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200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
35 mal angesehen
11.10.2010, 08.27 Uhr

Erntedank

Wenn Sie die Schlagzeile zu diesen Gedanken lesen, könnten Sie vielleicht auf die Idee kommen, wir hätten das Thema heuer verschlafen, schließlich
wurde Erntedank bereits letzten Sonntag gefeiert. Nein, wir haben es nicht verschlafen und führen als Beweis dafür das Titelbild der letzten Woche ins Feld.
Wir wollten heuer bewusst eine Woche warten, uns nicht in die große Phalanx der „Festredner“ einordnen, sondern zuhören, um dann Nachlese
zu halten.
Eines, was wir auch schon vorher gewusst haben, möchten wir hier allerdings einfl echten: Es ist immer wieder beeindruckend, mit welcher Hingabe und Kreativität die bäuerlichen Familien in den Dörfern den Altar schmücken, um damit dem Herrgott für die Erträge zu danken – auch wenn
man sie wie heuer der Natur wirklich abringen musste und muss. Und es stimmt sehr zuversichtlich, wenn man sieht, dass es häufig die Jugend auf den Dörfern ist, die sich zum Erntedank mit der Landwirtschaft beschäftigt.
Dass dies nicht mehr selbstverständlich ist, darauf hat der Publizist und Buchautor Dirk Maxeiner hingewiesen. Nach seiner Erkenntnis ist beim anspruchsvollen Endverbraucher die Einsicht in einfache Zusammenhänge oft verloren gegangen. Es seien die urbanen (städtischen) Eliten überall in den wohlhabenden Ländern, die den Diskurs über Lebensmittel beherrschten.
Das seien meistens kluge Menschen, aber sie hätten in der Regel ein völlig romantisiertes Bild vom Leben auf dem Lande. Dieses Bild wieder näher an die Realität zu rücken ist eine wichtige Aufgabe. Viele Kreise haben dies auch schon erkannt und nutzen den Anlass Erntedank dafür. So stellte der niedersächsische Landvolkpräsident Werner Hilse die Frage, ob wir es uns angesichts des Hungers und der steigenden Weltbevölkerung leisten können, in Deutschland täglich 100 Hektar Ackerland zu verbrauchen. Was an den zahlreichen Statements und Mitteilungen zum Erntedank auffällt, ist, dass neben den zahlreichen berechtigten Anliegen und Forderungen häufig auch eigene (politische und wirtschaftliche) Interessen in den Vordergrund gerückt werden. Hier sei noch mal Maxeiner zitiert: „Mehr angewandte Vernunft und weniger Ideologie und Dogmatismus wäre der schönste Erntedank, dem man dem lieben Gott erweisen könnte.“
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