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200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
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27.08.2010, 08.43 Uhr

Eigentum

Die Berufsverbände der Land- und Forstwirtschaft kehren immer wieder den Schutz und die Sicherung des Eigentums als eine ihrer wichtigsten Aufgaben heraus. Mancher mag denken, das sei ein vorgeschobenes Argument, um die eigene Existenz zu begründen. Gerade jetzt zeigt sich aber erneut, dass hier ein konservativer, also bewahrender Ansatz unbedingt vonnöten ist, gerade in unserer Spaß- und Freizeitgesellschaft.

Deren Vertreter berufen sich gerne auf das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Betretung der Natur, übersehen dabei aber, dass auch diese Freiheit dort endet, wo sie die Rechte anderer über die Maßen beeinträchtigt.

Da wird zum Beispiel querfeldein geritten, geradelt oder gejoggt, ganz egal wie hoch das Getreide, der Mais oder das Gras gerade stehen. Und da wird neuerdings zu jeder Tages- und Nachtzeit kreuz und quer durch die Landschaft gelaufen,um ausgerüstet mit GPS-Geräten ein „Schatzkästlein“ zu finden, das ein anderer Natur- und Hightech-Freak dort versteckt hat. Dann wird in dem Schatzkästlein die Visitenkarte hinterlassen
und weiter geht’s zum nächsten Punkt.

Solche Spielchen kann man vielleicht noch als „Spinnerei“ abtun, aber was den Politikern jetzt wieder einfällt, ist bitterer Ernst. Angesichts chronisch leerer Kassen greifen sie einen „Hinweis“ des Bundesfinanzhofes, dass der Einheitswert als Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer nicht mehr zeitgemäß sei, dankend auf und schmieden neue Steuerpläne. Es wird betont, die Reform der Grundsteuer solle aufkommensneutral sein, aber dies auch für die Landwirtschaft und für die einzelnen Betriebe zu erreichen, wird den vollen Einsatz des Berufsstandes und seiner Mitglieder erfordern.

Noch mal zurück zum Betretungsrecht. Eine Möglichkeit, dieses einzuschränken, ist, einen Nationalpark auszuweisen, was derzeit für den
Steigerwald diskutiert wird. Hier verkehrt sich der Begriff konservativ ins Negative, denn eine Käseglocke wird der Dynamik, die der Natur per se innewohnt, einfach nicht gerecht. Und nur den Aspekt der Ökologie herauszugreifen, ist nicht nachhaltig. Man muss das Soziale mit bedenken
und beachten, und dazu gehören die Bedürfnisse und die Einschätzung der Betroffenen vor Ort.

Und die lautet zum ganz überwiegenden Teil: Auch im bestehenden Naturpark kommt die Natur voll zu ihrem Recht.

Sepp Kellerer, Redaktion BLW
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