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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

John Deere mit Väderstad Seed Hawk Schlagkartei Logistik rund um die Seed Hawk
2205 mal angesehen
12.09.2010, 17.48 Uhr

Landwirtschaft in Russland Tag 3: Seed Hawk Drilltechnik

Lest mehr über unsere Reise "Landwirtschaft in Russland" im Bericht von Tag 1, Tag 2 und Tag 4.

Heute Morgen werden wir, wie am Vortag geplant, in Liski von Pär Holm, einem Schweden, am Hotel abgeholt. Pär organisiert für den Landmaschinenhersteller Väderstad in Russland Vertrieb und Service. Er ist an diesem Tag in der Region unterwegs und möchte sich bei der EkoNiva agricultural enterprises einige neu eingesetzte Maschinen im Einsatz ansehen. Zunächst fahren wir wieder zum Maschinenstandort nach Shchuch’e. Ganz in der Nähe arbeitet ein John Deere mit 5 Meter TopDown Grubber. Für uns keine ungewöhnliche Maschine. Beeindruckend an diesem Einsatz sind vor allem die 24-Stunden Schichten der Fahrer. In der Tat – ein Fahrer arbeitet 24 Stunden, hat dann einen Tag frei und startet dann erneut eine 24-Stunden Schicht. Vor allem für die Fahrer, die von weiter weg für ihre Arbeit anreisen, ist dieses Schichtsystem interessant.

Die nächste Maschine, die an diesem Tag auf dem Programm steht, soll ein echtes Highlight werden. Wieder fahren wir etwa 45 Minuten über eine der wenigen Brücken auf die andere Seite des Flusses Don. Aber zunächst ist Mittagessen angesagt. In dem rustikalen Speiseraum des Maschinenstandortes werden wir von zwei älteren Küchendamen herzlich empfangen und treffen auch Sidonie beim Essen wieder. Vorweg wird eine echt russische Suppe gereicht, die Borscht, die mit ein wenig Fleisch und allerlei Gemüse gut abgeschmeckt ist. Als Hauptgericht gibt es Suppenfleisch, Frikadellen und dazu den typisch russischen Buchweizen. Vor allem über die Zubereitungsbedingungen in vielen Küchen darf man sich als westlich geprägter Neuling in Russland keine Gedanken machen.

Über Feldwege machen wir uns mit Sidonie und Pär auf den Weg in die unglaublich weite Feldmark hinter dem Maschinenstandort. Sidonie navigiert mit Hilfe einer Schlagkartei. Links und rechts des mehrere Kilometer langen Feldweges liegen insgesamt über 3.000 Hektar Ackerfläche, die zu der EkoNiva agricultural enterprises gehören. Die größten Schläge haben nach Schlagkartei mehr als 300 Hektar.

Und auf einmal ist sie zu sehen. Unsere bisher größte Drillmaschine. Es handelt sich um eine Väderstad Seed Hawk mit einer Arbeitsbreite von 18 Metern. Gezogen wird das Gerät von einem zwillingsbereiften John Deere 9630. Die Transportbreite des Gerätes beträgt 7,60 Meter. Dies wird der Hauptgrund sein, dass im übrigen Europa außerhalb von Russland lediglich eine 12-Meter Seed Hawk zu Vorführungszwecken in Schweden von Väderstad selbst eingesetzt wird. Haupteinsatzgebiete für Maschinen dieser Arbeitsbreiten sind in Nordamerika und Australien und auch mehr und mehr in Russland. Die Seed Hawk Maschinen werden bis zu einer Arbeitsbreite von 26 Metern gebaut. Die größeren Maschinen von 9-26 Meter werden in Saskatchewan in Kanada produziert. Alle Baureihen bis 9 Meter kommen aus Schweden und sind auch auf deutschen Äckern zu finden. Der angehängte Säwagen, auch „Cart“ genannt, ist zweigeteilt um Dünger und eben das Saatgut mitzuführen. Er fast 14 Kubikmeter. Insgesamt arbeiten an der Maschine 72 einzeln, hydraulisch tiefengeführte Säeinheiten.

Schwachpunkt dieser Sätechnik dürfte die Logistik rund um die Seed Hawk sein. Saatgut und Dünger werden auf diesem Betrieb in Big-Packs zum Feldrand gebracht. Etwa alle 2,5 Stunden, wenn die Seed Hawk nachtanken muss, werden mit Hilfe eines Krans die Big Packs in das Cart entladen. Die leistungsstarke Befüllschnecke, mit der Personal und Zeit eingespart werden könnten, bleibt ungenutzt.

Aus Foto- und Filmtechnischer Sicht ist dieser Tag eigentlich nicht mehr zu toppen. Pär hat aber noch etwas für uns auf Lager. In der Nähe von Liski hatte gerade ein John Deere 9530 mit Carrier 1225 auf einen neuen Schlag umgesetzt. Trotz seiner Arbeitsbreite ist das Anbaugerät durchaus auch auf ostdeutschen Großbetrieben anzutreffen. Durch die durchdachte Klappung lässt sich das Gerät für den Straßentransport auf 2,5 Meter Breite und 4 Meter Höhe falten. Die Waldflächen rund um diesen Acker sind in weiten Teilen den Bränden vor ca. 14 Tagen zum Opfer gefallen. Auch die am Feldrand gelagerten Quader- Strohballen sind mit abgebrannt. Im Foto-Hintergrund stehen gewaltige, moderne Geflügelmastställe, welche wohl mehrere Millionen Tiere beherbergen.

Am heutigen Abend führt uns die Reise noch zurück nach Voronezh. Für morgen sieht die Planung wieder einmal typisch russische Technik vor.

Die besten Bilder der Seed Hawk Drillmaschine findet ihr auf landtechnikvideos.de.

Lest mehr über unsere Reise "Landwirtschaft in Russland" im Bericht von Tag 1, Tag 2 und Tag 4.

Text: Tammo und Jörn Gläser (live aus Russland)
Bilder: Jörn Gläser

Wer ist eigentlich Agrarsani?
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

agrarsani, carrier, drillmaschine, ekoniva, john deere, kurzscheibenegge, landtechnik, landwirtschaft, väderstad

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