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Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Wie aus 65 Kühen eine große kuh wurde... Wie aus 65 Kühen eine große kuh wurde... Wie aus 65 Kühen eine große kuh wurde...
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25.06.2010, 16.18 Uhr

Wie aus 65 Kühen eine große Kuh wurde…

In einem unserer letzten Blog-Beiträge mit dem Titel „Region im „Biogas-Wandel“, ein Landwirt berichtet“, habe ich mit Jörn Stradtmann gesprochen, der mir seinen landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Celle vorgestellt hat. Zentrales Thema im Gespräch damals war die rasante Entwicklung des Biogasbooms mit all seinen positiven und negativen Einflüssen auf die landwirtschaftlichen Betriebe der Region.

Knapp 30 Kilometer westlich vom Betrieb von Jörn Stradtmann erweckte ein 900er Fendt mit Horsch Sämaschine in der ersten Juni Woche dieses Jahres meine Aufmerksamkeit. Nach ersten Film- und Fotoaufnahmen des Sägespanns kam ich mit Torben Müller, Fahrer des Fendt Vario 930 und zudem Betriebsleiter des 330 Hektar Biogasbetriebes ins Gespräch und erfuhr auch hier einiges zum Thema Biogas und den Auswirkungen auf die Betriebsentwicklung.

Nach der Kehrtwende auf dem Vorgewende stieg ich zu Torben auf den Fendt. Torben beschleunigt das Gespann auf 19 km/h und legt auf weiteren 3 Metern Arbeitsbreite, Maissaat in den vorbereiteten Acker. Eine riesige Staubwolke türmte sich hinter uns auf. „Wir sind jetzt mit dem Maislegen so gut wie durch, heute noch die letzten 40 Hektar für einen Nachbarbetrieb aus dem Ort, dann kann ich die Drille erstmal wieder abhaken.“ Die Drille, eine Gebrauchtmaschine mit Baujahr 2007, die in diesem Jahr erstmals bei Torben Müller zum Einsatz kommt, gehört ebenso wie der Fendt Vario 930 zum Fuhrpark des Betriebs. „Wir haben im letzten Jahr einen 100 Hektar Betrieb übernommen und dadurch unsere Anbaufläche für Mais und Grünroggen auf 330 Hektar ausgedehnt. Im Zusammenhang mit dieser Erweiterung standen dann auch Entscheidungen bei Investitionen für Landmaschinen an und wir haben uns neben dem Schlepper auch für die Drille entschieden. Nach einer Überarbeitung der Pronto können wir nun dank des Zweitanksystems alle Mais- und Roggenflächen komplett in Eigenleistung bestellen“, erklärt mir Torben.

Mittlerweile haben wir das Ende des Schlages erreicht und wir machen uns zum Dünger auffüllen auf den Weg in Richtung Hofstelle. 5 Kilometer Straße liegen vor uns, auf denen Torben die 60 km/h des Varios voll ausfahren kann. Wir erreichen das Hofgelände mit einer Biogasanlage und großen Fahrsiloanlagen. Torben erklärt mir ein paar Details zur Anlage. „Die Biogasanlage besteht aus einem liegenden und einem „normalen“ Fermenter und arbeitet nach dem Prinzip der Trockenfermentation. Das heißt, die komplette Anlage wird ohne Gülle, lediglich mit Mais und Grünroggen gefahren. Wir haben die Anlage im Jahr 2006 mit einer elektrischen Leistung von 240 Kilowatt ans Netz genommen. Damals war die Anlage bereits für eine Erweiterung ausgelegt, die wir dann auch im Jahr 2008 vorgenommen haben. Seitdem läuft die Anlage mit einer Leistung von 500 Kilowatt und seit der Inbetriebnahme, dank der zwei Fermenter, bisher ohne Stillstand“, erklärt mir Torben Müller.

Unweit der Biogasanlage fällt mir ein Kuhstall auf und ich frage Torben nach seinem momentanen Viehbestand. „Der Stall steht seit 2006 komplett leer. Bis 2005 waren wir ein reiner Milchviehbetrieb mit 65 Kühen, Nachzucht, 40 Hektar Grünland und 45 Hektar Ackerland. Den Stall nutzen wir jetzt als Maschinenhalle und Werkstatt. Wir wachsen, seitdem die Biogasanlage auf dem Hof ist, jährlich um 25-30 Hektar und sind durch die Hofübernahme im vergangenen Jahr mittlerweile flächenmäßig gut aufgestellt. Problematisch ist der Ackerbau speziell in unserer Gegend jedoch schon immer gewesen“, erklärt mit Torben. Der sandige Boden mit Ackerzahlen zwischen 20 und 25 macht den Getreideanbau größtenteils unmöglich und ohne Bewässerung wird auch aus dem Mais nicht viel. „Wenn das Wasser im Sommer knapp wird, verteile ich meine vier Beregnungsanlagen in den Maisbeständen“, schmunzelt er.

Während Torben den Saatgutbehälter der Horsch Drille auffüllt, mache ich noch einen Rundgang über den Hof. Viele Arbeitsgeräte, darunter ein 4 Meter Horsch Terrano, eine Giga Vitesse IV DO von Strautmann, eine 4000-Liter Pflanzenschutz Spritze, zwei Fendt Varios, ein 400er und ein 800er, sowie ein 6000er John Deere und zwei Güllefässer warten auf ihren Einsatz. Einige der Maschinen kenne ich bereits von Film- und Fotoshootings aus den vergangenen Monaten und Jahren. Zuletzt habe ich im Frühjahr den Fendt Vario 930 mit dem 26 m³ tridem Bruns Fass aufgenommen.

Ich frage Torben Müller wie er die ganzen Arbeiten unter dem Jahr bewältigt. „Seit 2006 habe ich zwei Angestellte beschäftigt und ich selber bin auch täglich im Betrieb gut eingespannt. Bis auf das Maishäckseln können wir so alles selber schaffen. Für eine bessere Auslastung der Maschinen sind wir, wo es geht, auch im Lohn für Nachbarbetriebe im Einsatz. Der neue 900er Fendt hat so in seinem ersten Jahr über 900 Betriebsstunden auf die Uhr bekommen“, erläutert er mir, während er die letzten Saatgutsäcke in die Drillmaschine entleert.

Zurück geht es zum angefangenen Schlag. Während der Fahrt deutet Torben immer wieder auf Flächen, die er mittlerweile für seine Biogasanlage bewirtschaftet. Auf dem Acker angekommen mache ich noch ein paar Bilder von dem imposanten Gespann im Einsatz und verabschiede mich anschließend mit den Worten „Bis zum nächsten Mal!“

Vielen Dank an Torben Müller für das Interview und an Herrn Brüggemann für den Kontakt.

Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

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agrarsani, biogas, fendt vario, jörn gläser, landwirtschaft

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Kommentare

28.06.2010 23:48 NTB
In dem Beitrag steht das Herr Müller selbst der Fahrer ist, aber bei 2 Angestellten wird er doch nicht mehr selbst Beregnungen aufbauen oder drillen fahren. Zudem sieht der Fahrer noch sehr jung aus??!! Bitte um Erklärung
29.06.2010 22:57 Agrarsani
NTB schrieb:
In dem Beitrag steht das Herr Müller selbst der Fahrer ist, aber bei 2 Angestellten wird er doch nicht mehr selbst Beregnungen aufbauen oder drillen fahren. Zudem sieht der Fahrer noch sehr jung aus??!! Bitte um Erklärung


Danke für deinen Kommentar. Auf dem Bild fährt nicht Torben Müller, da hast du recht, das Bild ist an einem anderen Tag entstanden, gefiel mir aber für diesen Zweck am gelungensten. Gefahren wurde der Schlepper an diesem besagten Tag von einem der Angestellten. So wie ich es aufgefasst habe, ist einer der beiden auch noch für einen LU im Einsatz, also nicht Vollzeit auf dem Betrieb Müller. Würde aber auch nochmal nachhaken, wenn es dich interessiert. Das der Chef mit anpackt ist auch wirklich nicht ungewöhnlich, gerade wenn es dann um die Wochenendstage geht beispielsweise...

Du bist doch aus der Region, vielleicht kennst du Torben Müller ja sogar, so alt ist der nun wirklich nicht auch wenns im Bericht vllt so anklingt.
01.07.2010 14:48 NTB
Agrarsani schrieb:
Danke für deinen Kommentar. Auf dem Bild fährt nicht Torben Müller, da hast du recht, das Bild ist an einem anderen Tag entstanden, gefiel mir aber für diesen Zweck am gelungensten. Gefahren wurde der Schlepper an diesem besagten Tag von einem der Angestellten. So wie ich es aufgefasst habe, ist einer der beiden auch noch für einen LU im Einsatz, also nicht Vollzeit auf dem Betrieb Müller. Würde aber auch nochmal nachhaken, wenn es dich interessiert. Das der Chef mit anpackt ist auch wirklich nicht ungewöhnlich, gerade wenn es dann um die Wochenendstage geht beispielsweise...



Du bist doch aus der Region, vielleicht kennst du Torben Müller ja sogar, so alt ist der nun wirklich nicht auch wenns im Bericht vllt so anklingt.



Ja kenne den Betrieb, der Fahrer der Drille heißt Nils Bichlmeier und der zweite Angestellte Thomas Brüggemann. Sovielich weiß sind beide fest bei Müller angestellt.
Aber ist auch egal wollte das nur mal bemerken weil ich mich gewundert habe das der Text nicht ganz zu den bildern passt.
02.07.2010 13:03 Agrarsani
NTB schrieb:
Ja kenne den Betrieb, der Fahrer der Drille heißt Nils Bichlmeier und der zweite Angestellte Thomas Brüggemann. Sovielich weiß sind beide fest bei Müller angestellt.
Aber ist auch egal wollte das nur mal bemerken weil ich mich gewundert habe das der Text nicht ganz zu den bildern passt.


Ja, das kann dann auch nur ein Insider erkennen .

Schönes Wochenende
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