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Bild 1 zum neuesten joule-Blog Nawaro-Anlage der Bioenergie Steinfurt GmbH & Co. KG Die Pellets landen gleich in Big-Bags
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20.05.2010, 10.01 Uhr

Pelletieren - die Wertschöpfung komplett in der Landwirtschaft halten

Das Biogas restlos „veredeln“ und die Wertschöpfung komplett in der Landwirtschaft halten, das ist das Ziel, das sich acht Landwirte und ein Ingenieur im westfälischen Steinfurt vor vier Jahren gesteckt haben.

Sie vermarkten eigene Gärrest-Pellets. Heute bedeutet das: Die Nawaro-Anlage der Bioenergie Steinfurt GmbH & Co. KG, die mit Schweine- und Rindergülle sowie Mais, GPS und Getreide von insgesamt über 40 vertraglich gebundenen Landwirten als Kommanditisten gefüttert wird, liefert ihr Biogas über ein 3,6 km langes Mikrogasnetz (diese Idee hat viele Nachahmer gefunden) an ein BHKW (347 kW) am Anlagenstandort und drei Satelliten-BHKW (2 x 380 kW, 1 x 500 kW). die in der Nähe von Wärmekunden errichtet wurden.

Gemeinschaftsprojekt mit hoher Akzeptanz

Ein BHKW kann seine Wärme beispielsweise in ein Wärmenetz einspeisen, an dem das Kreishaus von Steinfurt sowie andere, teils kommunale Wärmeabnehmer angeschlossen sind. Auf ihrer Homepage www.bioenergie-steinfurt.de informieren die Betreiber ausführlich über ihre Grundidee und die Umsetzung der Biogasanlage, die aufgrund ihres Grundkonzeptes als Gemeinschaftsbiogasanlage in der Region eine hohe Akzeptanz genießt.

Phosphat rausholen

Damit aber nicht genug: Die separierten Gärreste werden mit der Abwärme des BHKW auf der Anlage getrocknet und anschließend zu Brenn- und später zu Düngerpellets (in etwa zwei bis drei Jahren) weiterverarbeitet. Über diesen letzten Veredlungsschritt kann die Biogasanlage, die über 4,5 Mio. € gekostet hat und von weiteren 23 nur Kapital gebenden Kommanditisten mitfinanziert wurde, auch die Phospatfrachten aus der viehdichten Region in Form eines organischen NPK-Düngers mit Gütesiegel „vermarkten“.

„Wir können so für ein Gebiet von 200 ha die Situation beim Phosphat entschärfen“, erklärt Sven Nefigmann, Geschäftsführer der Biogasanlage und ausgebildeter Diplomingenieur für chemische Verfahrenstechnik. Nefigmann ist Mitgesellschafter der N-E-ST Neue Energie Steinfurt GmbH (www.n-e-st.de), einer Firma, die die Gärresteaufbereitung bis zum Pellet auf der Anlage in Steinfurt-Hollich in eigener Regie durchführt.

Zunächst werden die Gärreste im Pressschneckenseparator (4 kW Nennleistung bei 70 % Leistungsaufnahme) separiert. Dabei wird mit Druck und Wärme gearbeitet, um den Ammoniumstickstoff in der flüssigen Phase des Gärrestes zu halten.

"Keine aufwendige Technik"

Der flüssige Gärrest wird auf den Feldern der Substratlieferanten ausgebracht. „Phosphat und Kali bleiben im abgepressten festen Gärrest“, so Nefigmann. Dieser kommt in den RIELA-Schubwendetrockner, der zusammen mit dem Separator und der Pelletieranlage in einer Halle steht. „Wir haben uns für einen Schubwendetrockner entschieden, weil man damit letztendlich verschiedene Materialien trocknen kann und weil er keine aufwendige und verschleißanfällige Technik hat“, erklärt der Betriebsleiter weiter.

Die N-E-ST Anlagenbau GmbH selber hat die Steuerungstechnik und Transporttechnik optimiert, um den Energieverbrauch zu senken(30 kW bei 66 % Leistungsaufnahme). Auch die Einhausung des Trockners und eine Entstaubungsvorrichtung, die den Staub direkt in das getrocknete Produkt zurückführt, wurden nachgerüstet.

Richtig konditionieren

Der getrocknete Gärrest gelangt über ein Förderband in den Vorratsbunker der Pelletieranlage (Marke Qalovis, 9 kW Nennleistung bei ca. 80 % Leistungsaufnahme). Sein Trockensubstanzgehalt schwankt zwischen 85 bis 95 %. „Wir müssen die Gärreste immer erst übertrocknen und anschließend im Pelletierer wieder anfeuchten“, erklärt Nefigmann.

Es sei nicht so einfach, den optimalen TS-Gehalt des Pellet-Ausgangsmaterials hinzubekommen. Nefigmann hat einige Zeit darauf verwendet, auf der sogenannten Konditionierungsstrecke (anfeuchten, kühlen) dem trockenen Gärrest genau so viel Wasser zuzumischen, dass er sich zu immer gleichen Pellets verpressen lässt.

Anlagenbetreiber gleich Düngemittelproduzent

„Wasser ist der Presshilfsstoff, der das Lignin im Gärrest schmelzen lässt und damit den Gärrest erst pressfähig und stabil macht“, so der Chemiker. Dabei sei der Toleranzbereich, in dem ein optimales Pressergebnis erzielt würde, sehr eng. Am Ende der Pelletierstrecke hat der Jungingenieur zu Kontrollzwecken einen Feuchtigkeitsmesser installiert, der den Feuchtigkeitsgehalt der Pellets „überwacht“.

Ziel dieser Justierarbeiten sei ein immer gleichbleibendes Pelletierergebnis. „Abgesehen von den Inhaltsstoffen, die unsere Düngerpellets über das RAL-Gütesiegel nachweisen, brauchen wir auch diese technische Qualität“, so Nefigmann. Schließlich betätigt sich der Anlagenbetreiber auch als Düngemittelproduzent und da hat er düngemittelrechtliche Vorgaben einzuhalten.

Den kompletten Bericht könnt ihr auf der Onlineseite der joule-online.de nachlesen:

[www.joule-online.de]

Habt ihr noch Fragen zu erneuerbaren Energien? Dann startet im landlive-Forum eine Diskussion dazu:

[www.landlive.de]

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