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200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
147 mal angesehen
13.08.2010, 10.57 Uhr

Undurchsichtig

Dreschen, quasi mit der Brechstange, das war Dienstag und Mittwoch angesagt. Dort, wo Ende der Vorwoche der Starkregen „zugeschlagen“ hatte, da lagen oder liegen die Weizenbestände da, wie von der Dampfwalze niedergemacht. An ein ordentliches Abtrocknen war bei den wenigen Sonnenstunden kaum zu denken. Und auch der Weizen, der noch steht, ist nicht so, wie er sein sollte: Das Korn beginnt auszuwachsen.

Also die Qualität ist vielerorts dahin, jedenfalls dort, wo die Pausen zwischen den Niederschlägen zu kurz waren. Aber selbst bei 20 Prozent Kornfeuchte wird gedroschen, Trocknungskosten hin, Trocknungskosten her, der Weizen muss vom Feld, sonst hat er gar nichts mehr drin, katastrophale Fallzahlen von knapp über 60 sprechen Bände. Wie die Mühlen auf die Qualitätsproblematik reagieren, weiß noch niemand.

Gerade aufgrund solcher Ernteverhältnisse wie heuer sollte man sich doch überlegen, ob man sein normales Abgabeverhalten beim Handel nicht etwas „schärfen“ sollte. Das heißt, sich beim Abliefern einfach den Lieferschein zu schnappen, ohne zu wissen, was man damit alles akzeptiert, ist nicht sehr clever.

Auch ohne schriftliche Vereinbarung wird nämlich bei diesem Vorgehen ein gültiger Vertrag geschlossen, dessen Einzelheiten einseitig vom Käufer der Ware festgelegt werden. Nachverhandeln, wenn später eine nicht zufriedenstellende Abrechnung ins Haus flattert, ist, vorsichtig gesagt, eher mühsam. Kitzelig ist die Preisfrage dieses Jahr natürlich besonders durch die etwas undurchsichtigen Ernteschätzungen weltweit, wobei Russland mit seinem kurzfristig ins Spiel gebrachten Exportstopp die Marktphantasien noch zusätzlich angeheizt hatte.

Es wird munter gezockt, die Preise rasen hinauf und rauschen genauso wieder runter. Keiner kennt sich mehr aus. Die FAO allerdings sieht derzeit keinen Grund zu großer Marktunruhe. Zwar sollten die Preise heuer durchaus höher liegen als letzte Saison, aber spektakulär wird das nicht sein, denn die Weltgetreidelager sind gut gefüllt, es ist also genügend Puffer da.

Die europäischen Mischfutterhersteller haben bereits kurzfristige Verkäufe von Gerste aus Interventionsbeständen gefordert. Das ist aus deren Sicht zwar nachvollziehbar, aber aus Sicht der Bauern, wie sagt man? – kontraproduktiv.


Johannes Urban, Redaktion BLW
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Kommentare

13.08.2010 11:52 Darky
ich fände es nicht kontraproduktiv wenn man langsam an die lagerbestände rangeht..... wenn die lager sich etwas leeren wird die reserve geringer - und wir würden von nem käufermarkt zu nem verkäufermarkt wechseln... das wäre in meinen augen ein vorteil..... und immer das widerholen das die getreidelager weltweit proppevoll sind ist denke ich fast schon geschäftsschädigend..... man sollte die unruhe am markt jetzt geschickt nutzen anstatt zu versuchen da mit aller gewalt ruhe rein zu bringen
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