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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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16.03.2010, 19.51 Uhr

Rinderhaltungskurs Achselschwang Tag 2

Tag 2

Früh ging es am heutigen Morgen los, denn schon um 5.30 Uhr waren wir zur Stallarbeit eingeteilt. Nach den gestrigen (Bericht Tag 1) alltäglichen Arbeiten im Außenklimastall war ich heute Morgen mit sieben anderen Kursteilnehmern im Doppel 8er Fischgräten Melkstand von Westfalia Surge eingeteilt. Unter der Leitung von Frau Köhler und einem weiteren Mitarbeiter konnte ich nun die gestrigen Trockenübungen in die Praxis umsetzen. Besonders die Melkhygiene war Frau Köhler wichtig. Für eine möglichst geringe Keimübertragung trugen wir Gummihandschuhe mit einer besonders glatten Oberfläche.

Das Melken klappte bei fast allen Teilnehmern schon recht gut und jeder hatte in dem gut 90-minütigen Melkdurchgang an zwei Melkplätzen genügend Kühe, um Erfahrungen im Umgang mit Tier und Technik zu machen.

Der moderne Melkstand wurde im Jahr 2004 zusammen mit dem Außenklimastall und einem weiteren Auto-Tandem Melkstand mit 6 Melkplätzen gebaut. Außerhalb der Kurszeiten wird lediglich in dem Doppel 8er Melkstand gemolken. Zur speziellen Ausstattung gehört neben der hydraulischen Toröffnung, die von jedem Melkplatz bedient werden kann, auch das Milchmengenmessgerät Metatron, welches die Milchmengen jedes Gemelks und jedes Tieres exakt dokumentiert. Zudem wird ein Leitwert für jedes Tier ermittelt. Durch beide Parameter können Aussagen über den Gesundheitszustand der Tiere gemacht werden, aber auch die Zusammenstellung der Futterration optimiert werden. (Fotos ansehen)

Um 7.30 Uhr wartete ein reichhaltiges Frühstück, mit dem wir uns vor dem anschließenden Theorieunterricht bei Herrn Müller stärken konnten.

Im Unterricht erfuhren wir, dass das Euter Nähr- und Wirkstoffe aus dem Blut entnimmt, um daraus Milch zu bilden. Besonders beeindruckend war zu erfahren, dass zur Bildung von 1 kg Milch ca. 300-500 Liter Blut vom Tier durch das Euter gepumpt werden müssen. Zudem machte uns Herr Müller klar, wie wichtig ein ruhiger Umgang mit den Tieren sei, vor allem im Melkstand und wie sich die Stimulation des Euters auf die Milchabgabe der Kuh auswirkt. So hat die Säuberung des Euters nicht nur einen hygienischen Zweck, sondern wirkt auch stimulierend auf die Kuh und veranlasst die Ausschüttung des Hormons Oxytocin, welches letztendlich das Einschießen der Milch in den Zitzenkanal bewirkt. Die Stimulationszeit (Zeit für das Vormelken + Zeit für die Euterreinigung) sollte optimalerweise rund 60 Sekunden andauern, bevor der Melkvorgang beginnt. Andernfalls kann es zu Milchleistungsverlusten von bis zu 5-9 % kommen. Stress, Schmerzen, Angst oder Schockwirkungen sorgen für die Ausschüttung von Adrenalin, welches die Wirkung von Oxytocin aufhebt und dazu führt, dass die Kuh die Milch „aufzieht“. Dies verlängert die Melkdauer unnötig und sorgt für höhere Zitzenbelastungen.

Im Anschluss standen unterschiedliche Themen aus dem Bereich Melktechnik auf dem Programm. So haben wir uns zum Beispiel mit dem Melkbecheraufbau beschäftigt und selber verschiedene Melkbecherfabrikate zerlegt und Teile gewechselt. Weiterhin lernten wir auch die Reinigungsanlage und verschiedene Reinigungsverfahren kennen.

Nach der Mittagspause wurde es wieder praktisch. Wie muss eine Kuh aussehen? Woran kann ich ein Unwohlsein der Kuh erkennen? Worauf muss ein gutes Zuchttier aussehen?

Im Themengebiet Rinderbeurteilung referierte Frau Geisenberger, die uns direkt am 882 kg Model Karina mit der Nummer 572 auf die wichtigen Merkmale hinwies. Bei der Beurteilung steht nicht nur die Schönheit des Tieres im Vordergrund, sondern funktionell wichtige Körpereigenschaften wie z. B. das Fundament, die Bemuskelung und das Euter, die für Zuchtentscheidungen unbedingt berücksichtigt werden müssen.

Für die allabendliche Stallarbeit war ich wie bereits am Morgen im Doppel 8er Fischgräten Melkstand eingeteilt. Um 17.30 Uhr waren für uns die Arbeiten erledigt und das Abendbrot stand zum Verzehr bereit.

Morgen kann ich hoffentlich von spannenden Themen meines dritten Lehrgangtages berichten…

Zum Blogbeitrag habe ich erneut ein kleines Fotoalbum mit Eindrücken aus Achselschwang hochgeladen.

Lest was ich an Tag 1 erlebt habe...

Mehr Landtechnik? Landtechnikvideos.de!

Text: Jörn Gläser
Fotos: Jörn Gläser
offline

Geschrieben von

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

achselschwang, agrarsani, fleckvieh, lehrgang, milchviehhaltung, rinderhaltung, tierhaltung, weihenstephan

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Kommentare

17.03.2010 08:31 kakalp
schöne sache

Ich freu mich schon auf den Rinderhaltunskurs 1 nächstes jahr

weiter so ich werde nummer 3 auch lesen (:
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