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Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Challenger MT 875C mit Horsch Tiger Challenger MT 875C mit Horsch Tiger Challenger MT 875C mit Horsch Tiger
1571 mal angesehen
09.08.2010, 19.18 Uhr

Stoppelbearbeitung rund um die Uhr

Endlich hatten wir in den letzten Tagen einmal wieder Gelegenheit ein paar aktuelle Bilder moderner Landtechnik einzufangen. Wir waren unterwegs von München nach Hannover und entschieden uns für die östliche Route über die Autobahnen 9, 14 und 2.

Die ersten 3 Stunden unserer Fahrt waren begleitet von permanentem Regen. Kaum erreichten wir Sachsen-Anhalt wurde es deutlich besser. Zwischen Leipzig und Magdeburg erahnten wir auf einem Stoppelacker neben der Autobahn zwei interessante Maschinen und fuhren an der nächsten Ausfahrt ab. Trotz gut befestigter Grünplanstraßen war es für uns aufgrund der enorm großen Flächen nicht so einfach zu den Maschinen zu gelangen. Als wir am Feldrand eintreffen, nähert sich eine Challenger MT 875 C. Die Raupe bleibt jedoch nach einer halben Kehrtwende auf dem Vorgewende stehen und der Fahrer stellt den Motor ab. Da es bereits 19 Uhr ist, rechnen wir damit, dass nun Feierabend ist. Der Fahrer schnappt sich den Werkzeugkasten und begibt sich zum Grubber, einem Horsch Tiger 8 AS mit nachlaufender Reifenpackerwalze. Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass dem Grubber in der vorderen Zinkenreihe ein kompletter Zinkenträger fehlt. Wir kommen mit dem Fahrer ins Gespräch. „Den hab ich wohl auf den letzten Kilometern irgendwo stehen lassen; ist aber auch nicht verwunderlich, bei dem was die Maschine bei uns leisten muss. Zusammen mit einer Kurzscheibenegge macht der Tiger fast die komplette Bodenbearbeitung unserer 3.800 Hektar Ackerland.“

Auf dem Feldweg nähert sich ein Pick Up. Wir begrüßen den Chef und einen weiteren Angestellten des Betriebs. Zusammen wuchten die drei einen neuen Zinkenträger von der Ladefläche des Geländewagens zum Grubber und beginnen mit dem Anbau. Wir wollen vom Chef wissen wie weit der Betrieb mit den Erntearbeiten in diesem Jahr ist. Er berichtet, dass die Claas und John Deere Mähdrescher bereits mehr als die Hälfte der Druschfläche abgemäht haben. „Durch die wechselhaften Wetterbedingungen der letzten Wochen haben unsere Drescher schon ein paar Tage pausieren müssen, allerdings scheint unsere Region von schlimmeren Wetterkapriolen echt verschont geblieben zu sein“, erzählt er uns. Insgesamt bewirtschaften der Betrieb mehr als 3.800 Hektar Ackerland. Die Fläche setzt sich zusammen aus 2.300 Hektar Weizen, 600 Hektar Erbsen, 550 Hektar Raps, 250 Hektar Rüben und 100 Hektar Brache. Er erzählt weiter, dass der Betrieb nach der Wende von 1.300 Hektar auf den heutigen Stand gewachsen ist.

Währenddessen sind seine Kollegen gerade damit beschäftigt die letzten Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel anzuziehen. Wir wollen vom Betriebsleiter wissen, wie er mit dem diesjährigen Ertrag zufrieden ist. Er äußert sich sehr zufrieden. „Beim Weizen kommen wir auf durchschnittlich 95 Doppelzentner vom Hektar. Die Böden dieser Region zählen immer noch zu den Ausläufern der fruchtbaren Magdeburger Börde mit Bodenpunkten bis 90. Unser Durchschnitt liegt bei 78.“ Ebenfalls auf dem Acker unterwegs ist ein John Deere 8430 mit 12-Meter Striegel. Die Mähdrescher haben häufig Probleme das Stroh über die komplette Schnittbreite gleichmäßig zu verteilen. Der sehr aggressiv eingestellte Striegel sorgt für eine Auflockerung und eine bessere Verteilung der Strohmatte. Zudem sorgt der Striegel bereits für eine oberflächige Bodenbearbeitung. Nach dem Striegel arbeitet direkt der Horsch Tiger oder die Kurzscheibenegge. Ohne jede weitere Bearbeitung folgt dann schon in einigen Tagen die Sämaschine.

Wir fragen den Betriebsleiter, wie groß der Acker ist, auf dem wir uns hier befinden. „Durchschnittlich liegen wir bei 60 Hektar, diese Fläche hat 80 Hektar. Unsere größte Fläche hat 237 Hektar und unsere längste erstreckt sich über 2,1 Kilometer. Aus diesem Grund nutzen wir GPS-Unterstützung auf unseren Fahrzeugen. Zurzeit verwenden wir ein GPS-System von Trimble für die Bodenbearbeitung, Sä- und Pflanzenschutzarbeiten. Die Netzabdeckung muss allerdings noch besser werden“, erklärt er.

Mittlerweile haben die Kollegen den Tiger wieder fit gemacht. Der Mitarbeiter, der den neuen Zinkenträger gebracht hat, solle die heutige Nachtschicht auf der Raupe übernehmen. Nach kurzer Instruktion richtet er sich in der Kabine ein. Erst in 11 Stunden, morgen früh um 8 Uhr, wird er wieder abgelöst, hat aber bis dahin weitere etwa 100 Hektar bearbeitet. Er startet den 600-PS Motor und erleuchtet den Abendhimmel mit der rundum Xenon-Beleuchtung der Challenger Raupe. Der 24-Stunden-Einsatz ist auf diesem Agrarbetrieb nichts Ungewöhnliches. Rund 8 Wochen im Jahr wird rund um die Uhr gearbeitet um die anfallenden Arbeitsspitzen in der Bodenbearbeitung, während der Säarbeiten und im Pflanzenschutz zu bewältigen.

Bei untergehender Abendsonne bekommen wir noch einige tolle Fotos und machen uns anschließend auf den Weg in Richtung Wochenende.

Weitere Bilder dieser Maschine haben wir im Bilderverzeichnis 2010 auf landtechnikvideos.de hochgeladen.


Text: Tammo und Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser

Noch mehr über den Agco Challenger erfahren in unserem Blog

"300 PS auf Raupenbändern: CAT Challenger mit achtreihiger Dammfräse"

Oder etwas über echt kanadische Ernteverhaltnisse nachlesen in unserem Blog

"Kanada Tag 12 – Die Mega-Farm"
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

ackern, agco challenger, agrarsani, großbetrieb, horsch, john deere, landtechnik, raupe, reifenpacker, sachsen-anhalt, stoppelbearbeitung, tammo gläser, tiger

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Kommentare

09.08.2010 20:09 Identic
In den weiteren Bildern auf eurer HP sieht man ja dass der Strohstriegel von Horsch kommt..Gibt´s da mehr Infos dazu ?
13.08.2010 08:59 Agrarsani
Identic schrieb:
In den weiteren Bildern auf eurer HP sieht man ja dass der Strohstriegel von Horsch kommt..Gibt´s da mehr Infos dazu ?

Hallo Identic, haben im Text ja ein wenig darüber geschrieben. Mehr gibt es über den Striegel nicht zu berichten. Gruß
16.08.2010 17:41 simiblau
Die Strohstriegel haben es Dir aber spätestens seit deinem USA-Trip angetan, nicht wahr?
23.08.2010 20:38 Agrarsani
simiblau schrieb:
Die Strohstriegel haben es Dir aber spätestens seit deinem USA-Trip angetan, nicht wahr?

naja sind halt immer wieder ganz schicke Arbeitsbreiten ;)
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