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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

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2018 mal angesehen
03.09.2010, 21.18 Uhr

Auf Landtechnik-Tour gen Nordosten – Teil 1

Früh morgens machten wir uns nach langer Zeit mal wieder auf um in den letzten Zügen der Getreideernte interessante Technik vor die Linse zu bekommen. Unser Ziel für den heutigen Tag ist das Rittergut Bretsch, knapp 100 km nördlich von Magdeburg. Hier ist an diesem, einem der letzten Druschtage in diesem Jahr, interessante Claas Technik und die parallellaufende Bodenbearbeitung im Einsatz.

Das Navi lotst uns über die A7 in Richtung Süden bis wir auf die A2 in Richtung Osten wechselten. Nach 60 Kilometern fahren wir am Kreutz Wolfsburg/Königslutter in Richtung Wolfsburg ab. Das anfänglich diesige Wetter hatte sich in der Zwischenzeit verzogen und bei Sonnenschein und weißen Schäfchenwolken auf blauem Himmel fahren wir nun durch eine, für landtechnisch Interessierte, sehr interessante Gegend. Lange müssen wir nicht Ausschau halten, bis wir ein erstes Fotomotiv unweit der Straße entdecken. Ein John Deere 8330 mit Horsch Pronto 6 DC ist gerade dabei seine ersten Bahnen in den überschaubaren Acker zu ziehen (Fotogalerie auf landtechnikvideos.de). Vorgearbeitet wurde der Acker mit einem Horsch Tiger 4 AS der abgekoppelt noch auf dem Acker steht. Die Pronto, erhältlich in einer Arbeitsbreite von 3 bis 9 Metern, kann wie an diesem Tag nach dem Grubber aber auch für die Aussaat direkt in die Stoppeln genutzt werden. Die Säeinheit besteht aus einem Doppelscheibenschar mit Druckrolle, dem ein Reifenpacker und Scheibenelemente vorweglaufen. Der John Deere zieht die 6,5 Tonnen Maschine bei raschem Tempo über den Acker und kommt so gut voran.

Weiter geht unsere Fahrt durch kleine Dörfer mit zahlreichen Baustellen, meistens aufgrund von Straßenerneuerungen. Zwischen zwei Ortschaften treffen wir dann auf unsere nächste Maschine, bzw. unsere nächsten Maschinen. Zur Linken Hand schiebt sich ein 900er Fendt mit Wendepflug und Packer in weiter Ferne über eine Kuppe auf uns zu. Auf der rechten Seite der Straßen arbeitet ein Fendt Favorit 611 LS Turbomatik mit einem 5-Schar Beetpflug und Packer – welch ein Kontrast. Da der 900er noch weit entfernt ist, lichten wir zunächst den 600er Fendt ab, der sich mit sattem Sound der Straße nähert. In weitem Bogen lenkt der Fahrer sein Gefährt über das Vorgewende in die zweite Furche, den Packer am Drahtseil stets im Schlepptau und weiter geht es. Wir wechseln die Straßenseite und ließen so 30 Jahre Traktorenentwicklung auf nur wenigen Metern verstreichen. Der Fendt 924 Vario TMS mit 6- Schar Rabe Aufsatteldrehpflug ist bereits am Vorgewende angekommen, Packer ausklinken, Pflug ausheben, voller Radeinschlag, Kehrtwende, Pflugdrehung, Einfahrt zurück in die Furche, Packer einhaken und weiter, ein optimaler Ablauf und ein schöner Anblick.

Am späten Vormittag kommen uns dann auch die ersten Drescher auf der Straße entgegen, doch wir treffen auf Höhe Salzwedel zunächst einen John Deere 7930 mit Väderstad Rapid A 600 S bei der Arbeit an. Der kurze Schlag lädt uns bei besten Bedingungen zu vielen unterschiedlichen Kameraperspektiven ein. Die Drillmaschine des schwedischen Herstellers ist in vier Arbeitsbereiche aufteilbar. Zu Beginn arbeiten Vorwerkzeuge, wahlweise Zinken oder wie in diesem Fall ein Scheiben Crossboard für die Einebnung und Krümelung. Dahinter befindet sich die Säeinheit, bestehend aus Scheiben und einem Säschar. Gefolgt von einem Reifenfahrwerk zur Rückverfestigung und einem Nachstriegel für die Beeinflussung der Oberflächenstruktur. Zusammengeklappt kommt die 6 Meter Maschine auf eine Transportbreite von 3 Meter, wobei der Reifenpacker als Fahrwerk fungiert. Der John Deere zieht eine Bahn nach der anderen auf dem gepflügten Acker. Fix haben wir Foto und Film im Kasten und fahren weiter.

Nur kurze Zeit ist nichts landtechnisches in Sicht, bis aus einer Seitenstraße, einige 100 Meter vor uns, ein John Deere mit aufgesatteltem Pflug auf die Straße biegt. Wir folgen unauffällig. Recht schnell verlässt das Gespann den Asphalt und nach kurzer Feldwegefahrt kommen wir an einem Stoppelacker an. Zügig ist der Pflug in Arbeitsposition gebracht und die erste Furche entlang eines Grabens gezogen. Wir kommen mit dem Landwirt vor Ort ins Gespräch. Insgesamt 180 Hektar Ackerland bewirtschaftet er und nach langer Zeit kommt bei ihm der Pflug mal wieder zum Einsatz. Hierfür hat er sich kurzfristig für einen Lohnunternehmer entschieden. Grund fürs diesjährige Pflügen ist unter anderem das auslaufende, geförderte Mulchsaatprogramm. „Ich habe selber natürlich auch einen Pflug, aber bis ich den eingestellt habe… - und das für die ‚paar’ Hektar, außerdem brauch ich meinen Schlepper nachher noch zum Abfahren, wir wollen noch dreschen“, erfahren wir vom Landwirt. „Vielen Flächen tut es mal wieder gut gepflügt zu werden und in den nächsten Tagen wollen wir hier Raps säen“, erklärt er uns weiter.

Beim angebaute Pflug handelt es sich um einen 6- Schar Kuhn Vari-Timer, dessen Arbeitsbreite zwischen 2,1 Metern bis 3 Metern verstellt werden kann. Bei einer Mitfahrt erfahren wir vom Fahrer, dass er bereits 200 Hektar mit dem Gespann bei Kunden gepflügt hat. Auch auf dem Nachbarschlag ist der gleiche Kuhn Pflug, angebaut an einem Fendt 924 Vario, im Einsatz. Nach einiger Zeit machen wir uns dann weiter auf den Weg zu unserem eigentlichen Zielort Bretsch.

Die Case STX mit Köckerling Vector 800 von Christof Richter ist schnell ausgemacht. Mit diesem Gespann ist er in der Gegend rund um Bretsch im Lohn tätig. Zudem ist auf dem Nachbarschlag ein Fendt 936 mit Köckerling Ulima für die Bestellung im Einsatz. Die Ultima Drille des Herstellers aus Nordrhein-Westfalen besteht aus einzeln gelagerten Säaggregaten, die sich einzeln in der Tiefe dem Boden anpassen. Nachlaufend ist bei dieser Sämaschine kein Reifenpacker sondern eine so genannte STS-Walze, die sich mit Erde zusetzt und dadurch den Boden rückverdichtet. Ein Fahrwerk in der Mitte der Maschine ist unter anderem für den Straßentransport installiert. Wir lichten diese Maschinen ab und fahren weiter zum landwirtschaftlichen Betrieb von Jost Richter, dem Bruder von Christof. Dieser ist auf seinen letzten Hektaren der diesjährigen Druschsaison tätig. Über Christof und seine interessante, große Technik, werden wir in den nächsten Wochen noch einmal näher berichten.

Auch der Drescher ist nicht schwer zu finden. Der Lexion 600 Terra-Trac sorgt für eine Staubwolke, die aus Kilometern Entfernung bereits zu sehen ist und uns direkt zum Schlag führt. Besonders am Drescher ist das neue 12 Meter Schneidwerk, momentan das größte aus dem Hause Claas. Es besteht wie das 10,5 Meter Schneidwerk aus einer mittengelagerten Haspel. Neu ist der geteilte, lineare Messerantrieb. Für die Logistik am Schlag ist eine Claas Challenger 55 mit Hawe Überladewagen im Einsatz und für den Abtransport ein Fendt Favorit 824 mit zwei Conow Hängern HW 80.

Wir halten uns lange auf dem 80 Hektar Schlag auf und machen bei anhaltend besten Wetterbedingungen perfekte Bilder. Plötzlich, ein Rascheln im stehenden Bestand. Für einen Augenblick lugt ein Fuchs aus dem dichten Getreide. Vom jeweiligen Gegenüber überrascht kann ich noch einen Schnappschuss machen, bevor er Reißaus nimmt.

Gegen 19 Uhr verabschieden wir uns und machen uns weiter auf den Weg in Richtung Nordosten. Ziel war die Stadt Wittenberge. Auf dem Weg dorthin treffen wir noch zwei Gespanne des Lohnunternehmens Osters & Voß bei der Arbeit an. Bei untergehender Sonne sind ein Fendt 933 Vario und ein Fendt 924 Vario mit Köckerling Exaktgrubber Vario und Väderstad Rapid bei den letzten Zügen der Bestellung auf diesem Schlag. In den nächsten Wochen werden wir noch ausführlichere Bildergalerien der beschriebenen Maschinen zeigen.

Spät abends treffen wir in Wittenberge ein und nächtigten in einem Gasthaus nahe der Elbe. Am nächsten Tag sollte unsere Tour weiter gehen. Ziel ist dann die Region Prenzlau.

Bilder: Jörn Gläser
Text: Tammo und Jörn Gläser

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Auf Landtechnik-Tour gen Nordosten – Teil 2

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, claas, ddr, ernte, exaktgrubber, fendt, horsch, john deere, köckerling, kuhn, landtechnik, lexion, osters und voß, pflug, pronto, rapid, schneidwerk, tiger, ultima, väderstad, vario

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

04.09.2010 23:15 farmer1z
Der Bericht gefällt mir.
Auch die Bilder sind gut gemacht.
Toll, dass ihr auch noch ein Auge für den
Fuchs hattet. Gut, dass es kein Keiler war.
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