrhiza-Pilze können den Baum wieder zu mehr Wachstum
anregen, im Wasser und Nährstoffe zur Verfügung stellen und ihn vor
schädlichen Einflüssen (wie Schadstoffen im Straßenverkehr) schützen.

WAS FÖRDERT DIE MYKORRHIZA-PILZE LANGFRISTIG?
• Mykophile Fruchtfolgen
• Schonende Bodenbearbeitung
• Die Verwendung von Biokohle
• Kein Kunstdünger, keine Pestizide!

MYKOPHILE FRUCHTFOLGEN
Das jahrelange Anbauen von Pflanzen, die überhaupt keine Mykorrhiza
anbauen, schwächt die Mykorrhiza-Pilze im Boden. Eine regelmäßige
Fruchtfolge, z.B. mit Leguminosen oder anderen pilzliebenden Pflanzen,
bietet für die Mykorrhiza-Pilze einen guten Lebensraum. Am besten
eignen sich ständige Untersaaten wie Weißklee oder gute
Mischkulturen, so dass eigentlich ständig zumindest auch pilzliebende
Pflanzen wachsen.
Auch Pflanzen, die selbst keine Mykorrhiza ausbilden, profitieren von
vorhandenen, lebenden Mykorrhiza-Pilzen im Boden aufgrund der
besseren Bodenstruktur, die diese Pilze bewirken!
Schwarzbrache – also das Brachliegenlassen des Bodens über den
Winter - ist sehr schädlich für die Mykorrhiza-Pilze. Wird eine
überwinternde Zwischenfrucht wie etwa Grünroggen, Weißklee oder
Löwenzahn eingesät, so können die Mykorrhiza-Pilze auf diesen
Pflanzenwurzeln gut überwintern.

SCHONENDE BODENBEARBEITUNG
Eine schonende Bodenbearbeitung – kein zu tiefes oder gar kein Pflügen,
eine gute Kompostwirtschaft, keine langen Schwarzbrachen etc. – sind
für alle Mikroorganismen und auch für Mykorrhiza-Pilze sehr wichtig.
Eine schonende Bodenbearbeitung lässt sie in Ruhe wachsen, zerstört
nicht immer wieder bereits bestehende Lebensgemeinschaften und
bringt nicht unnötig alle Erdschichten durcheinander.

MYKORRHIZA UND BIOKOHLE
Die Verwendung von Holzkohle oder Kohle aus anderen Bioabfällen
(keine Stein- oder Braunkohle) zeigt neben anderen günstigen
Wirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit auch vor allem ein verstärktes
Mykorrhiza-Wachstum.
Die Mykorrhiza-Pilze finden darin Schlupflöcher, in denen sie sehr gut
wachsen können.
Die Verwendung von Biokohle zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit
hat eine Jahrtausende lange Tradition. Berühmt und beforscht wurde
dieses Thema vor allem durch die Entdeckung der fruchtbaren
Schwarzen Erden im Amazonasgebiet, die indianische Kulturen vor vielen
Jahrhunderten dort angelegt haben und die eine stark erhöhte
Fruchtbarkeit im Vergleich zu den umliegenden Böden zeigen.
Am besten wird die Biokohle mitkompostiert, damit sie noch einen
chemischen Umwandlungsprozess im Komposthaufen durchlaufen kann
und schon von anderen wertvollen Mikroorganismen besiedelt wird,
bevor sie auf den Beeten und Äckern ausgebracht wird.

KEIN KUNSTDÜNGER, KEINE PESTIZIDE!
Kunstdünger – das heißt schnelllösliche Nährsalze – schaden Mykorrhiza-
Pilzen aus verschiedensten Gründen. Sie werden dadurch in ihrem
Wachstum geschwächt oder gar ganz verdrängt.
Pestizide – vor allem natürlich Fungizide – behindern Mykorrhiza-Pilze in
ihrem Wachstum und sollten auch schon aus anderen ökologischen und
gesundheitlichen Gründen gänzlich gemieden werden!

BEZUGSQUELLEN
Mykorrhiza-PilzSporen oder in Kombinaton mit Organischen Dünger sind mittlerweile im Fachhandel oder auch sehr oft direkt bei den Hersteller zu finden.


Quellen:
Medienmitteilung der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope, 3. Dezember 2009
Institut für Pflanzenbiochemie, Halle
Berch, S.M., H.B. Massicotte und L.E. Tackaberry: Re-publication of a translation of “The vegetative organs of Monotropa hypopitys L.” published by F. Kamienski in 1882, with an update on Monotropa mycorrhizas. Mycorrhiza 15/-/2005. S. 323-332. Online-PDF
M. C. Rayner: Mycorrhiza. (continued) New Phytologist, 25/1/1926. S. 1-50. Abstract
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Mykorrhiza“
Commons: Category:Fungi – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Mykorrhiza-Tutorial des Instituts für Pflanzenbiochemie Halle
Website von Prof. Agerer, Botanisches Institut der LMU, München
Online-Lehrbuch von Mark Brundrett
Die Pilz- und Ektomykorrhizaseite
Schweizerische Sammlung von Mykorrhizapilzen



offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

Rickrich

Rickrich

Alter: 43 Jahre,
aus der Hallertau

Kommentare

03.06.2010 22:07 Paradiestaler
Eine sehr wertvolle Zusammenstellung für eine "bessere Welt" und ein wichtiger Baustein in meinem Puzzle. Herzlichen Dank aus dem Paradiestal
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.

MOBIL · NETIQUETTE · KONTAKT & FEEDBACK · HILFE · IMPRESSUM · AGB · DATENSCHUTZ · MEDIADATEN

Zum Seitenanfang

Die weiteren Angebote des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag

ADIZ · AFZ-DerWald · agrarheute.com · Agrartechnik · agrarmanager · AGROmechanika · Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt · Bayerns Pferde · Brac Lowiecka · Der Almbauer · Der Jagdgebrauchshund · Deutscher Waldbesitzer · die biene · dlv-jobportal.de · dlz agrarmagazin · DRWAL · Forst & Technik · forstarchiv · Gemüse · Holstein INTERNATIONAL · Imkerfreund · jagderleben.de · joule · kraut&rüben · LAND & FORST · Landecht.de · landlive.de · Las POLSKI · marktkompass.com · Meilensteine der Landtechnik · NL Briefe zum Agrarrecht · HCX Новое сельское хозяйство · Niedersächsischer Jäger · Pferdeforum · PIRSCH · Rinderzucht Braunvieh · Rinderzucht Fleckvieh · technikboerse.com · unsere Jagd · zwiefach

 

www.dlv.de
dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag - Die Medienkompetenz für Land und Natur