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200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
35 mal angesehen
10.09.2010, 12.07 Uhr

Ökonomie

Als im Jahr 1810 fieberhaft an der Erstausgabe eines Wochenblattes für die Landwirtschaft in Bayern gearbeitet wurde, fegte über das Land gerade ein Sturm an Reformen hinweg. Die Zeit war reif für ein neues Medium, denn es war ein neuer Beruf entstanden, eine neue Gesellschaftsschicht:

der selbstständige Landwirt.

Über 1000 Jahre waren die Bauern die Untertanen ihrer Grundherren gewesen. Als eine Art ewige Pächter waren sie an die Scholle gebunden, durften diese aber nicht besitzen, sondern nur nutzen. Für die Überlassung des Bodens mussten sie Abgaben erbringen und Frondienste leisten. Die letzten Relikte der Feudalherrschaft wurden erst 1848 mit dem „Gesetz über die Aufhebung, Fixierung und Ablösung der Grundlasten“ aufgehoben.

Als vollwertiger Grundeigentümer war der Bauer nun auch ein vollwertiger Unternehmer, der seine Produktion frei gestalten konnte. Die Regierenden erhofften sich vom bäuerlichen Unternehmer, dass er als Eigentümer mehr
Interesse zeigt, in seinen Boden und sein Vieh zu investieren. Höhere Erträge und Leistungen, so das Kalkül, würden nicht nur den Wohlstand der
Bauern steigern, sondern auch den Wohlstand des ganzen Volkes.

In dem neuen Wochenblatt stach den Lesern ein ständig wiederkehrendes Wort ins Auge: „Oekonomie“. Dieses Wort war der Leitbegriff für eine neue, rationelle Form der Landwirtschaft. Unter dieser Rubrikbezeichnung wurden in den ersten Jahrzehnten alle Fachaufsätze veröffentlicht. Unter Oekonomie verstand man damals allerdings nicht den schnellen Profit, sondern eine nachhaltige, auf dauerhafte Gewinne ausgerichtete Landwirtschaft. Und mit „rationell“ meinte man den vernünftig handelnden Landwirt, der seinen eigenen Verstand einsetzt und nicht nur das tut, was die Tradition verlangt, oder was andere ihm einzureden versuchen.

An diesen Leitbegriffen hält das Wochenblatt bis heute fest. Wir fühlen uns nicht dem Quartalsgewinn verpfl ichtet, sondern der nachhaltigen Rentabilität. Wir denken nicht in Monaten, sondern in Mehrjahreszeiträumen. Wir wollen nicht belehren, sondern dem Betriebsleiter das Wissen für eigene Entscheidungen vermitteln. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir auch künftig das Gute bewahren und zugleich das Bessere anstreben.


Hans Dreier, Redaktion BLW
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