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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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19.03.2010, 21.00 Uhr

Rinderhaltungskurs Achselschwang Tag 5

Tag 5

Ein letztes Mal klingelt der Wecker um 5 Uhr und für mich stand heute der Kälberdienst auf dem Plan. Zusammen mit zwei Mitstudenten war ich bei Werner in der Kälberaufzucht eingeteilt. Aufgrund der hohen Milchleistungen der Milchviehherde kann man im Bereich der Kälberaufzucht auf eine lang anhaltende Vollmilchfütterung setzen. Untergebracht sind die Kälber sowohl in Einzeliglus als auch in Gruppeniglus. Genauso wie für die ausgewachsenen Rinder sind auch für den Nachwuchs die kalten Witterungen kein Problem. Bei nächtlichen Extremtemperaturen gibt Werner jedoch zu beachten, dass er dann die Kälber in die Iglus sperrt, damit sich die Kälber in der Hütte ein gewisses Mikroklima schaffen und sich etwas geschützter aufhalten können. Manche Kälber tragen zusätzlich noch Kälberpullover, die zur Unterstützung des Immunsystems in den ersten Tagen beitragen und daher zu weniger Durchfallproblemen und andere Gesundheitsstörungen verhelfen. Wir unterstützen Werner bei der Kälbertränkung und Fütterung an den Einzel- und Gruppeniglus und helfen bei der „Neueröffnung“ eines Gruppeniglus, der für 5 Kälber aus Einzeliglus zum neuen Zuhause wird.

Bis um 7.30 Uhr mussten wir heute die Zimmer geräumt und die geliehene Stallkleidung zurückgegeben haben, bevor nach dem Frühstück noch ein wenig Theorie auf dem Lehrplan stand. Frau Köhler und Herr Müller gingen noch einmal näher auf die Bedeutung der Eutergesundheit ein. So wird geschätzt, dass durch Euterkrankheiten in der deutschen Landwirtschaft jährlich Einnahmeverluste von 300-400 Mio. Euro entstehen. Am Beispiel der Mastitis, der Euterentzündung, schlüsseln wir so die durchschnittlichen Kosten auf. Wir kommen unter Berücksichtigung des Milchleistungsrückgangs, Abgängen, Tierarzt und Medikamenten sowie der Arbeitszeit auf etwa 174 Euro pro Kuh und Jahr.

Den abschließenden Unterricht gab Herrn Schwaiger, der uns anhand der Software DiaryPlan C21 von Westfalia Surge die Möglichkeiten des Herdenmanagements am Computer aufzeigt. Die bereits erwähnten Fuß-Rescounter am Schienbein der Kuh messen und registrieren die Bewegung der Kuh elektronisch und übermitteln die Daten an die Software. Schwaiger hat somit die Möglichkeit, sich für einen beliebigen Zeitraum die Aktivität einer jeden Kuh anzuschauen. Hierdurch kann Schwaiger die Brunst jeder Kuh sicher ermitteln und so Zwischenkalbezeiten minimieren, gerade wenn die mit der Brunst verbundene erhöhte Aktivität beispielsweise in der Nacht stattgefunden hat, ist dieses System sehr hilfreich. Tierarzttermine, Besamungen sowie regelmäßige Untersuchungen merkt Schwaiger in der Software vor und behält somit trotz der relativ großen Herde einen bemerkenswert guten Überblick über das Geschehen im Stall.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Software im Bereich der Milchmengenmessung. Die Milchmengen jeder einzelnen Kuh werden festgehalten und dokumentiert. Sämtliche Verläufe der Melkgänge in beiden Melkständen und an jedem Melkplatz kann sich Schwaiger grafisch aufbereitet am PC anschauen. So konnten wir beispielsweise genau betrachten, wann und bei welchem Kursteilnehmer beim morgendlichen Melken eine Kuh das Melkgeschirr abgeschlagen hat. Täglich schätzt Schwaiger, dass er sich etwa 5 Minuten täglich mit der Datenanalyse beschäftigt und weitere 15-20 Minuten mit der Daten- und Termineingabe.

Möglicherweise noch in diesem Jahr wird im Ausgang der Melkstände eine Waage installiert, wodurch täglich zweimal alle Kühe nach dem Melkgang gewogen und auch diese Daten über die Software dokumentiert werden können.

Mit dieser Demonstration der Software im Herdenmanagement geht der Lehrgang in Achselschwang für uns zu Ende. Fünf spannende Tage mit vielen neuen Erfahrungen liegen nun hinter mir und den 17 anderen Studenten. Wir konnten uns auf dem modernen Betrieb einen guten Überblick in die aktuelle Milchvieh- und Rinderhaltung sowie die damit verbundenen Abläufe und Technologien verschaffen. Das allgemeine Fazit unter den Kursteilnehmern nach dem Kurs fällt somit sehr gut aus. Nicht zuletzt aufgrund des hohen Engagements der Dozenten, Frau Köhler, Frau Geisenberger sowie Herrn Schwaiger und dem Lehrgangsleiter Herrn Müller.

Weitere Fotos sind im Album zu finden.

Erfahren Sie mehr zur Woche in Achselschwang und lesen Sie die Berichte von Tag 1, Tag 2, Tag 3 und Tag 4.

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

achselschwang, agrarsani, kälber, rinder

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