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200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
64 mal angesehen
01.10.2010, 11.21 Uhr

Versorgungssicherheit

Die Landwirte kehren der Braugerste, einst eine der tragenden Früchte des bayerischen Ackerbaus, den Rücken. Wo sie können, weichen die Bauern auf Mais oder Weizen aus. Ausnahmen gibt es. Und zwar vor allem dort, wo sich über die Jahre eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen Bauern und Brauern eingespielt hat.

Regionale Vermarktungskonzepte funktionieren und versprechen für alle einen Mehrwert. Schön für jeden Braugerstenerzeuger, wenn er auf einen vertrauenswürdigen Partner setzen kann, aber wie viel machen diese guten Beispiele aus?
Die große Masse bleibt dem Spiel der Marktkräfte ausgeliefert. Und dieses Spiel hat vielfach die Hoffnung enttäuscht, mit Braugerste ein für alle Seiten befriedigendes Geschäft machen zu können. Wenig vertrauensbildend sind hämische Hinweise der abnehmenden Seite auf gute Vertragsangebote im Frühjahr 2008, die viele Bauern mit der Hoffnung auf noch höhere Preise
abgeschlagen hatten. Unbeantwortet bleibt sowieso, was passiert wäre, wenn die Bauern damals Verträge abgeschlossen hätten. Denn die Erfahrung von früheren Jahren mit guten Ernten zeigt, wie schnell eine Partie wegen eines ein Zehntel zu hohen Eiweißgehalts gestoßen wird.

Heuer kommt vieles zusammen: Kleine Anbaufläche, wenig brauchbare Qualitäten und das nicht nur hierzulande, sondern fast europaweit.
Noch helfen Vorräte der letzten Ernte den Mälzern und Brauern über die Runden. Doch wie lange? Noch eine schwache Ernte und die Versorgungssicherheit ist endgültig dahin. Dass die Bauern sich der Braugerste wieder zuwenden, dafür ist es für dieses Jahr zu spät. Die
Anbaupläne sind geschrieben, die Winterungen gesät. Nein, die Bierbranche ist darauf angewiesen, dass die übrig gebliebene Braugerstenfläche
2011 eine gute Ernte liefert. Und die Branche wäre gut beraten, rechtzeitig (für 2012) an ihre früheren Rohstofferzeuger ein Signal auszusenden: Wir bezahlen für die Sommergerste einen Risikoaufschlag, auch wenn die Versorgungslage gut ist (wie wäre es zum Beispiel mit mehrjährigen Verträgen zu Preisen über 20 Euro?).

Dann aber sind auch die Bauern in der Verantwortung. Vertragstreue muss für alle gelten, auch wenn der vertraglich fixierte Preis nicht immer dem Höchstgebot am Markt entspricht. Dem verlässlichen Marktpartner gilt es entgegenzukommen, wenn die Verhältnisse sich drehen.


Wolfgang Piller, Redaktion BLW
offline

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Kommentare

01.10.2010 11:35 Notill
Solange sich viele Mälzer nicht an Verträge halten und so lange reklamieren bis die Ware weit unter Preis zu haben ist... (viele gaben dann die ware günstiger ab um dem Ärger aus dem Weg zu gehen) werden immer mehr Bauern aus der Braugerste aussteigen. Vor allem da zum Teil schon unter Futtergersten Niveau bezahlt wurde...
Manchmal ist es besser Futterware zu produzieren und sich die Schikanen der Mälzer zu sparen. Oft ist auch der Gewinn höher oder zumindest sicherer... (Geringere Produktionskosten bei meist höheren Erträgen).

03.10.2010 16:22 Courtois
Die Mälzer sind doch selbst schuld. Wenn für Gerste nicht 25% mehr als für Weizen bezahlt wird und das Risiko für Eiweiß und Qualität beim Erzeuger liegt, dann müssen sie sich nicht wundern, wenn sich die Braugerstenerzeuger abwenden. Im letzten Jahr war es preislich egal ob Braugerste oder Futtergerste produziert wurde.
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