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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Landwirt Kreutzer.JPG Drescher bunkert ab.JPG LU_Ebbecke.JPG
851 mal angesehen
17.08.2010, 22.10 Uhr

Ernte 2010 – Mit Landwirten und Lohnunternehmern im Gespräch

In weiten Teilen Deutschlands macht das wechselhafte Wetter den Landwirten zu schaffen und sorgt für Ernteausfälle bei Weizen, Roggen, Gerste und Co. Starke und wiederkehrende Niederschläge zum einen, aber auch Regionen mit langen Trockenperioden zum anderen, stellen Landwirte in diesem Jahr vor große Herausforderungen.

In Niedersachsen, in der nördlichen Region Hannovers, haben wir Stimmen aus der Praxis eingeholt, die uns die Probleme der diesjährigen Ernte einmal näher aufzeigen konnten. Rede und Antwort standen uns Landwirt Klaus Kreutzer aus der Wedemark und der Lohnunternehmer Marc-Jens Ebbecke aus Heitlingen bei Garbsen.

Samstagabend treffen wir Klaus Kreutzer beim Andreschen auf einem seiner Roggenschläge. „Wir versuchen fast täglich zu dreschen, doch immer wieder aufs Neue machen uns kleine Regenschauer einen Strich durch die Rechnung“, klagt Kreutzer. Die Feuchtemessung des Korns mit 16 Prozent gibt ihm an diesem Nachmittag jedoch grünes Licht.

Er selbst bewirtschaftet insgesamt 140 Hektar Ackerland mit einer Druschfläche von 90 Hektar. Mit seinem Lexion 510 ist er zudem im Rahmen der Nachbarschaftshilfe für weitere Landwirte aus dem Dorf und der Gemeinde im Einsatz und kommt so auf eine jährliche Druschfläche von etwa 300 Hektar. Oftmals stellt sich bei solchen Kooperationen natürlich die Frage nach der Regelung der „Dresch-Priorität“. „In den vergangenen Jahren gab es nie Probleme, unterschiedliche Gegebenheiten hinsichtlich des Bodens und der angebauten Kulturen sorgten hierbei für eine ganz natürliche Reihenfolge der Druschbetriebe“, erklärt uns Klaus Kreutzer. „In diesem Jahr verengen sich jedoch die Zeitfenster durch das wechselhafte Wetter und einer meiner Kunden lässt weite Teile seiner Fläche bereits von einem Lohnunternehmen dreschen“.

Ohne Beregnung wären auf vielen Standorten Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent zu beklagen. Vielerorts leidet auch die Qualität des Ernteguts unter dem Regen bzw. dem verzögerten Druschtermin. Einen kleinen Lichtblick bieten da zumindest die Preise für die Erzeugnisse, die aufgrund der schlechten Erntemengen momentan tendenziell ansteigen.

Mehr erfahrt ihr im Videointerview auf agrarheute.com!

Ortswechsel. Am arbeitsfreien Sonntag, der in dieser Zeit des Wirtschaftsjahres für einen Lohnunternehmer keinesfalls arbeitsfrei sein sollte, besuchen wir Marc-Jens Ebbecke, Lohnunternehmer in Heitlingen. In der Werkstatt treffen wir Geschäftsführer Ebbecke und Betriebsleiter Sebastian Pich an. Einer der beiden Mähdrescher steht zur Wartung und Pflege über der Werkstattgrube und die fünf Quader- und Rundballenpressen stehen in der benachbarten Maschinenhalle und warten auf ihren nächsten Einsatz. „Seit gestern steht bei uns wieder alles und das wird sich laut Wetterbericht auch morgen nicht ändern“, erklärt uns Ebbecke bei einem Rundgang durch die Hallen. „Wir haben allerdings schon eine Menge geschafft. Beim Mähdrusch liegen wir bei ungefähr 80 Prozent, ähnlich sieht es auch beim Pressen aus. Das Stroh liegt jedoch auf vielen Flächen bereit zum Pressen aber die momentanen Regenschauer schieben diese Tätigkeit weiter auf“, erfahren wir von Herrn Ebbecke.

Wir wollten uns die Problematik genau anschauen und fahren mit Lohnunternehmer Ebbecke zu Kundenflächen in der Nähe. „Das Stroh in dieser Gegend wird in weiten Teilen für die Pferdehaltung insbesondere für die Pensionspferdehaltung verwendet und hier sind die Ansprüche hoch. Die Qualität des Streuguts leidet momentan jedoch erheblich“, erläutert uns Ebbecke während der Fahrt zum Schlag. Vorbei fahren wir auch an Roggen- und Weizenbeständen, die schon längst hätten gedroschen sein sollen.

Am Ziel angekommen liegt das Stroh in dicken Schwaden auf dem Acht-Hektar Schlag schon seit zwei Tagen bereit. Ein Regenschauer zwingt uns nach kurzer Begutachtung zurück in den Pick Up.

„Auch das gegensätzliche Wetterextrem hat in unserer Region Spuren hinterlassen“, erklärt uns Herr Ebbecke. Eine Trockenphase hat bei vielen Grünlandbetrieben im 2. und 3. Schnitt zu enormen Ernteausfällen geführt, Futterknappheit ist die Folge. Vielen Betriebe müssen nun mit Feldgrasanbau für die Versorgung des Viehs im nächsten Jahr vorsorgen.

Im strömenden Regen kommen wir wieder beim Betriebsgelände an und verabschieden uns von Herrn Ebbecke. Während der eigentlich stressigen Erntezeit gibt ihm die schlechte Wetterlage mal wieder Gelegenheit einen Sonntag mit der Familie zu verbringen.

Die Interviews mit Landwirt Kreutzer und Lohnunternehmer Ebbecke mit vielen weiteren Informationen könnt ihr in bewegten Bildern auf agrarheute.com anschauen.

Mehr Informationen zum Lohnunternehmen Ebbecke gibt es direkt auf der Homepage www.ebbecke-lohnunternehmen.de.

Landtechnik? - www.landtechnikvideos.de
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Kommentare

18.08.2010 09:57 simiblau
schöner Bericht und sehr gut geschrieben. Aber die Moral von der Geschicht? Manche Sommer sind anders als andere Sommer ...
18.08.2010 11:58 Kaix
Klasse Videos, gute Fragen, gute Qualität und Schnitt - weiter so!!!
20.08.2010 16:17 Agrarsani
Kaix schrieb:
Klasse Videos, gute Fragen, gute Qualität und Schnitt - weiter so!!!

Danke! Freut uns! Gruß
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