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Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Region im „Biogas-Wandel“ ein Landwirt berichtet Region im „Biogas-Wandel“ ein Landwirt berichtet Region im „Biogas-Wandel“ ein Landwirt berichtet
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31.05.2010, 23.57 Uhr

Region im „Biogas-Wandel“ ein Landwirt berichtet

Bei den vielen Maschineneinsätzen über die wir Monat für Monat hier auf landlive berichten kommen wir oftmals auch mit den Landwirten der bewirtschafteten Flächen ins Gespräch und erfahren interessantes aus der Gegend und von den Betrieben. So auch beim Einsatz des Xerion 3300 mit Amazone Drille EDX 9000-T beim Maislegen bei Jörn Stradtmann. Von ihm erfahren wir einiges zu seinem 300-Hektar-Betrieb, den ackerbaulichen Schwierigkeiten in der Region, aber auch zum Wandel im Bereich der erneuerbaren Energien, der auch vor den Landwirten im Kreis Celle nicht halt macht.

Im Dörfchen Bedenbostel, 15 Kilometer westlich von Celle, befindet sich der Ackerbaubetrieb von Jörn Stradtmann. Seit einem Jahr bewirtschaftet er zusammen mit einem Nachbarbetrieb in Form einer KG insgesamt 300
Hektar Ackerland, wobei er die Betriebsführung übernommen hat. Beide Betriebe haben tiefgreifende Wurzeln und sind mit den Generationen stetig gewachsen. Angebaut werden 90 ha Mais, 80 ha Kartoffeln, 70 ha Getreide, 30 ha Rüben und wenige Hektar Grünland. Auch ein paar Hektar Wald gehören zum Betrieb. Die Böden, die von 20er Sandböden bis zu 50er Lehmböden in der Region variieren, machen diese Vielfalt möglich. Auch bei den Kartoffeln macht sich dies bemerkbar. So kann Stradtmann sowohl Saat-, Speise- und Stärkekartoffeln, jeweils zu gleichen Flächenanteilen von ca. 25 Hektar, anbauen.

Auf unserer Fahrt zum Acker, dem Einsatzort des Xerion-Gespanns des Lohnunternehmens Piening, fiel uns eine Biogasanlage kurz nach dem Ortsausgang auf. "Bis vor ein paar Jahren haben wir um einiges mehr Kartoffeln und Getreide angebaut, aber durch die Biogasanlage im Ort haben sich die Fruchtfolgen verändert. Ein Nachbarbetrieb hat die 500 KW Anlage 2004 in Betrieb genommen und ich baue seit dem etwa 30 - 50 Hektar Mais für die Anlage an. Dies geht natürlich zulasten von Kartoffeln und Getreide wobei unter Einhaltung einer ordnungsgemäßen Fruchtfolge weiter der Kartoffelanbau die tragende Säule bildet. Arbeitswirtschaftlich steht der Betrieb jedoch vor neuen Herausforderungen. Lange Zeit wurde in der Region auch Braugerste angebaut, doch auch dieser Anbau geht unter anderem bedingt durch den Biogasboom in den letzten Jahren stark zurück. Sicherlich spielen bei der Braugerste aber auch die hohen Qualitätsansprüche und die schwankenden Marktpreise eine Rolle."

„Das Bild der Landwirtschaft ändert sich in unserer Gegend unaufhaltsam und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Umkreis wurden bisher 6 Biogasanlagen in Betrieb genommen, alle mit Leistungen ab 500 KW aufwärts. Weitere 6 Anlagen sind bereits genehmigt und die Bauarbeiten werden größtenteils noch in diesem Jahr aufgenommen“, erzählt der Landwirt weiter. Auf die Frage hin, wo die Betreiber die Ackerflächen hernehmen, weiß auch er keine Antwort.

„Ich sehe die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Mit Leib und Seele bin ich Landwirt und das schon seit vielen Jahrzehnten. Mich erfreut es Jahr für Jahr aufs Neue den verschiedenen Kulturen, die ich auf meinen Äckern anbaue, beim Wachsen zuzusehen und bei der Ernte zu wissen, welche hochwertigen Lebensmittel ich erzeuge. Die momentane Situation führt mich als Landwirt jedoch weg von dieser Ideologie. Man muss betriebswirtschaftlich und zukunftsorientiert denken und da gehört auch die Weiterentwicklung des eigenen Betriebes dazu. Als ich den Betrieb vor knapp 15 Jahren von meinem Vater übernommen habe, bewirtschafteten wir weniger als die Hälfte der momentan 300 Hektar. Auch vor der Biogasentwicklung schotte ich mich nicht ab, sondern sehe wie viele andere meiner Berufskollegen meine Möglichkeiten“. So plant auch Stradtmann eine eigene Biogasanlage, um den angebauten Mais selber zu nutzen. Es soll jedoch eine kleinere 250 KW Anlage werden, wofür er keine weiteren Flächen zupachten muss, sondern seine momentanen Flächen in Betriebsnähe nutzen kann. Wie dies seine Fruchtfolge weiter verändert und vorallem arbeitswirtschaftliche Engpässe schafft, kann er heute noch nicht prognostizieren.

Vielen Dank an Herrn Jörn Stradtmann, für das interessante Gespräch!


Text: Jörn Gläser
Bilder: Jörn Gläser

Den Bericht über die Amazone Einzelkornsätechnik, die an diesem Tag das Maislegen bei Landwirt Stradtmann im Einsatz war, findet ihr hier:
Einzelkornsämaschine Amazone EDX 9000-T

Eingesetzt wird die Maschine vom Lohnunternehmen Piening

Weitere Bilder dieser Sämaschine, sowie von der kleineren EDX 6000-T findet Ihr auf www.landtechnikvideos.de.
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, biogas, celle, landwirtschaft, piening

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