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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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18.03.2010, 20.01 Uhr

Rinderhaltungskurs Achselschwang Tag 4

Tag 4

Mein vorletzter Kurstag begann erneut mit der Melkarbeit im Doppel 8er Fischgräten Melkstand und genauso wie die anderen Kursteilnehmer konnte auch ich eine klare Verbesserung im Umgang mit dem Melkgeschirr und eine gewisse Routine im Melkablauf feststellen. Das bestätigte uns auch Frau Köhler, die sichtlich zufrieden mit unserer „Melk-Entwicklung“ war.

Nach dem Frühstück ging es zunächst mit einer Theoriestunde bei Frau Köhler weiter. Hier hatten wir die Möglichkeit, unseren Wissensstand bei der Futtermittelbestimmung zu testen und im Anschluss die unterschiedlichen Futtermittel nach Energie- und Eiweißgehalten zu sortieren. Nach der Beurteilung der unterschiedlichen Kraftfutterarten bewerteten wir mit Herrn Schwaiger zwei Futterproben der hofeigenen Gras- und Maissilage. Mit dem uns vorliegenden Schätzrahmen konnten wir so, ausgehend vom Pflanzenbestand und Nutzungsstadium, den Energiegehalt von Grünfutter abschätzen und zudem den Konservierungserfolg und damit den Futterwert von Gras, Heu- und Maissilage ableiten. Sämtliche Parameter lassen sich nahezu vollständig ohne Hilfsmittel und lediglich unter Nutzung der eigenen Sinne bestimmen.

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Nach der Futterbeurteilung trafen wir uns mit Herrn Müller, der für die Fütterung in Achselschwang zuständig ist und uns anhand der Fütterung eine Rationsgestaltung und Zusammenstellung näher gebracht hat. Grundlage hierfür sind die regelmäßigen Futteranalysen der einzelnen Komponenten, die in einem Labor in Grub durchgeführt werden. Anhand dieser Daten können dann die TMR (Totalen Mischrationen) für die vier einzelnen Leistungsgruppen im Stall gemischt werden. Für die Fütterung auf den drei Standorten in Achselschwang, Hübschenried/Engenried und Westerschondorf wird ein selbstfahrender Futtermischwagen mit 16 m³ Ladevolumen eingesetzt. Der Fahrer erhält von Müller eine elektronische Listung der Futterkomponenten mittels einer Speicherkarte, die er dann präzise über eine Waageeinrichtung im Futterwagen zu den Futterrationen zusammenstellen kann. Nach ein paar Wochen kann Müller eine Speicherkarte mit den Fahrprotokollen vom Fahrer erhalten und kontrollieren, mit welcher Genauigkeit die Fütterung durchgeführt wurde. Laut Müller wird auf anderen Betrieben anhand dieser Kontrolle die Bezahlung des Fahrers geregelt. Neben der Rationszusammensetzung erklärte uns Müller auch den Einsatz von Kraftfutter und die damit verbundene Leistungssteigerung. So kann man überschlägig annehmen, dass je Kilogramm Kraftfutter eine Milchleistungssteigerung von 2 Kilogramm Milch je Tier verzeichnet werden kann. Momentan muss man jedoch ab etwa 9 Kilogramm Kraftfutter pro Tag und Tier verstärkt die Rentabilität im Auge behalten, gibt Müller zu bedenken.

Nach der Rationsberechnung und der Kraftfutterzuteilung kann die Rationskontrolle anschließend Aufschluss über die Futteraufnahme der Tiere liefern. Parameter die man hierzu beurteilen kann, sind beispielsweise die Futteraufnahme der Tiere. Zudem kann die Konstitution der Tiere beurteilt werden, wobei Fett- und Gewebeauflagen als Indizien für eine erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Umsetzung der Ration herangezogen werden können. Die Kontrolle der Milchleistung ist zudem ein wichtiger Parameter, um Rückschlüsse auf die Rationsberechnung zu ziehen. Wichtig ist auch die Überwachung des Allgemeinbefindens der Tiere. Ein Indiz hierfür ist die Wiederkauaktivität der Tiere.

Zum Ende des heutigen Kurstages stand nicht wie in den letzten Tagen die gewohnte Stallarbeit, sondern Theorieunterricht zum Thema Tierschutz beim Tiertransport an. Diese Inhalte wurden im Anschluss durch eine kleine Theorieprüfung abgeschlossen, durch die wir alle die Möglichkeiten hatten, den Tiertransportschein zu erlangen. Dieser Nachweis ist seit dem Jahr 2005 bei wirtschaftlichen Tiertransporten von Wirbeltieren über einer Distanz von 65 km mitzuführen. Genauer sind wir hierbei auf die Transportzeiten der unterschiedlichen Tiergruppen eingegangen sowie Ver- und Entladen und die Platzansprüche der Tiere auf dem Transporter.

Den letzten Abend haben wir dann erneut in der Gaststätte auf dem Betriebsgelände ausklingen lassen, wo wir alles, was wir bisher in dieser Woche erlebt haben noch einmal Revue passieren lassen konnten.

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Startet die Woche an Tag 1

Text: Jörn Gläser
Bilder: Jörn Gläser

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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achselschwang, agrarsani, bayern, jörn gläser, melkroboter, rinder, studenten, weihenstephan

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