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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

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2245 mal angesehen
04.09.2010, 21.45 Uhr

Auf Landtechnik-Tour gen Nordosten – Teil 2

Beginnt diesen Reisebericht bei Tag 1

Nach einem ausgiebigen Frühstück setzen wir unsere Reise fort. Kontakt hatten wir vorab zu einem Großbetrieb in der Region Prenzlau aufgenommen wo ein Holmer Terra Variant in diesem Jahr für die Rapsaussaat eingesetzt wird.

An der Autobahn 24 angekommen entscheiden wir uns für die südliche Route über Neuruppin. Viel ist heute Morgen noch nicht unterwegs. Große Schläge übersät mit hunderten von Rundballen und eine Beregnungsanlage, wie man sie aus der amerikanischen Landwirtschaft kennt sehen wir stattdessen. Unsere kleine „Durststrecke“ endet in der Nähe des kleinen Örtchens Grieben zwischen Herzberg und Löwenberg. Ein Xerion 3300 Trac VC dreht direkt an der B167 seine Runden. Mit einem Lemken Rubin 9 nimmt der Fahrer den Stoppelsturz diagonal zur Särichtung vor. Die Kurzscheibenegge von Lemken besteht aus Striegelbalken, Hohlscheiben und Walzennachläufern und ist in Arbeitsbreiten von 2,50 bis 12 Metern erhältlich. Die nachlaufende, hydraulische Hubachse ermöglicht es dem Fahrer bei den kurzen Fahrstrecken schnell zu wenden.

Auch die nächste Maschine lässt nicht lange auf sich warten. Ein John Deere mit 8 Meter Köckerling Quadro kommt uns bei Gransee zur linken Hand der B 96 vor die Linse. Auf dem riesigen und unüberschaubaren Schlag kommen wir mit dem Fahrer des 8530 schnell ins Gespräch. Wenzel, 53 Jahre alt, sitzt bereits seit 7 Uhr auf dem Schlepper. Angestellt bei einer Agrargenossenschaft sorgt er seit vielen Jahren unter anderem für die Bodenbearbeitung der 3.000 Hektar Ackerfläche. „Wir wären schon um einiges weiter, wenn das Wetter besser mitgespielt hätte“, erklärt er uns. „Nach dem Spritzen auf den Gerstenstoppel konnten wir zunächst nicht ackern und so kommt das Grün hier schon wieder überall durch“, klagt er weiter. Bei einer Mitfahrt zeigt mir Wenzel das nachgerüstete GPS-System, das er, obwohl er einer vom „alten Eisen ist“, tagtäglich nutzt. „Andere Kollegen fahren ihre Schlepper mit der teuren Sattelitentechnik immer noch komplett von Hand, nur weil sie es nicht lernen wollen“, schimpft er. Einmal in der Spur lenkt das Gefährt mithilfe des Trimble Lenkradmotors komplett alleine. Wenzel lässt mich die Größe des Schlags schätzen, viel mehr raten, denn ein Ende ist nicht auszumachen. Mit meinen Tipp auf 90 Hektar liege ich jedoch immer noch recht weit daneben. 120 Hektar misst der Schlag an einem Stück. Bei der diesjährigen Ernte war er in 80 und 40 Hektar unterteilt, um Raps und Gerste anzubauen. Wir verabschieden uns von Wenzel, der noch einen langen Arbeitstag bis 18 Uhr vor sich hat und fahren weiter.

In einem kleinen Örtchen vor Boitzenburg soll der Holmer Terra Variant eingesetzt sein. Nach der Wegbeschreibung des Fahrers müssten wir auch direkt am richtigen Schlag stehen, doch weit und breit ist nichts zu sehen. Wir wollen schon weiterfahren als wir den Variant aus einer der vielen Senken weit entfernt hervorkommen sehen. Wir schultern unser Equipment und machen uns auf den Weg schräg über den Acker. Als wir bei der Maschine ankommen ist gerade die letzte Spur des Vorgewendes dran.

Der Terra Variant 600 hat einen zweigeteilten Zusatztank für Dünger aufgebaut. In der Heckhydraulik angebaut ist ein 8 Meter Master von Köckerling zur Bodenbearbeitung mit nachlaufender Säschiene. Bei dieser Holmer-Köckerling Kombination handelt es sich übrigens um die erste ihrer Bauart.

Wir folgen der Maschine zum nächsten Schlag mit 25 Hektar. Auf den ersten Blick sehr unspektakulär im Vergleich zum vorigen Acker. Erst bei der Feldbegehung werden die Höhenunterschiede deutlich. Ein interessantes Bild und eine Herausforderung für das 600 PS Systemfahrzeug. Wir erfahren vom Fahrer Matthias Hark, dass der Betrieb zu dem die Flächen gehören, noch einen Partnerbetrieb mit 1.300 Hektar knapp hinter der polnischen Grenze hat. Dort läuft derzeit der Großschlepper des Betriebs in der Bodenbearbeitung - ein John Deere 9520.

Also auf nach Polen. Vorbei an Stettin (Szczecin) und noch etwa 70 Kilometer in Richtung Nordosten. Dank der Wegbeschreibung finden wir sehr leicht ans Ziel und treffen auch prompt auf den 450 PS John Deere. Im Einsatz ist er mit einem angebautem Köckerling Vector 800. Das Wetter hat sich seit dem Grenzübertritt deutlich verschlechtert und mittlerweile fallen auch erste Regentropfen. Mit auf dem Acker ist ein John Deere 8320 mit Horsch Pronto 6 DC. Ein paar schöne Aufnahmen lässt die Witterung noch zu, bevor ein Platzregen den Filmdreh in Polen beendet. Der Aufenthalt war zwar nur kurz hat sich aber gelohnt. Einige Schnappschüsse in unserem hochgeladenen Fotoalbum zeigen weitere Erntemaschinen in Polen.

Für die Rückfahrt wählen wir erneut den Grenzübertritt mit der A11 bei Pomellen. Gegen 18 Uhr sind wir wieder in Deutschland. Weil uns das Navi für den Heimweg knapp 450 Kilometer berechnet, entscheiden wir uns für die direkte Route mit der Hoffnung vielleicht doch noch etwas vor Sonnenuntergang ablichten zu können. Doch auch in Deutschland hatte es scheinbar geregnet und so ist für den Heimweg „tote Hose“ angesagt. Gegen 23 Uhr sind wir wieder zuhause.

Ausführliche Bildergalerien von allen Maschinen, die wir in den zwei Tagen Landtechnik-Tour gesehen haben, findet ihr in den kommenden Tagen und Wochen auf landtechnikvideos.de und natürlich hier auf landlive.de.

Vergesst nicht.
Wenn euch unsere Berichte gefallen freuen wir uns auf eure Kommentare und Bewertungen.

Bilder: Jörn Gläser
Text: Jörn und Tammo Gläser

Zum passenden Fotoalbum

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

agrarsani, ddr, ernte, holmer, köckerling, landtechnik, landwirtschaft, master, polen, vector

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Kommentare

04.09.2010 23:19 farmer1z
Auch der 2. Teil ist für mich sehr interessant.
Für diese beiden Berichte habt ihr ja eine aufwendige Tour gemacht.
05.09.2010 11:23 Agrartechnics
wiedermal ein sehr schöner Blog !
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