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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

John Deere 05.JPG 02.JPG John Deere 15.JPG
1846 mal angesehen
13.05.2010, 09.16 Uhr

Wenn grün-gelb, dann nur grün-gelb: "Hirsche" vor der Kamera

Ein Landtechnikbericht aus Foto-Perspektive

Text: Sascha Jussen

Bei den Traktormarken scheiden sich bei Landwirten und Fans die Geister: Für die einen ist Fendt der "Mercedes unter den Traktorherstellern", für andere ein Schlepper von Deutz oder CASE IH "das beste Arbeitstier". Andere machen sich gar nichts aus Marken und nehmen das, was gerade günstig im Angebot ist; egal ob Valtra, Landini oder Zetor. Und dann gibt es noch diejenigen, für die nichts über die berühmten grün-gelben Maschinen mit dem Hirsch-Logo geht: natürlich ist von John Deere die Rede. Nun, ich persönlich habe keine klare Lieblingsmarke. Aber wenn ich auf Foto- und Video-Tour bin, begeistert es mich vor allem, wenn Traktoren einer Marke mit farblich passenden Maschinen, ebenfalls möglichst einer Marke, zusammen auf einem Feld arbeiten. Kaum ein Landwirt wird bei einer Kaufentscheidung darauf achten, ob bei der Feldarbeit die Farben der Maschinen zusammenpassen. Doch wenn es sich zufällig so ergibt, dass die Farbkombination auf den Feldern meinen ästhetischen Ansprüchen genügt, heißt es für mich: anhalten und ablichten! Bei meinen Touren in diesem Frühjahr kamen mir besonders viele grün-gelbe Traktoren vor die Linse - über die aus meiner Sicht Interessantesten von ihnen berichte ich in diesem Beitrag:

1. Region Noordoostpolder, Niederlande, 11. April 2010

Grüne Wiesen - grüner Traktor; noch dazu in sehr merkwürdiger Reifenkombination - ein Dreirad?: Grund genug für ein kurzes Foto-Shooting eines John Deere 6220 mit Anbau-Düngerstreuer von Vicon. Hinten Zwillingsbereifung, die Vorderräder von den Antriebsachsen abgebaut und weiter vorne mittig montiert - Landwirt Joris Lenting aus Bant erklärt mir den Grund für diese auf den niederländischen Noordoostpoldern nicht unübliche Radanordnung: Bei bestimmten Tätigkeiten, wie eggen, sähen und düngen kann auf den recht leichten, absolut ebenen Böden auf Allradantrieb verzichtet werden. Wichtiger ist hier eine möglichst breite Verteilung des Gewichts auf möglichst viele Fahrspuren. Zu diesem Zweck wird der Traktor vorne statt mit einer Fronthydraulik mit einem selbst gebauten "Trike-Adapter" ausgestattet. Dieser sorgt für eine ausreichende Befestigung der Vorderräder am Rahmen des Traktors und ermöglicht zugleich die Lenkung. Zusammen mit den hinteren Zwillingsreifen wird das Gewicht des Traktors so auf insgesamt sechs statt der üblichen zwei Fahrspuren über die gesamte Breite der Konfiguration verteilt. Auf einen Front-Reifenpacker kann bei diesem Umbau verzichtet werden, weil die Rückverdichtung des Bodens beim Überfahren in etwa der eines Packers entspricht. Der Umbau des Traktors auf normale Bereifung; z.B. zum Pflügen, geht laut Joris Lenting in rund zwei Stunden von statten.

2. Region Niederrhein, Deutschland, 14. April 2010:

Bis zu diesem Tag kannte ich sie nur aus Prospekten oder Fotos aus Ostdeutschland oder den USA: Zwillingspflegebereifung auf 75 cm Spurabstand vorne und hinten. Nun konnte ich diese Kombination an einem John Deere 6330 mit GPS-Ausrüstung erleben. Vorne war der "Hirsch" mit dem neuen Front-Bodenwerkzeug von Grimme, hinten mit einer vierreihigen Kartoffelpflanzmaschine des gleichen Herstellers ausgestattet. Parallel arbeitete ein John Deere 6830 mit Güttler Prismenwalzen-Federzinken-Kombination und Lemken Kreiselegge hinten. Während mir hier fotografisch auch eine Frontausstattung mit einem Lemken-Gerät besser gefallen hätte, habe ich dem ebenfalls anwesenden Fendt Traktor und einem weiteren Exemplar von Claas weniger Aufmerksamkeit gewidmet - zu viele verschiedene, sich überschneidende Grüntöne. Dafür wurde ich neben der freundlichen Fotogelegenheit des Gemüseanbauers Alfons Butzen aus Viersen mit einer Fahrgelegenheit des 6330 mehr als "entschädigt" für die kleine farbliche Entgleisung auf dem Feld. Traktor gerade ausrichten, Frontgerät absenken anfahren, Pflanzmaschine absenken und dann den Autopiloten machen lassen - auch für ein Greenhorn auf dem Traktorsitz für mich kein Problem; ein ganzer Kerl dank GPS! Dabei ist das Fahren mit Zwillingspflegebereifung mit 75-Zentimeterabstand mitunter nicht ganz ohne: Fahrer Hans Klinken erklärt mir, dass John Deere nicht nur keinerlei Garantien für durch diese Konfiguration verursachte Probleme am Traktor gibt. Es ist tatsächlich schon passiert, dass die äußeren Räder der Zwillingsanordnung bei einseitiger Belastung, z.B. auf der unebenen, unbefestigten Feldwegen mit tiefen Spurrrillen, abgebrochen sind. Viele Landwirte setzen daher auf Breitreifen statt auf eine pflanzenbautechnich zwar optimaler, aber komplizierter zu montierende und fragile Zwillingskombination. Trotzdem: Fotografisch macht diese etwas bizarre Radanordnung einfach nur Spaß.

3. Region Jülicher Börde, Deutschland, 20. April 2010:

Über die Aussaat von Möhren hatten wir schon im vergangenen Frühjahr berichtet (vgl. Blog "Möhren-Säen mit Brocker"). Für mich gibt es als Pflegebereifungs-Fan aber noch eine Steigerung: Der Familienbetrieb Hans-Peter Meuser aus Bedburg/Bergheim sät jedes Jahr mehrere hundert Hektar in der Region Jülicher Börde in einem zweiphasigen Verfahren, bei dem gleich zwei John Deere Traktoren mit Pflegebereifung zum Einsatz kommen: ein 6320 mit Grimme Dammformer und hydraulisch angetriebenen Andruckrollen sowie ein älterer 2040, der mit einer vierreihigen, pneumatischen Monosem Einzelkorndrillmaschine die Möhren rund 3 cm tief in die frisch angelegten Dämme einsät. Zufällig erlebe ich die beiden Traktoren der Familie Meuser an diesem Tag im Einsatz mit zwei weiteren John Deere Traktoren des befreundeten Familienbetriebs Josef Thelen. Letztere verwandeln den bereits vor Wochen gepflügten, abgetrockneten Lössboden in zwei Arbeitsgängen in ein feines Saatbett. Dazu gehören ein John Deere 6510 mit Lemken Smaragd 3-Meter-Grubber und ein 6520 mit Lemken Zirkon Kreiselegge und einem (wenigstens farblich passendem) Frontpacker von Tigges. Die beteiligten Landwirte fragen, ob Sie von mir auch die Fotos und das Video von diesem Einsatz zur Erinnerung bekommen können. Und so entsteht die Idee, einmal alle vier Maschinen nebeneinander vor der Kamera fahren zu lassen. Von einer erhöhten Straßenböschung aus bietet sich schließlich ein beeindruckendes Bild, auf dem man von links nach rechts alle Arbeitsschritte der Möhrensaat nebeneinander sehen kann.

4. Region Zülpicher Börde, Deutschland, 20. April 2010:

Am gleichen Tag entdecke ich nochmals John Deere Traktoren zusammen auf einem Feld - diesmal in etwas größeren Dimensionen: ein 8530 mit aufgesatteltem Lemken Smaragd 6-Meter-Grubber und ein 8420 mit entsprechend großem Lemken Kompaktor (Saatbettkombination). Beide sind im Einsatz für die Vorbereitung zur Saat von Körnermais am nächsten Tag und gehören einem für hiesige Verhältnisse großen Gutshof bei Düren, der 400 Hektar bewirtschaftet. Für mich stellen die beiden Traktoren dieser Größenordnung ein Novum dar und bildeten für mich den krönenden Abschluss meiner "Hirschjagd" im April 2010.

Mein Dank gilt allen Fahrern und Betreiben, der in diesem Bericht erwähnten John Deere Traktoren, besonders den Familienbetrieben Meuser und Thelen für die Viererformation!

Zu allen genannten Maschinen gibt es natürlich auch ein umfangreiches Fotoalbum.

Text: Sascha Jussen
Foto: Sascha Jussen

Weitere spannende Berichte run um John Deere:

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

8530, agrarsani, john deere, lemken, sascha jussen, smaragd, tigges, trike, vicon, zetor

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Kommentare

13.05.2010 13:55 Agrartechnics
wieder mal ein sehr schöner Beitrag :)

Doch wo sind die Bilder der 4 Gespanne der Möhrensaat auf einem Foto?


Gruß
14.05.2010 17:40 Agrarsani
so, nach leichten Verzögerungen hier das gesamte Aufgebot der Möhrensaat; von der Bodenbearbeitung bis zur Saat:
[www.landlive.de]
15.05.2010 10:59 309Ci_crasher
Hi, Alfons fährt an der Pflanzmaschine aber nen 6830 . Schön dass du seinen Maschinenpark erwischt hast ist immer toll mit denen zusammen zu arbeiten.
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