Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
UploadForenFotosFotoalbenBlogsTermineMitglieder

200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
59 mal angesehen
15.10.2010, 11.30 Uhr

Sparkasse

Er ist die Sparkasse des Betriebes, so wird die Rolle des Bauernwaldes oft definiert. Diese Funktion nimmt er aber erst etwa so lange ein wie es das Wochenblatt gibt, nämlich 200 Jahre.
Der Bauernwald – im Fachjargon oft auch Kleinprivatwald genannt, was fast ein wenig abwertend klingt – ist in Bayern um 1800 entstanden. Damals wurden nach der Säkularisation die Holz- und Weiderechte, die den Bauern im Wald zustanden, durch Waldeigentum abgelöst. Der Begriff Nachhaltigkeit – im ursprünglichen Sinne nicht mehr nutzen als nachwächst – existierte damals schon, musste aber von den neuen Eigentümern
erst erlernt werden.

Wenn man sich die heutigen Bauernwälder anschaut, dann kann man guten Gewissens sagen, seine Eigentümer haben die Nachhaltigkeit erlernt, vor allem in Bezug auf das Erhalten und Bewahren. Statistisch nachgewiesen ist das durch die Bundeswaldinventur 2004, die den Bauernwäldern und speziell denen in Bayern die höchsten Vorräte attestiert und eine Nutzung, die zum Teil deutlich unter dem Zuwachs liegt.

Damit wären wir wieder beim Begriff Sparkasse: Er wird unter dem Blickwinkel Vorräte und Zuwachs doch eher im Sinne von Sparstrumpf
verstanden, will heißen, das Kapital wird zwar sauber und pfl eglich gehortet, es bringt aber eigentlich keine Zinsen. Man kann den Zuwachs
draußen im Bestand sicher als Wertzuwachs einstufen, darf dabei aber das Risiko nicht übersehen. Kalamitäten können schnell zu einer rasanten „Inflation“ führen und dann ist das Kapital, das Holz, das draußen steht, mit einem Schlag entwertet.
Mit diesen Gedanken soll keinesfalls gegen die Sparkassenfunktion geschossen werden. Man sollte Sparkasse aber eher in Richtung Geldinstitut
interpretieren. Dort legt man sein Kapital an und erhält dann dafür kontinuierlich (hoffentlich gute) Zinsen. Übertragen auf den Wald ist der Bestand das Kapital, der Zuwachs sind die Zinsen, die durch regelmäßige Durchforstung in bare Münze umgesetzt werden. Ein Nebeneffekt solchen Vorgehens ist die Risikostreuung. Ein Teil des Kapitals steht im Wald, ein Teil davon liegt auf der Bank. Kontinuierliche Waldpflege lenkt zudem den Zuwachs auf die besten Stämme und steigert den Wert des Bestandes. Welche andere Anlageform kann schon Wertzuwachs und Risikosenkung zugleich bieten.

Sepp Kellerer, Redaktion BLW
offline

Geschrieben von

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Zum Seitenanfang