Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Die Billig Lüge - Franz Kotte...

Rezension des gleichnamigen Buches (7 Einträge)

Bild Quelle HR
128 mal angesehen
28.10.2010, 22.23 Uhr

Hilfe! Was essen wir?

Bild: Quelle HR
Innerhalb der ARD-Themenwoche "Essen ist Leben", brachte die ARD am Mittwoch, 27. Oktober 2010, 23.30 Uhr im Ersten wieder eine spannende Dokusendung mit dem Titel:

Hilfe! Was essen wir? (HR/SWR) Film von Volker Heise

Auch der Bezug zum Buch – Die Billiglüge- von Franz Kotteder ist hierbei vorhanden, indem man dessen Kernaussagen im Film wiederfinden kann wie ich meine.

Hierzu eine kurze Beschreibung des Inhalts.

In aller Regel wissen die meißten Verbraucher nur wenig über die Nahrung, die sie jeden Tag zu sich nehmen. Im Supermarkt erfahren sie, wie hoch bzw. wie billig ihr Preis ist und was uns die hochprofessionelle Werbung über sie wissen lassen bzw. suggerieren will. Ein Schnitzel ist ein Schnitzel, sein Vorleben ist nicht von Interesse.

Doch was passiert, wenn die Verbraucher nicht nur erfahren, was auf ihre Teller kommt, sondern auch woher es kommt und in welcher Art und Weise die Produkte erzeugt wurden? Wenn sie nicht nur das Endprodukt sehen, sondern auch seine Geschichte?
"Hilfe! Was essen wir?" riskiert das Experiment und schickt eine Familie auf eine Entdeckungsreise in den Supermarkt.
Leider war keiner der großen Lebensmitteleinzelhändler bereit eine Drehgenehmigung zu erteilen. Originalton der Redaktion: „Es ist leichter eine Drehgenehmigung in einem Atomkraftwerk zu bekommen als in eine im Supermarkt“. So musste das Experiment an einem Sonntag in einem leeren aber identischen Supermarkt stattfinden.
Mit einer Einkaufsliste zieht die Familie los an den Supermarktregalen vorbei. Auf der Liste stehen die Zutaten für ein dreigängiges Menü: ein Salat, eine Hauptspeise mit Fleisch, ein Nachtisch.

Doch das Besondere zum normalen Supermarkt ist, das ein präparierter Einkaufswagen ausgerüstet worden ist: ein Einkaufswagen mit sogenannten Foodscanner. Eine Tastendruck genügt, und der Scanner spuckt seine Informationen in Bild und Ton aus: unter welchen Umständen Tomaten, Zucchini oder Gurken angebaut und aufgezogen, geerntet und weiterverarbeitet wurden. Wie Tiere gehalten, gefüttert und geschlachtet werden. Was ein Pudding enthält oder nicht enthält.

Am Ende der Expedition kann sich die Familie entscheiden: kaufen oder nicht kaufen. Essen oder nicht essen. Wissen – oder lieber nicht wissen wollen.

Und hier das Video:
[mediathek.daserste.de]

offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

Rickrich

Rickrich

Alter: 47 Jahre,
aus der Hallertau
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

29.10.2010 13:23 Freisinger
O-Ton Thilo Bode heute in Bayern 1: Teuer ist nicht unbedingt gut.....und billig nicht unbedingt schlecht.
13.11.2010 20:40 Rickrich
Auch an dieser Stelle möchte ich auf den Leitartikel Im Wirtschaftsmagazin brand eins von Wolf Lotter hinweisen. In seinem Leitartikel „Die Geprellten“ macht sich der Autor Gedanken über die Bedeutung des Wortes Qualität in unserem Wirtschaftssystem. Auch wenn einiges von dem, was er dort schildert, mehr die konkreteren Abläufe in den einzelnen Unternehmen betrifft, so bezieht er doch auch zu einigen grundlegenden Fehlentwicklungen bei Kunden und Konsumenten Stellung (Geiz ist geil Mentalität / Billigwahn / Discounter) die wie ich finde auch gut zu diesem Blogeintrag passen:

(…) Wenn beispielsweise ein Bäcker seine Brötchen mit schlechtem Mehl und zu viel Wasser buk, also jene Qualität bot, die heute an jeder Straßenecke in sogenannten Backshops zu haben ist, dann wurde die Sache relativ schnell ernst. Wie ernst, kann man etwa im schönen Mühlenmuseum im niedersächsischen Gifhorn besichtigen. Hier sehen wir eine Vorrichtung, die aus einer etwa fünf Meter langen Wippe besteht, an der ein Holzkäfig baumelt, den man “Schupfe” oder “Prelle” nennt. In diesen Korb wurden Bäcker gesteckt, die behaupteten, eine gute Qualität zu liefern, tatsächlich aber ihre Kunden mit minderwertigem Kram prellten. Die Kundschaft versammelte sich, der Bäcker kam in die Prelle, wurde mehrmals hintereinander – wie beim Kielholen – in den Brunnen gesteckt, mit Steinen beworfen und lauthals beschimpft. (…)

(…) Heute sind weite Teile der Bevölkerung mit der Produktion und Inverkehrbringung von Ramsch und miesem Service beschäftigt. Das mittelalterliche Rechtsmittel ist sozusagen wegen Überlastung ausgeschöpft. Denn wenn alle geprellt würden, die es verdienen – die Körbe wären voll bis zum Horizont, gefüllt auch mit jenen, die miese Qualität kaufen und damit den ganzen Pfusch erst ermöglichen. Die gesamte Geiz-ist-geil-Gesellschaft gehört in die Bäckerprelle. (…)

(…) Geiz ist der natürliche Feind der Qualität. Wer nichts zahlen will, kriegt auch nichts. So machen sich viele Kunden selbst zu Geprellten. (…)

Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang