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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Russische Raupe vor der Kamera Raupe mit ihrem Fahrer 3 russische Drillmaschinen
1952 mal angesehen
13.09.2010, 17.26 Uhr

Landwirtschaft in Russland Tag 4: Stahlketten

Lest auch die anderen Tagesberichte: Tag 1, Tag 2 und Tag 3

Sonnenschein, 17 Grad und blauer Himmel, so erwartet uns der heutige Morgen in Voronezh. Heute sind wir wieder unterwegs mit dem Agrarberater Klaus John. Er ist tätig für eine russische Agrarholding mit mehr als 400.000 Hektar. Wir fahren zu einem Betrieb, der ab nächstem Jahr neu in seiner Zuständigkeit liegt. Der Betrieb befindet sich etwa 50 Kilometer östlich von Voronezh. Der dortige Maschinenstandort ist unser erstes Ziel.

Von einem Wachmann werden vier Don Mähdrescher, Pflanzenschutzspritzen, Einzelkörnsämaschinen, drei Belarus Traktoren und eine ganze Menge Alteisen und Schrot bewacht. Die Bodenbearbeitung wird von einem 8000er John Deere mit Väderstad Top-Down und sonst hauptsächlich mit alten russischen Pflügen durchgeführt. Ab dem nächsten Jahr wird nach und nach in komplett neue und schlagkräftigere Technik investiert um die Bewirtschaftung der 10.000 Hektar produktiver zu gestalten.

In dieser Gegend sind auch noch einige Farmer außerhalb der Agrarholding tätig. Kurz hinter dem Ortausgang ist der Traktorist Kulikov Victor Vasiliewitch mit seiner 19 Jahre alten Raupe am Ackern. Das angehängte Gerät ist eine Mischung aus Wiesenschleppe und Egge, mit der er den vorher gepflügten Schwarzerdeboden einebnet. Ein Effekt ist nur bei sehr genauem Hinsehen zu erkennen. Der Acker wird im nächsten Jahr nach langer Zeit der Brache wieder angesät. Die Gründe dafür kann auch Kulikov nur vermuten. Vielleicht war das Land einmal zu nass, vielleicht hat Saatgut gefehlt, möglicherweise standen aber auch keine Leute oder Maschinen für die Bearbeitung zur Verfügung. Für deutsche Verhältnisse nur schwierig zu verstehen bei einem quadratischen, ebenen 80 Hektar Schlag der fast komplett mit Hecken und Baumreihen zum Schutz vor Winderosion umgeben ist.

Kulikov zeigt uns stolz sein Gefährt mit Baujahr 1991. Mithilfe von unserer Übersetzerin Julia, einer russischen Landwirtschaftstudentin, erfahren wir mehr über die Raupe. „150 PS aus 6 Zylindern, zusammen mit den Stahlketten, das schafft schon was weg“, erzählt uns Kulikov. Er schätzt den Verbrauch der Raupe auf 20 Liter je Hektar. In diesem Jahr war das Arbeiten in der nicht klimatisierten Raupe besonders anstrengend. „Temperaturen über 50 Grad waren bei Außentemperaturen zwischen 30 und 40 Grad keine Seltenheit“, klagt er. Das kompakte Eisengefährt wurde vom ukrainischen Hersteller Harkovskij traktornyj zavod gebaut. Im nächsten Jahr soll auch auf diesem Betrieb in neue Technik investiert werden. Nach einer kurzen und interessanten Mitfahrt muss Kulikov seine Arbeit unterbrechen. Seine Arbeitskraft wird beim Sojadreschen auf der anderen Seite des Betriebs gebraucht.

Wir machen uns mit Klaus John auf den Weg zu einer Feldrundfahrt. Auf Wegen, Wiesen und teilweise auf dem Acker umrunden wir knapp 1.000 Hektar Ackerland. Lediglich ein paar gespannte Stromleitungen zeugen von Zivilisation irgendwo in der Nähe.

Auf dem Rückweg nach Voronezh treffen wir noch einen interessanten Drillmaschineneinsatz mit echt russischer Technik. Drei Belarus Traktoren arbeiten im Parallelflug auf einem schätzungsweise zwei Kilometer langen Schlag. Saatgut und Düngebehälter der Maschinen reichen gerade für eine Hin- und Herfahrt. Danach stehen wieder alle drei Maschinen und es wird mit Blecheimern aus einem bereitstehenden LKW aufgefüllt. Bei der ebenfalls auf dem Acker laufenden Bodenbearbeitung geht es unterdes etwas moderner zu. Ein John Deere 8330 arbeitet mit einem Einböck Vibrostar. Für die komplette beschriebene Technik tummeln sich auf dem Feld 8 Arbeiter, mehr oder weniger beschäftigt mit unterschiedlichen Aufgaben. Russische Verhältnisse!

Am Abend sind wir zurück in Voronezh. Für morgen sind erste Aufnahmen aus der in Russland angelaufenden Rübenernte geplant.

Weitere Bilder der Raupe und demnächst auch der anderen Maschinen findet ihr auf landtechnikvideos.de! Ein paar weitere russische Impressionen, die uns am Wegrand begegnen, findet ihr auf der Facebook-Seite von landlive.

Im letzten Jahr sind wir 12 Tage durch Nordamerika gereist. Lest alle Berichte und startet bei Tag 1.

Bilder: Jörn Gläser
Text: Tammo und Jörn Gläser (live aus Russland)
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

agrarsani, landtechnik, oldtimer, raupe

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