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200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
187 mal angesehen
05.11.2010, 10.07 Uhr

Pachtwettbewerb

Noch vor ein paar Jahren wurde auf so mancher Tagung ein schreckliches Bild der Zukunft gezeichnet: öde Landschaften, die Böden liegen brach, weil sich keiner mehr fi ndet, der sie bewirtschaften möchte. Landwirte, die ihre Höfe aufgeben, könnten ihre Äcker und Wiesen weder verpachten noch verkaufen. „Sozialbrache“ war das Modewort jener Zeit.

Unter den Bedingungen des nach außen abgeschotteten EU-Agrarmarktes wäre diese Entwicklung wahrscheinlich auch unvermeidlich gewesen. Bei anhaltendem technischen Fortschritt hätte man für die Ernährung der EU-Bevölkerung immer weniger Fläche benötigt.
Derzeit ist jedoch genau das Gegenteil zu beobachten.
Es ist ein wahrer Wettstreit um Pachtflächen entbrannt. Jeder will sich zusätzliche Flächen sichern, im Glauben, nur so weiterhin Landwirt bleiben zu können. Der Flächenhunger führt bereits dazu, dass sich die Landwirte gegenseitig aus laufenden Pachtverträgen herausdrängen.
„Wer bietet mehr?“, können glückliche Verpächter heute in die Runde rufen und bekommen daraufhin stapelweise Angebote.
Die steigenden Pachtpreise sind ein Indiz dafür, dass immer mehr Landwirte einträgliche Geschäftsmodelle entwickeln. Diese Betriebe verstehen es, die Wertschöpfung aus der Fläche zu erhöhen: durch Veredelung über den Tiermagen, durch Biogaserzeugung, durch Anbau von Sonderkulturen. Betriebe, die in diesen Bereichen erfolgreich tätig sind, erweitern diese
Betriebszweige laufend. Wenn viele Betriebe in einer Region diese Richtung einschlagen, steigen bei begrenztem Bodenangebot zwangsläufig die
Pachtpreise.

Ein Anstieg des Pachtpreisniveaus trifft aber unweigerlich auch jene Betriebe, die bisher extensiv wirtschaften. Wenn sie die höheren Pachtpreise hereinwirtschaften wollen, müssen sie nun ebenfalls die Veredelung ausbauen oder gar neu einsteigen, um ihrerseits die Wertschöpfung aus der Fläche zu erhöhen. Damit verschärft sich der Wettbewerb um Pachtfl ächen aber weiter. Die Wachstumsbetriebe werden infolge der von ihnen verursachten Pachtpreissteigerungen sozusagen zu Opfern ihres eigenen Erfolges.
Eine Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist eine weitere Optimierung der Flächennutzung. Anregungen hierzu gibt eine neue
Serie, die in der nächsten BLW-Ausgabe startet.


Hans Dreier, Redaktion BLW
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