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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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2685 mal angesehen
12.09.2010, 00.26 Uhr

Landwirtschaft in Russland Tag 2: Europas größter John Deere Dealer

Beginnt unsere Russland Reise bei Tag 1 und lest ab Tag 3 weiter...

Gegen 8 Uhr starten wir mit Klaus John und Dima auf der Autobahn M-4 in Richtung Süden. Wir verlassen die Autobahn nach etwa einer Stunde in Richtung Liski. Nach der Überquerung des Flusses Don fahren wir noch 25 Kilometer bis zum 1.100 Einwohner Ort Shchuch’e. Hier befindet sich das Büro eines weiteren riesigen Agrarunternehmens. Die EkoNiva agricultural enterprises bewirtschaftet in unterschiedlichen Regionen Russland mehr als 100.000 Hektar. An verschiedenen Standorten werden 6.000 Milchkühe gehalten, insgesamt sind es etwa 12.000 Rinder. Bei der ebenfalls zum Unternehmen gehörenden EkoNiva-Tekhnika Ltd. handelt es sich um Europas größten John Deere Händler. Auch zahlreiche weitere Landtechnikhersteller wie Kverneland und Väderstad gehören mit zu den vertriebenen Marken. Die gesamte Company wurde erst 1994 von einem Deutschen gegründet.

Im Büro in Shchuch’e treffen wir Sidonie. Sie arbeitet schon seit einiger Zeit in Russland. In Kiel hat sie Pflanzenbau studiert und ist über ein Praktikum nach Russland gekommen. Für die EkoNiva agricultural enterprises ist sie für die Überwachung des Pflanzenbaus, derzeit für die Bodenbearbeitung und Saatarbeiten an verschiedenen Standorten tätig. Nach einem kurzen Small-Talk machen wir uns mit ihr auf den Weg zu einem laufenden Bodenarbeitungseinsatz. Viel ist heute nicht unterwegs, denn es regnet. An vielen Standorten sind die Arbeiten bereits unterbrochen. Dennoch ist noch ein sehr schlagkräftiges Gespann unterwegs.

Nach 45-minütiger Fahrt erreichen wir einen John Deere 9530 mit angebautem Väderstad 8 Meter TopDown Grubber. Der eigentlich rote Grubber ist durch das Arbeiten bei der Nässe bis zur Unkenntlichkeit geschwärzt. Sidonie kontrolliert die Arbeitstiefe und macht sich ein Bild von den Einstellungen der Werkzeuge. Sie hat nichts auszusetzen. Falls es jedoch weiter regnet, müssen die Arbeiten eingestellt werden. Mit gefühlten 2 Kilo Schwarzerdeboden an den Schuhen, begeben wir uns nach einigen Foto- und Filmaufnahmen wieder zurück in den Lada.

Wir fahren zum nahegelegenen Maschinenstandort. Typisch für Russland sind die fehlenden Maschinenhallen, die die teure Technik vor der Witterung und dem winterlichen Frost bis -30 Grad und mehr schützen sollten. Zwischen Don Mähdreschern, einem gewaltigen Strohstriegel und unterschiedlichen unzähligen Belarus Traktoren, steht auch ein Köckerling Allrounder 12 Meter. Leider verhindert das Wetter weitere Technikaufnahmen an diesem Standort.

Wir fahren wieder zurück in Richtung Liski zum Standort der EkoNiva-Tekhnika Ltd. Viel Technik ist jedoch nicht ausgestellt. Drei 9000er John Deere, drei Feldhäcksler und eine John Deere Drille warten auf ihre Käufer. Weiter geht’s zurück zum Büro nach Shchuch’e. Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen Schlenker zu den Drillarbeiten von zwei 8430 John Deere mit Väderstad Rapid A600C Sämaschinen. Wie auch schon am Vortag ist hier die Ablagetiefe von größter Bedeutung.

Bei leichtem Nieselregen begeben wir uns mit Sidonie auf den Acker. Bewaffnet mit einem Zollstock kontrolliert sie die Ablagetiefe und ist fast zufrieden, dennoch stoppt sie den Traktoristen bei der nächsten Kehrtwende und verringert gemeinsam mit ihm die Ablagetiefe um einige Zentimeter.

Als letztes zeigt uns Sidonie noch den Maschinen-Standort dieses Farm-Komplexes. Auf der großen Freifläche stehen neben zahlreichen 8000er John Deere Traktoren auch 6 Feldhäcksler geschätzte 15 Pflanzenschutzspritzen, Anhänger, Rundballenpressen und zwei Rübenroder. Besonders ins Auge fallen die ausgedienten Fendt Mähdrescher, die an dieser Stelle ihre letzte Ruhe fanden. Auf diesem Gelände sind 5 Mitarbeiter eingesetzt. Während ihrer 24-Stunden Schichten zählen Wartungs- und Reparaturarbeiten aber auch die Bewachung des Geländes zu ihren Aufgaben. Maschinenplätze wie dieser sind in Russland nichts ungewöhnliches. Die Technik wird meistens solange wie es geht repariert und am Ende ausgeschlachtet.

Wir übernachten für 2.800 Rubel, umgerechnet in etwa 70 Euro in einem für russische Verhältnisse durchschnittlichen Hotel in Liski. Für den nächsten Tag ist bestes Wetter vorhergesagt.

Schaut euch auch die Bilder im Fotoalbum an!

Beginnt unsere Russland Reise bei Tag 1 und lest ab Tag 3 weiter...

Text: Jörn und Tammo Gläser
Bilder: Jörn Gläser

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

9530, agrarsani, ekoniva, landtechnik, russland

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Kommentare

23.09.2010 22:36 pflugfurche1
Hallo Agrarsani

Schon komisch für einen Westeueropäer zu sehen, wie solche eigentlichtlich noch garnichtmal so alte Maschinen wie die Fendt Drescher ausgeschlachtet werden.

Wie war dein Eindruck von dem Zustand Maschinen, den Einsatz- und "lagerungs"bedingungen entsprechend, oder waren die in gutem Zustand?. Und wie war es um den Ackerbau bestellt, haben die "Manager" eher nach Gutdünken oder wirklich fundiert gehandelt?

Toller Blog, Daumen Hoch
25.09.2010 08:56 Agrarsani
Halerebeck schrieb:
Hallo Agrarsani



Schon komisch für einen Westeueropäer zu sehen, wie solche eigentlichtlich noch garnichtmal so alte Maschinen wie die Fendt Drescher ausgeschlachtet werden.



Wie war dein Eindruck von dem Zustand Maschinen, den Einsatz- und "lagerungs"bedingungen entsprechend, oder waren die in gutem Zustand?. Und wie war es um den Ackerbau bestellt, haben die "Manager" eher nach Gutdünken oder wirklich fundiert gehandelt?



Toller Blog, Daumen Hoch


Hallo,
also die Fendt Mähdrescher haben es hinter sich. Alles was sich auf andere Maschinen umbauen lässt ist ausgeschlachtet. Es gibt gute Agronomen und weniger gute. Wie wir berichtet haben sind in vielen großen Agrarkonzernen die wichtigen Positionen, die über Pflanzenbau und Maschineninvestments etc. entscheiden durch Europäer besetzt. Die oberste Führung sitzt aber meistens im weit entfernten Moskau. Das macht die ganze Sache nicht einfacher...Gruß
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