Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
UploadForenFotosFotoalbenBlogsTermineMitglieder

200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
134 mal angesehen
19.07.2010, 08.37 Uhr

Abgebrannt

Über das Wetter zu reden ist nicht besonders originell. Und doch bleibt uns in dieser Woche kaum eine andere Wahl. Denn anhaltende Kälte und extreme Hitze, überbordende Nässe und auszehrende Trockenheit wechselten sich heuer so ab, dass die Schäden an den Feldfrüchten nicht mehr zu übersehen sind.

Zur Erinnerung einige Einzelwerte: Erst ein trockener April beendete heuer den Winter. In Unterfranken fielen teilweise keine zehn Liter Niederschlag je Quadratmeter in diesem Frühlingsmonat. Der ersehnte Regen kam zwar im Mai – aber er hörte gar nicht mehr auf. Im Landesdurchschnitt fielen über 120 Liter. Das Regenwetter zog sich im Süden Bayerns bis Mitte Juni hin, während im Norden schon der ganze Juni äußerst trocken war. Die Messstation in Köslau in den Hassbergen hat im gesamten Juni nur 15 Liter registriert, die Station in Otterfing am Ebersberger Forst hingegen 240!

Ähnlich extreme Unterschiede gab es bei den Juni-Temperaturen: Am 22. Juni erreichte die Quecksilbersäule in Birkenmoor bei Coburg einen Minimalwert von 3°C, nur sechs Tage später zeichnete die Messstation in Burgheim bei Neuburg a. d. Donau einen Maximalwert von fast 34 °C auf! Wer soll das aushalten? Die Kulturen tun es jedenfalls nicht ohne Schäden.

Die Gerstenernte hat begonnen. Vielerorts liegt sie im Lager und bringt nicht die erhofften Erträge. Der Mais ist fast überall ein Anblick höchster Traurigkeit. Die Wärme würde gerade ihm zupass kommen, doch jetzt fehlt das nötige Wasser. Der Weizen leidet unter der Hitze und der Trockenheit am meisten. Die Körner bleiben klein, schrumpfen ein. Von manchem Schlag wird nur noch Hühnerfutter in die Tanks wandern. Gefährdet sind auch die
Kartoffeln. Bei der Hitze hören sie auf zu wachsen, und wenn es dann irgendwann weitergeht, werden die Qualitätsmängel nicht ausbleiben.
Mit 2003, 2006 und 2010 haben wir in dieser Dekade drei Ernten, die durch Hitze und Trockenheit gedrückt werden. Ist das schon der Klimawandel?
Die Antwort ist zunächst uninteressant. Wir müssen sowieso Jahr für Jahr mit jedem Wetter zurechtkommen.

Aber die Allgemeinheit muss zur Kenntnis nehmen: Unsere derzeit so sichere Versorgung mit Lebensmitteln ist nicht selbstverständlich. Das müssen die Gesellschaft und die Politiker verstehen, und es muss ihnen auch etwas wert sein.

Wolfgang Piller, Redaktion BLW
offline

Geschrieben von

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

20.07.2010 12:28 Darky
so schauts aus! bei uns hats bis ende mai geregnet - die frühjahrssaaten waren dadurch extrem spät dran... dann kein regen mehr - die saat läuft nicht auf oder vertrocknet gleich wieder.... die winterrung leidet ebenfalls unter dem wassermangel.... alles in allem werden die extreme höher und sommerungen zunehmend unsicherer... aber nur winterrung ist halt keine fruchtfolge! das alles zusammen u die immer schwierigeren rahmenbedingungen in deutschland lassen mich schon manchmal nachdenklich werden was passiert wenn mal schlechte zeiten kommen... welcher normalbürger kann noch kartoffeln oder so anbauen? das werden unschöne zeiten...
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Zum Seitenanfang