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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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870 mal angesehen
13.08.2010, 18.14 Uhr

England: Auf die Zwiebel gekommen...

Anbau und Ernte von Narzissengewächsen in England

Text: Sascha Jussen

In meinem letzten Beitrag in Agrarsanis Landwirtschafts-Blog hatte ich über Ballenpressen in Belgien berichtet. Hier nun ein weiterer kurzer Report von meiner Sommer-Acker-Tour durch drei Länder (Deutschland - Belgien - England): Bei meiner Autofahrt durch Ost-England, genauer gesagt die Grafschaft Lincolnshire, wurde ich auf bunt blühende Blumenfelder aufmerksam, wie ich sie bislang vor allem aus Holland kannte. Da auf und rund um diese Felder mehrere Traktoren im Einsatz waren, machte ich einen kurzen Halt, um die Aktivitäten auf Foto und Video festzuhalten. Zunächst fuhr ein pflegebereifter John Deere 2850 Traktor mit angebautem Mulchgerät auf mich zu. Der Fahrer erklärte mir, dass er auf dem Feld gerade die Blätter von Narzissen schredderte, um die Ernte der noch im Boden versteckten Blumenzwiebeln in den folgenden Tagen vorzubereiten.

Nach einer kurzen Wegbeschreibung des Fahrers fuhr ich durch ein Labyrinth von Feldwegen und Entwässerungskanälen zu den anderen Traktoren, die auf einem nahe gelegenen Teil des Farmlandes damit beschäftigt waren, Schalotten zu ernten: Ein John Deere 6920 mit einem angebautem Krautschläger des niederländischen Herstellers Keulmac pulverisierte das Kraut der Pflanzen aus der botanischen Gattung der Narzissengewächse. Währenddessen rodete ein John Deere 6620 mit angebautem "Windrower" von Maclouis die kleinen Zwiebeln und legte sie in Schwaden auf dem Boden ab. Nach der Zwischenlagerung in den betriebseigenen Hallen werden die Schalotten an Großhändler in der Region Lincolnshire verkauft, erklärte mir Farmer Robert Oldershaw, der an diesem Tag den größeren der beiden John Deere Traktoren steuerte.

Nur weniger Meilen entfernt traf ich in der Nähe der malerischen Schlossburg Tattershall auf einen weiteren pflegebereiften John Deere Traktor. Der 6420S war mit einer sechsreihigen Maschinenhacke des englischen Herstellers Garford ausgerüstet und befreite den hier angebauten Gemüselauch (ebenfalls ein Narzissengewächs) von stark wucherndem Unkraut. Im Gegensatz zu den bislang eher zurückhaltenden Gesprächspartnern des Tages schien sich der Fahrer dieses Schleppers besonders über den Überraschungsbesuch aus Deutschland zu freuen und erklärte mir in groben Zügen seinen ganzen Betrieb: Adam Carr bewirtschaft rund um den kleinen Ort Coningsby auf gutem Sandlehmboden insgesamt rund 200 Hektar. Durchschnittlich entfallen davon ca. 100 Hektar auf Winterweizen, 40 Hektar auf Zuckerrüben und die restlichen 60 Hektar zu etwa gleichen Teilen auf Kartoffeln, Zwiebeln und Gemüselauch. Die letzten drei Anbauprodukte vermarktet der Familienbetrieb Adam Carr selbst an größere Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte in der Region.

Dank Adam bekam ich an diesem Tag noch weitere Maschinen zu sehen: Nachdem das Feld fertig gehackt war, kehrte er kurz darauf mit dem gleichen Traktor, aber einem angebauten "Rotovator" des englischen Herstellers Standen-Pearson zurück. Mit den per Zapfwelle angetrieben rotierenden Scharen des Geräts wurden kleinere Teile des Vorgewendes, auf dem statt Lauch fast nur noch Unkraut wuchs, im wahrsten Sinne des Wortes gezielt dem Erdboden gleich gemacht. Für den späteren Nachmittag verabredete ich mich mit Adam für den Einsatz eines weiteren typisch englischen Geräts auf einem anderen Lauchfeld: eine selbstfahrende "Sprint" Feldspritze des Herstellers Househam, der laut eigener Website der führende Hersteller von Pflanzenschutzgeräten auf dem britischen Markt ist. In Punkto Größe, Design und Kabinenform erinnerte mich das Gerät ein wenig an den Deutz Intrac aus den 1970er Jahren. Eine Mitfahrt in der schallgedämpften und klimatisierten Kabine mit digitalen Anzeigedisplays zeigte mir aber, dass die recht kleine aber wendige Maschine trotz ihres etwas urtümlichen Aussehens der Technik des 21. Jahrhunderts entspricht.

Leider musste ich mich wegen der Reiseplanung nach dem Herbizideinsatz von Adam Carr verabschieden. Doch gerade als ich weiter fahren wollte, kam mir auf der Straße eine weitere selbstfahrende englische Feldspritze entgegen. Um welchen Hersteller es sich bei der komplett orange lackierten Maschine handelt, blieb allerdings unklar. Trotzdem: Begeistert von so vielen Eindrücken an diesem Tag machte ich mich ohne weiteren Stopp von Lincolnshire auf den Weg nach Suffolk. Was ich dort erlebte - davon berichtet in einigen Tagen mein nächster Blog-Beitrag.

Ein detailliertes Fotoalbum mit allen beschriebenen Maschinen findet ihr auch auf landlive.

Text: Sascha Jussen
Bilder: Sascha Jussen

Wer ist eigentlich Agrarsani?

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, garford, john deere, keulmac, landtechnik, pflanzenschutz, standen-pearson

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Kommentare

16.08.2010 17:39 simiblau
Wow, klasse die selbstfahrende Feldspritze sieht super aus. Hat hier in Deutschland bestimmt noch keiner gesehen ...
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