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Richard de Florennes on Tour

Richard de Florennes on Tour (7 Einträge)

Fendt und Grimme Fendt und Grimme Fendt und Grimme
421 mal angesehen
05.10.2010, 18.35 Uhr

Kartoffelernte mit Fendt und Grimme - Teil 2

Bei einem kleinen Ausflug in die niederländische Provinz Nord-Brabant begegnete mir ein spannendes Landtechnik-Team bei der Kartoffelernte, bestehend aus mehreren neuen Fendt Traktoren, Erntemaschinen von Grimme und dreiachsigen Kippanhängern von Joskin. Grund genug meinen Blog-Eintrag vom 23.09.2010 (vgl. Kartoffelernte mit Fendt und Grimme - Teil 1 mit Fotoalbum: [www.landlive.de] um einen zweiten Teil zu ergänzen.

Wenige Kilometer westlich des kleinen Städtchens Uden ist zwischen und hinter einer Monotonie aus unzähligen Maisfeldern, nach Gülle riechenden Wiesen und einheitlich aussehenden Mastbetrieben auf einem rund 10 Hektar großen Feld ausnahmsweise einmal alles auf Kartoffeln eingestellt - und das im ganz großen Stil:

Zunächst einmal ein Fendt 716 mit Pflegebereifung vorne und hinten. An der Fronthydraulik ist ein zweireihiger KSA 75-2 Krautschläger von Grimme angebaut, hinten wird ein zweireihiger GT170S Überladeroder der gleichen Marke gezogen. Unüblich für den Einsatz bei der Kartoffelernte mit zweireihigen Maschinen: Zwillingsbereifung hinten. Die Begründung erlebte ich beim ersten Betreten des Feldes - zum Glück mit Gummistiefeln - am eigenen Leibe. Auf dem Vorgewende sinke ich bei jedem Schritt einige Zentimeter in den vom vielen Regen der letzten Wochen durchweichten Lehm-Sand-Boden ein. Eigentlich kein Wetter zum Kartoffelroden. Doch ein bislang seltener trockener Herbsttag im Jahr 2010 musste genutzt werden: "Bei der Kartoffelernte liegen wir einige Wochen im Vergleich zu normalen Jahren zurück. Jetzt können wir nicht länger warten - bevor es die ersten Fröste gibt, müssen die Kartoffeln im Lager sein", erklärt mir Landwirt Adri Leune aus Odiliapeel, der Fahrer des Fendt 716 beim Warten auf den nächsten Traktor mit Anhänger.

Der kommt dann auch in Form eines nagelneuen Fendt 922 mit dreiachsigem 25-Tonnen-Kippanhänger des belgischen Herstellers Joskin. Nachdem das Gespann die tiefen, wassergefüllten Spurrinnen des Vorgewendes überwunden hat, geht die Arbeit los: Adri Leune muss gleichzeitig vorne den Krautschläger, hinten den Roder, das Überladeband und das nebenherfahrende Traktorgespann im Auge behalten - und gleichzeitig heißt es: sich bloß nicht festfahren. Stress pur!

Nach zwei Runden auf dem rund 500 Meter langen Schlag ist der Anhänger voll und wird zu einer mobilen Verladestation auf einem bereits abgeernteten Nachbarfeld gefahren. Der Inhalt von rund 25 Tonnen Kartoffeln eines weiteren Joskin-Anhängers (von einem zweiten Fendt 922 gezogen) wird gerade durch langsames Kippen der Mulde in einen Schüttbunker entleert. Zwei Personen sortieren die Ladung aus, deren Erdanteil abgesiebt und deren Kartoffelanteil auf einen bereitstehenden Lastwagen geladen wird.

Während sich das Entladen der Anhänger in die Länge zieht, zeigt Adri Leune mir einen Trick: Durch Umkehrung der Bewegungsrichtung des Überladebandes wird der Überladeroder zum so genannten "Vorratsroder"; d.h. die Kartoffeln werden an der gegenüberliegenden Seite des Entladebandes im Schwad abgelegt. Bei der nächste Runde - diesmal mit Begleittraktor und Anhänger, kann der bereits gerodete und vorgereinigte Schwad zusammen mit einer ungerodeten Reihe aufgenommen werden - dabei kann dann deutlich schneller gefahren und so Zeit gespart werden.

Auch für mich wird es wieder Zeit nach Haus zu fahren - bis zur Grenze nach Deutschland vorbei an einer Monotonie aus unzähligen Maisfeldern, nach Gülle riechenden Wiesen und einheitlich aussehenden Mastbetrieben.

Text und Fotos: Richard de Florennes
offline

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RicharddeFlorennes

RicharddeFlorennes

Alter: 45 Jahre,
aus Neuss

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Kommentare

05.10.2010 20:38 simiblau
super Bericht, toll geschrieben, schöne Fotos, interessante Maschinen.
Interessant auch der Hinweis auf die vielen Maisfelder, Güllewiesen und Mastbetriebe - von denen haben wir hierzulande ebenfalls viel zu viele ...
06.10.2010 14:06 pflugfurche1
Leider die falsche Rodetechnikmarke .Für was werden die Kartoffeln verwendet?
07.10.2010 22:10 RicharddeFlorennes
Halerebeck schrieb:
Leider die falsche Rodetechnikmarke .Für was werden die Kartoffeln verwendet?


Industriekartoffeln (Stärkeproduktion) - ist Grimme auf dem Kartoffelsektor nicht der führende Landtechnikhersteller? Ich wüsste keinen besseren. Was ist die "richtige" Marke? Doch nicht etwa WM in diesem Fall? AVR und DeWulf aus Belgien sind wohl noch ganz gute Hersteller, habe ich mir sagen lassen ...
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